Kryptowährungen: YoBit-Börse erwägt Zufallskäufe

11. Oktober 2018
  • YoBit will zufällige Coins kaufen, um Investoren anzulocken
  • Krypto-Markt nicht vor Aktienmarktturbulenzen sicher
  • Indien erwägt Start einer staatlich gestützten Kryptowährung

Viele Krypto-Enthusiasten bezeichneten in der Vergangenheit digitale Währungen als "neues Gold" oder "sichere Häfen". Diese Ansicht wurde jedoch am Donnerstag auf die Probe gestellt und das Ergebnis dieses Tests zeichnet ein anderes Bild. Während weltweit die Aktienmärkte einbrechen, kämpfen auch Kryptowährungen mit ähnlichen Entwicklungen. Die Kapitalisierung des gesamten Krypto-Marktes ist seit gestern um 7% zurückgegangen und hat bis zu 15 Mrd. USD an Wert verloren. In der heutigen Analyse gehen wir auf die ungewöhnliche Idee einer Krypto-Börse ein sowie die neue Haltung der indischen Behörden gegenüber digitalen Vermögenswerten.

Die Krypto-Börse YoBit kündigt den Kauf von 10 zufälligen Coins an. Quelle: Twitter

YoBit ist eine beliebte russische Krypto-Börse, da sie nicht nur den Krypto-Handel gegenüber dem USD sondern auch gegenüber dem russischen Rubel anbietet. Allerdings gehen dessen Nachrichten selten über die russische Grenze hinaus. Manchmal braucht es aber nur einen Tweet, um dies zu ändern: Das Unternehmen hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass es Investitionen in Kryptowährungen attraktiver machen möchte. Dies wäre zwar in der Tat eine interessante Möglichkeit, die Preise in die Höhe zu treiben, allerdings ist solch ein Ansatz doch als sehr fragwürdig anzusehen. Die Börse gab nämlich bekannt, dass sie zufällig Coins im Wert von einem Bitcoin kaufen möchte.

Bei einem Bitcoin-Preis von etwa 6.200 USD dürfte dies zwar keine große Sache sein. Bedenken Sie jedoch, dass es Hunderte von Kryptowährungen gibt, einige mit einer Marktkapitalisierung von nur 1.000 USD. Man kann sich also vorstellen, welche Preisbewegungen bei manchen Coins möglich sind. Dieser Vorgang soll insgesamt 10 Mal mit insgesamt 10 Bitcoins durchgeführt werden. Laut dem Timer auf der Website der Börse wird der Prozess um 15:00 Uhr beginnen.  Alle 1 oder 2 Minuten soll ein Coin gekauft werden.

BITCOIN schloss sich dem weltweiten Abverkauf der risikoreichen Anlagen an und unterschritt die kurzfristige Aufwärtstrendlinie. Die Bullen konnten den Kurs jedoch bei 6.000 USD umkehren. Diese Entwicklung zeigt uns, dass Bitcoin keine perfekte Absicherung gegen Aktienmarktturbulenzen ist, wie einige vielleicht behaupten. Quelle: xStation 5

Zu Beginn der Krypto-Euphorie waren die indischen Behörden, einschließlich der Reserve Bank of India (RBI), einer der größten Gegner digitaler Vermögenswerte. Doch später wurde bekannt, dass die RBI ihre eigene Studie über "Fiat Cryptocurrency" durchführte, die gleichzeitig als Alternative zur indischen Rupie dienen könnte. Diese Kehrtwende kam, nachdem ein Bericht der Nachrichten-Webseite Quartz auftauchte. Quartz zitierte einen nicht identifizierten hochrangigen indischen Regierungsbeamten, der behauptet, dass die Arbeitsgruppe des indischen Finanzministeriums die staatlichen Ausgaben der staatlich gestützten Kryptowährung empfehlen könne. Abgesehen davon soll der mögliche Einsatz der Blockchain-Technologie erforscht werden. Während staatlich geförderte Coins eine interessante Entwicklung darstellen, besteht die eigentliche Hürde darin, die Bürger davon zu überzeugen, sie auch zu nutzen.

Ethereum ist einer der Coins, die während des heutigen Handelstages am meisten getroffen wurden. Der Preis fiel um mehr als 10% und unterschritt den jüngsten Konsolidierungsbereich (38,2% bis 50% Fibo-Retracement). Die Kryptowährung fiel in die Nähe des 23,6% Fibo-Retracements bei 193 USD und konnte dort den Abverkauf stoppen. Quelle: xStation 5

Kommen wir abschließend noch auf ein paar Neuigkeiten aus dem asiatischen Raum zu sprechen. Die südkoreanische Regierung wird erneut über das Schicksal der ICOs entscheiden. Nachdem die Finanzierung durch ICOs verboten wurde, werden die koreanischen Gesetzgeber im November über eine Aufhebung dieses Verbots entscheiden. Die Haltung der Regierung wird auf den Ergebnissen der von der “Financial Services Commission” (Finanzaufsichtsbehörde Südkoreas) durchgeführten Umfrage basieren. Ende Oktober soll diese abgeschlossen sein.

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