DE30: Politischer Stillstand in Italien bald beendet?

7. Mai 2018

Zusammenfassung:

  • Di Maio bereit vom Ministerpräsidentenamt zurückzutreten, um eine Regierung zu bilden
  • Italienischer FTSE MIB (ITA40 in der xStation 5) nähert sich dem Januar-Hoch
  • Deutsche Bank (DBK.DE) soll ein neues Bezahlsystem für Flugtickets entwickeln

Der Start in die neue Handelswoche war geprägt von der positiven Geschäftsentwicklung in Asien. Der australische S&P/ASX 200 (AUS200) gewann 0,36% an Wert, berücksichtigt werden muss hier aber die Aufwertung des australischen Dollars. Chinas Hang Seng (CHNComp) wird zum Zeitpunkt des Schreibens 0,7% höher gehandelt. Auf der anderen Seite schloss der japanische Nikkei (JAP225) im Vergleich zum letzten Schlusskurs etwas tiefer. Die Aktienmärkte in Großbritannien und Südkorea bleiben heute aufgrund von Feiertagen geschlossen.

 

In Europa eröffneten die wichtigsten Indizes in der Nähe der Schlusskurse vom Freitag. Der deutsche Leitindex bewegte sich leicht höher und der französische CAC 40 notierte ein wenig tiefer. Technologie- und Immobilienunternehmen sind am Montagmorgen die größte Gewinner im STOXX Europe 600, während die Chemiewerte am schlechtesten abschneiden. In Italien könnte es bald einen politischen Durchbruch geben, da der Führer der Fünf-Sterne-Bewegung Luigi Di Maio bereit ist, der Liga einige Zugeständnisse zu machen, um eine gemeinsame Regierung bilden zu können. In einem Interview am Sonntag sagte Di Maio, dass er bereit wäre vom Ministerpräsidentenamt zurückzutreten, wenn er als Premierminister ein Hindernis für die Regierungsbildung darstellen sollte. Er fügte ebenfalls hinzu, dass man zusammen mit dem potenziellen Koalitionspartner einen anderen Kandidaten für diesen Posten finden müsse. Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat heute die letzte Runde der Regierungsgespräche begonnen. Ein Treffen zwischen dem Präsidenten und Vertretern der Parteien ist ein letzter Aufruf zur Bildung einer neuen Regierung. Sollten die Gespräche keine Lösung für den anhaltenden politischen Stillstand liefern, könnte Mattarella die Parteien auffordern, eine Übergangsregierung mit einem neutralen Premierminister zu bilden. Dies würde es bereits im September ermöglichen, ein neues Wahlgesetz zu verabschieden und vorgezogene Neuwahlen anzusetzen. Die Europäische Union hat die Gefahr dieser politischen Blockade erkannt und behauptet, dass sich der Mangel einer funktionierenden Regierung negativ auf die wirtschaftliche Erholung des Landes auswirken könnte. Die heutigen Verhandlungen dauern den ganzen Tag, deshalb müssen wir vielleicht bis zum Abend auf Neuigkeiten warten. Nach einer halben Handelsstunde legte der DE30 um 0,3% zu, während der französische CAC 40 (FRA40) um 0,12% und der italienische FTSE MIB (ITA40) um 0,1% nachgaben.
 

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Der DE30 dreht kurz vor dem wichtigen Widerstandsniveau von 12.900 Punkten um. Quelle: xStation 5

Bei einem Blick auf den DE30-Tageschart kann man sehen, dass der Index bereits vor dem Erreichen des Widerstandsniveaus bei 12.900 Punkten umkehrte. Angesichts der recht guten Aussichten für den deutschen Aktienmarkt dürfte dieser Rückgang nur von kurzer Dauer sein, zumal der Kurs weiterhin deutlich über den Moving Averages liegt. Da heute keine Unternehmen ihre Ergebnisberichte veröffentlicht werden, erwarten wir im Laufe des Tages weniger hektische Bewegungen. Der 8er EMA (blau) liegt aktuell wenige Punkte über der 12.700 Punkte-Marke. Sollte es also zu einem stärkeren Rückgang kommen, wird das Verhalten der Anleger in diesem Bereich entscheidend sein.
 

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Der ITA40 bewegt sich in Richtung des Januar-Hochs bei 24.050 Punkten. Die Ergebnisse der Regierungsgespräche könnten die zukünftige Kursentwicklung bestimmen. Quelle: xStation 5

Es scheint, als ob der Zeitpunkt der letzten Runde der Regierungsgespräche für den italienischen ITA40 (FTSE MIB-Futures Basiswert) entscheidend sein könnte. Der Index liegt nur knapp unter der Widerstandszone von Anfang des Jahres bei 24.050 Punkten. Ein positives Ergebnis der Gespräche könnte möglicherweise zu einem Ausbruch führen. In solch einem Szenario würde sich der Index auf den höchsten Stand seit Mitte 2015 bewegen und die Verluste seit Anfang des Jahres vollkommen ausgleichen.
 

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BASF (BAS.DE) ist heute Morgen der größte Verlierer. Zurückzuführen ist dies jedoch auf die  Dividendenausschüttung. Quelle: Bloomberg

Unternehmensnachrichten
Die Deutsche Bank (DBK.DE) soll zusammen mit der International Air Transport Association ein neues elektronisches Zahlungssystem entwickeln, mit dem Kunden Flugtickets kaufen können. Grund für die Entwicklung solch eines alternativen Zahlungssystems seien die hohen Transaktionsgebühren bei Kreditkartenzahlungen. Einsparungen sollen möglich sein, da das neue System eine feste Gebühr statt eines festen Prozentsatzes (1%) verlangt. Das System soll Ende 2018 in Betrieb gehen, wobei Deutschland der erste Testmarkt sein soll. Nach der ersten halben Handelsstunde wird die Deutsche Bank-Aktie 0,55% tiefer gehandelt.

BASF (BAS.DE) ist heute Morgen der größte Verlierer unter den DE30-Werten. Der Rückgang der Unternehmensbewertung ist auf die Ausschüttung der Dividende von 3,10 Euro zurückzuführen. In letzter Zeit sind sonst keine negativen Nachrichten über das Unternehmen aufgetaucht. Nach der ersten halben Handelsstunde wird die Aktie von BASF 1,9% unter dem Schlusskurs von Freitag gehandelt.

 

 

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