++ US-Handelsdaten und OECD-Prognosen beunruhigend ++ Goldpreis versucht sich nach starkem Rückgang zu stabilisieren ++ EURUSD vor EZB-Treffen nahe 1,13er-Marke ++ DE30 weitet Abstand von Jahreshochs aus ++
An der Wall Street waren am Mittwoch Kursrückgänge zu beobachten, wobei der marktbreite S&P 500 den dritten Tag in Folge fiel und sich mit einem Verlust von -0,65% von den Jahreshochs sowie der vorerst unüberwindbaren Widerstandszone bei 2.820 Punkten entfernte. Die US-Handelsdaten kommen aufgrund der Stilllegung der US-Regierung etwas spät, verdienen angesichts des fortlaufenden Handelsstreits zwischen den USA und China dennoch Aufmerksamkeit. Bei der „America First“-Politik von US-Präsident Donald Trump nahm das große Handelsbilanzdefizit, insbesondere gegenüber China, eine zentrale Rolle ein und interessanterweise erreichte dieses 2018 mit 621 Mrd. USD ein 10-Jahreshoch. Eine Reduzierung erwies sich als problematisch, da die Nachfrage nach Importen aufgrund der starken Konjunktur und der Steuersenkungen anstieg und die US-amerikanischen Unternehmen bei ihren Exportaktivitäten mit einer globalen Wachstumsverlangsamung sowie Strafzöllen konfrontiert wurden. Zudem hielt sich der USD bis Ende 2018 auf hohem Niveau und verteuerte zusätzlich Waren aus den USA. Trump verfehlt damit sein Ziel und die Anleger erwarten weiterhin Neuigkeiten beim Handelskonflikt der zwei größten Volkswirtschaften der Welt.
Des Weiteren passte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestern ihre Wachstumsprognosen für 2019 und 2020 nach unten an, da die globale Wirtschaft scheinbar mehr leidet als bisher gedacht. Die Anleger hatten also keine Gründe für eine positive Umkehrung und daher sollte die zunehmende Risikoversion an den weltweiten Aktienmärkten keine große Überraschung sein. Ein wichtiger Datenpunkt dürfte der ADP-Beschäftigungsbericht gewesen sein, der den Anlegern vor den morgigen offiziellen Zahlen (NFP) einen ersten Hinweis lieferte. Die Veröffentlichung lag mit einem Anstieg von 183 Tsd. etwas unter den erwarteten 190 Tsd., könnte aber dennoch auf einen soliden Beschäftigungszuwachs hindeuten.
Der Goldpreis erreichte jüngst ein 5-Wochentief und versucht sich nach dem jüngsten Rückgang von mehr als 60 USD zu stabilisieren. Aufgrund der USD-Aufwertung hatten die Rohstoffe allgemein zu kämpfen, allerdings könnte sich die längerfristige Perspektive wieder zu Gunsten des Edelmetalls wenden: Die Rallye an den Aktienmärkten wurde unterbrochen und die 10-jährigen US-Anleiherenditen sind in den vergangenen Handelstagen rückläufig (liegen heute Morgen bei 2,688%). Die Anleger sollten dennoch geduldig bleiben bis die kurzfristige Abwärtstrendstruktur überwunden ist und eine nachhaltige Bodenbildung in Sicht ist.
EURUSD erreicht ein neues 2-Wochentief und bewegt sich wieder um die 1,13er Marke, da die europäischen Anleger das heute Mittag stattfindende EZB-Treffen antizipieren. Allgemein wird erwartet, dass der Zinssatz unverändert bleibt, aber die Zentralbank ihre Wachstums- und Inflationsaussichten nach unten anpasst, was wiederum eine weitere Finanzierungsrunde in Form sogenannter „targeted long-term refinancing operations“ (TLTRO) rechtfertigen würde. Ein solcher Schritt sorgt an den Märkten schon länger für Gesprächsstoff und könnte der EZB mehr Flexibilität einräumen, um bei stärkeren Abwärtsrisiken europäischen Banken gezielt unter die Arme zu greifen. Die Pressekonferenz mit Mario Draghi sowie die vierteljährlichen Projektionen sind hier entscheidend, um die zukünftige geldpolitische Haltung einschätzen zu können.
Der DE30 verbuchte am Mittwoch einen überschaubaren Verlust von -30 Punkten. Dies scheint jedoch auszureichen, um den Kurs am heutigen Morgen weiter nach unten zu drücken. Im D1-Chart wurde die steile Trendlinie innerhalb der Rallye seit Anfang 2019 unterschritten und die beiden MACD-Linien könnten kurz vor einer Kreuzung stehen. Der deutsche Leitindex nimmt nach zahlreichen Ausbruchsversuchen an der 200-Tage-Linie (EMA) Abstand zu seinen Jahreshochs und könnte in den nächsten Stunden den Unterstützungsbereich bei 1.435 Punkten ansteuern.
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