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09:42 · 9. November 2018

Marktkommentar: Öl im Bärenmarkt?

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  • Gestriges FOMC-Treffen wenig spektakulär
  • S&P 500 erreicht kritisches technisches Niveau
  • Ölmarkt gerät weiter unter Druck (WTI bei 60,48 USD)
  • Viele Risikoquellen für EUR, USD gewinnt wieder an Stärke

Am Donnerstagabend erwies sich das FOMC-Treffen als wenig spektakulär. Allgemein hatten die Märkte auch nicht mit einer geldpolitischen Änderung der Fed gerechnet, dennoch war vorab an der Wall Street eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten. Berücksichtigen wir ausschließlich die Performance der vergangenen zwei Wochen (H1-Chart), so dürfte es nicht viel zu meckern geben: Nach einer Umkehrung vor der 2.600er-Marke legte der marktbreite S&P 500 eine Strecke von über 200 Punkten zurück, außerdem ist der gestrige Rückgang überschaubar und könnte daher nur als Verschnaufpause gesehen werden. Im D1-Chart könnte dieser “Stopp” jedoch auf ein Double-Top hinweisen.

Ob das Scheitern bei knapp 2.820 Punkten (ein Hoch von Mitte Oktober im kurzfristigen Abwärtstrend) nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Der Großteil der jüngsten Verluste wurde zwar wieder auszugleichen, doch das Risiko eines erneuten Ausverkaufs bleibt bestehen. Der heutige Schlusskurs könnte daher die Risikobereitschaft der nächsten Handelswoche bestimmen. Um 14:30 Uhr wird der Erzeugerpreisindex aus den USA veröffentlicht. Im Jahresvergleich wird ein Rückgang von 2,6% auf 2,5% erwartet (Erwartung im Monatsvergleich: +0,2%). Höhere Werte könnten jedoch auf einen erhöhten Inflationsdruck beim VPI hinweisen, dies wäre ein weiterer schlechter Faktor für den US-Aktienmarkt. Des Weiteren wird um 16:00 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan veröffentlicht.  

Andere risikoreiche Anlagen hatten im Oktober ebenfalls zu kämpfen. Hier ist insbesondere der Ölmarkt zu nennen, da die Ölsorte WTI seit dem 3.Oktober (Mehr-Jahres-Hoch) über 20% an Wert verloren hat. Keine Unterstützung war in der Lage die Öl-Bären aufzuhalten. Im frühen Handel notieren wir bei 60,48 USD, also am Tief der seit fünf Wochen anhaltenden Abwärtsbewegung. Ist das der Beginn eines Bärenmarktes? Gold profitierte wiederum in den vergangenen Wochen von einem Ausverkauf an den Aktienmärkten, einer rückläufigen 10-jährigen US-Anleiherendite (3,210%) sowie von einem kurzfristig schwächelnden USD. Seit Mittwoch wertet der USD allerdings wieder auf (USDIDX bei 96,69) und könnte daher das Aufwärtspotenzial beim Edelmetall begrenzen. Für Käufer ist ein Überwinden der 1.236,40 USD entscheidend (aktuell wieder bei 1.219 USD).

Die EU-Kommission veröffentlichte jüngst ihre neuen Konjunkturprognosen für Italien. Das Haushaltsdefizit (gemessen am BIP) dürfte 2019 und 2020 auf 2,9% bzw. 3,1% steigen. Damit liegen wir deutlich über den geplanten 2,4% der italienischen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega. Der Haushaltsstreit zwischen Brüssel und Rom bleibt weiterhin ungeklärt. Der nächste wichtige Termin ist der 13. November, dann muss Finanzminister Giovanni Tria einen neuen Entwurf vorlegen. Beim Brexit sind die Chancen auf ein Abkommen im November deutlich zurückgegangen. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier könne nicht sagen, wann ein Deal möglich wär (Kommentar vom Mittwoch) und forderte Großbritannien auf, Entscheidungen zu treffen. Die größte Hürde bleibt weiterhin die Grenzfrage zwischen dem EU-Mitgliedsstaat Irland und der Provinz Nordirland.     

Hinzukommt noch die Unsicherheit in der deutschen Politik hinsichtlich Angela Merkels angekündigter Rückzug aus der Politik. Dies sind alles Faktoren, die nicht für einen starken EUR sprechen. Der EURUSD bildete am Mittwoch bei 1,15 ein Wochen-Hoch aus und leitete daraufhin eine Umkehrung ein. Seitdem gerät die Gemeinschaftswährung weiter unter Druck. Am Donnerstagnachmittag scheiterte das Paar am zuvor ausgebildeten Tageshoch um die 1,1445. Die gesamten Wochengewinne wurden damit wieder abgegeben und ab 20:00 Uhr (FOMC-Zinsentscheid) beschleunigte sich diese Abwärtsbewegung. In diesem Kontext dürfte ein Test des Doppel-Tiefs bei 1,13 nur eine Frage der Zeit sein. Gelingt den EUR-Bullen eine Verteidigung oder wertet der USD weiter auf?  

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