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11:51 · 6. Juni 2018

DE30: Flache Eröffnung in Europa, Euro baut Gewinne aus

Zusammenfassung:

  • Europäische Aktien beginnen am Mittwoch wenig verändert, stärkerer Euro belastet
  • Hansson und Weidmann vor EZB-Sitzung nächste Woche mit hawkischen Ansichten
  • DE30 weigert sich entscheidenden Widerstand zu überwinden

Der Euro gewinnt an Boden und dies ist auch an den europäischen Aktienmärkten spürbar. Erinnern wir uns daran, dass wir am Dienstag einige Enthüllungen erhalten haben, dass die EZB bereits nächste Woche ein Ende ihres Anleihekaufprogramms signalisieren könnte. Berücksichtigen sie jedoch, dass die Märkte dies bereits eingepreist haben (der Konsens legt zwar nahe, dass die EZB ihre Anleihekäufe bis Ende dieses Jahres stoppen wird, allerdings betrifft dies nicht die Reinvestitionen). Auf kurze Sicht tendiert der höhere Euro dazu, die Performance europäischer Aktien zu belasten. Auch am heutigen Handelstag scheint dies nicht anders zu sein, da der DE30 nach einem bullischen Gap wieder etwas zurückgeht. Anzumerken ist, dass es dem Index gestern nicht gelang, einen wichtigen Widerstand zu überwinden. Um einen erneuten Ausbruchsversuch vorzunehmen, müssen wir also mehr Initiative seitens der Käufer sehen.

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Die Käufer scheiterten am Dienstag an der 12.900 Punkte-Marke, da sich die Stimmungslage kurz vor Börsenschluss wieder verschlechterte. Quelle: xStation 5

Technisch gesehen sieht der deutsche Aktienmarkt nicht so vielversprechend aus wie gestern. Grund hierfür ist vor allem der gescheiterte Ausbruchsversuch an der 12.900 Punkte-Marke. Da sich der DE30 in einer recht engen Handelsspanne bewegt, könnte man kurzfristig ein Tauziehen zwischen Bullen und Bären erwarten. In diesem Kontext wäre auch ein Range-Trading eine mögliche Strategie, mit einer Unterseite bei 12.550 und einer Oberseite bei etwa 12.900 Punkten. Bei einem Durchbruch nach unten oder oben, sollten Anleger jedoch mit einer stärkeren Impulsbewegung rechnen. Wie bereits erwähnt, muss aber auch die inverse Beziehung zwischen dem Euro und dem europäischen Aktienmarkt berücksichtigt werden, zumindest kurzfristig. Auf lange Sicht dürfte dieser Effekt schwinden. Daher ist es recht unwahrscheinlich, dass die stärkere Währung Auslöser für fallende Aktienkurse ist, es sei denn zusätzliche Faktoren kommen hier ins Spiel.

Die gesunden Gewinne bei der Gemeinschaftswährung wurden durch die Äußerungen zweier EZB-Entscheidungsträger - Hanson und Weidmann - gestützt. Das estnische EZB-Mitglied Hanson sagte, dass höhere Zinsen noch vor Mitte 2019 möglich seien, wenn die Inflation moderat steigt. Diese Art von Kommentaren sorgen natürlich vor dem EZB-Treffen nächste Woche (Donnerstag) bei den Anlegern für Gesprächsstoff. Im Gegenzug behauptet Weidmann, dass das Preiswachstum allmählich wieder zum Zielniveau zurückkehren sollte, weshalb die Markterwartungen für das Ende des QE bis Ende 2018 plausibel erscheinen. Er wies auch darauf hin, dass die Normalisierung der Geldpolitik angemessen kommuniziert werden sollte, um keine Turbulenzen an den Märkten zu verursachen. Weidmann ist bekannt für seine hawkische Haltung, daher sollten die heutigen Kommentare nicht allzu überraschen. Andererseits resultieren sie in steigenden Erwartungen, dass die EZB ein konkretes Datum liefern könnte.

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Zwei Drittel der DE30-Werte steigen am Mittwoch im frühen Handel. Quelle: Bloomberg

Beachten Sie, dass der Euro einen weiteren Grund für Aufwertungen erhielt, da sich die Einkaufsmanagerindizes für den Einzelhandel der europäischen Volkswirtschaften im Mai merklich verbessert haben. In der Tat handelt der Euro derzeit deutlich über 1,1750 und ist zusammen mit dem australischen Dollar die stärkste Währung. Aktien in Asien beendeten den Handelstag im grünen Bereich, wobei der australische Benchmark (AUS200) mit einem Anstieg von 0,5% am besten performte. In Europa schneiden der britische FTSE 100 (UK100) und der französische CAC 40 (FRA40) am besten ab, die Gewinne sind jedoch weniger spektakulär (jeweils +0,2%). Auf der anderen Seite verliert die FTSE MIB (ITA40) bis zu 0,7%, nachdem eine neue Regierung gestern ihre erste Vertrauensabstimmung im Senat mit 171 Ja- und 117 Nein-Stimmen gewonnen hat. Dies war ein erwartetes Ergebnis angesichts der Tatsache, dass die 5-Sterne-Bewegung und die Lega in beiden Kammern eine Mehrheit haben. In diesem Kontext scheint auch die zweite Vertrauensabstimmung in der Abgeordnetenkammer (die heute stattfinden wird) eine beschlossene Sache zu sein.

Unternehmensnachrichten
Fresenius (FRE.DE) steigt aufgrund einer Aufstufung durch Kepler über 2% und ist damit heute Morgen der größte Gewinner unter den DE30-Werten. Die Empfehlung der Aktie wurde von “Neutral” auf “Kaufen” hochgesetzt und zu einer europäischen Auswahlliste von Kepler hinzugefügt. Das Kursziel wurde ebenfalls von 63 EUR auf 82 EUR angepasst. Kepler argumentiert mit seiner Entscheidung, dass es kein zusätzliches Abwärtsrisiko durch den Rechtsstreit mit Akorn (einem amerikanischen Hersteller von Generika) gibt und bewertet die Chancen, dass das Unternehmen unversehrt davon kommt, mit 70%.
 

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