- Government Shutdown und Handelsstreit zentrale Themen
- Ehemalige Fed-Chefin Yellen schließt auch Zinssenkung nicht aus
- IWF veröffentlicht Bericht zur Lage Italiens, EUR weiter unter Druck
- DE30 notiert bei 11.258 Punkten und entfernt sich weiter vom Wochenhoch
Am Mittwoch waren an der Wall Street erste Anzeichen von Schwäche zu beobachten, zumindest gab es keine Gründe, um die Rallye von 2019 fortzusetzen. Beim marktbreiten S&P 500 waren die Verluste mit 0,22% jedoch überschaubar. Im restlichen Verlauf der Handelswoche sollten Händler nach weiteren Umkehrsignalen Ausschau halten, die auf einen Ausverkauf hindeuten könnten. Zwei zentrale Themen stehen derzeit im Vordergrund: Einmal die drohende Verlängerung des “Government Shutdown”, da sich der Kongress und das Weiße Haus beim Mauerbauer an der mexikanischen Grenze bisher nicht einig werden konnten. Andererseits könnten die Märkte beim Handelsstreit zwischen den USA und China neue Nachrichten abwarten, um zu beurteilen, ob der bisherige Optimismus gerechtfertigt war. Nächste Woche ist hier mit mehr Details zu rechnen. Aus technischer Perspektive wäre außerdem eine Korrektur angebracht, insbesondere wenn man die diesjährigen Kursanstiege berücksichtigt.
Die dovische Fed war aufgrund ihres abrupten geldpolitischen Wechsels im Jahr 2019 ebenfalls eine treibende Kraft bei risikoreichen Vermögenswerten. Im Dezember war noch die Rede von zwei Zinserhöhungen für 2019, während im Januar Zurückhaltung und Flexibilität signalisiert wurde. Die Kreditkosten vorerst nicht zu erhöhen ist grundsätzlich marktfreundlich, allerdings auch beunruhigend, wenn das FOMC eine solch schnelle Kehrtwende in ihrem Verhalten aufzeigt. Janet Yellen, die ehemalige Fed-Chefin (2014 bis 2018), sagte am Mittwoch in einem Interview bei CNBC, dass man auch eine weitere Zinserhöhung der Fed nicht ausschließen sollte. Sie betonte jedoch auch, dass "wenn sich das globale Wachstum wirklich abschwächt und das auf die USA übergreift, oder wenn sich die finanziellen Bedingungen weiter verschärfen und wir eine Abschwächung der US-Wirtschaft sehen, ist es sicherlich möglich, dass der nächste Schritt eine Zinssenkung ist, aber beide Ergebnisse sind möglich."
Die populistische Regierung Italiens, bestehend aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega, steht nach scharfer Kritik vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unter Druck und unter Handlungszwang. "Die Strategie der Behörden bleibt hinter den umfassenden Reformen zurück, die erforderlich sind, um die seit langem bestehenden strukturellen Hindernisse für ein nachhaltiges Wachstum und damit die Gefahr zu beseitigen, die die Wirtschaft anfällig machen", sagte der Internationale Währungsfonds am Mittwoch. Der Handelsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission konnte zwar Ende 2018 beigelegt werden, allerdings war die Kernthematik die geplante hohe Verschuldung, um die Wahlversprechen u.a. von höheren Sozialabgaben sowie eines niedrigeren Renteneintrittsalters einzuhalten. Mit einem Haushaltsdefizit in Höhe von 130% gemessen am BIP liegt Italien in der EU auf Platz zwei und die Wachstumsprognosen aus Rom waren für einige weniger nachvollziehbar.
Aus dem Bericht vom IWF geht hervor, dass bis 2023 ein jährliches BIP-Wachstum unter 1% prognostiziert wird. Die EU-Kommission passte ihren Wert für 2019 zudem nach unten auf 0,2% an. Diese Entwicklung schürt die Sorgen um eine weitere Verlangsamung als auch um eine Wiederbelebung der Eurokrise. Beim EURUSD waren gestern ausschließlich Rückgänge zu beobachten und im heutigen frühen Handel besteht eine leichte Abwärtstendenz. Das Paar notiert aktuell bei 1,1360 und die Unterstützung 1,13er-Marke, die in den vergangenen Monaten immer wieder verteidigt wurde, könnte wieder im Fokus der Devisenhändler stehen. Der DE30 entfernt sich heute weiter vom am Dienstag ausgebildeten Tageshoch und könnte den kurzfristigen Trend in Frage stellen. Noch bleibt der deutsche Leitindex in dieser Woche in der Gewinnzone, aber im W1-Chart ist der Test des 200er EMA gescheitert und es zeichnet sich ein langer oberer Schatten ab.
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