mehr
09:39 · 18. Dezember 2018

Marktkommentar: Trump kritisiert Zinspfad der Fed

-
-
Konto eröffnen Kostenlose App herunterladen
  • S&P 500 testete gestern Tiefs von 2018
  • May kündigt Termin für Brexit-Abstimmung an
  • Italien einigt sich auf neuen Haushaltsentwurf
  • Europäische Inflation (VPI) verlangsamt sich
  • DE30 bewegt sich auf sehr dünnem Eis

Die Wall Street knüpfte aufgrund zunehmender Sorgen um eine weltweite Wachstumsverlangsamung zu Beginn der neuen Handelswoche an die beunruhigenden Verluste vom Freitag an. Der marktbreite S&P 500 fiel über 2% und notierte kurzzeitig auf dem tiefsten Kursstand des Jahres (2.530 Punkte). Am Montag geriet die Fed zudem vor ihrer letzten Jahressitzung in die Schusslinie von Donald Trump. "Es ist unglaublich, dass mit einem sehr starken Dollar und praktisch keiner Inflation die Außenwelt explodiert um uns herum, Paris brennt und China ist am Boden, die Fed sogar eine weitere Zinserhöhung in Betracht zieht. Nehmt den Sieg!", schrieb der US-Präsident über Twitter. Die Märkte erwarten allgemein eine vierte Zinserhöhung im Jahr 2018, aber zahlreiche Risikoquellen ließen jüngst Fragen über den zukünftigen Zinspfad der Fed aufkommen. Auch Peter Navarro, Handelsberater im Weißen Haus, bezeichnete die US-Notenbank als “verrückt” und betonte in einem Interview bei CNBC, dass der Fokus auf den Daten liegen sollte.

Gestriger Tweet von Trump. Quelle: Twitter

Nach der annullierten Brexit-Abstimmung vom 11. Dezember im britischen Parlament bleibt der EU-Austritt Großbritanniens 2018 weiter ungeklärt, laut Theresa May soll jedoch der neue Termin auf die dritte Januarwoche verlegt werden. Die Premierministerin hat somit etwas Spielraum, um die britischen Politiker von ihrem mit Brüssel ausgehandelten Deal zu überzeugen. Bis zum 29. März 2019, dem offiziellen Austrittsdatum, muss jedoch eine Lösung gefunden werden, um insbesondere einen “harten” Brexit zu vermeiden. Die größte Sorge liegt weiterhin beim “Backstop”, denn Kritikern zufolge könnte dieser Großbritannien langfristig an die EU-Strukturen binden.      

Italien soll sich bei einer Kabinettssitzung auf einen Haushaltsentwurf geeinigt haben, mit welchem das von der EU-Kommission angedrohte Disziplinarverfahren abgewendet werden könnte, hieß es am Montag. Die Pläne der populistischen Regierung mit einer hohen Verschuldung (ursprünglich 2,4% gemessen am BIP, angepasst an 2,04%) ihre Wahlversprechen einhalten und die italienische Wirtschaft wiederzubeleben zu wollen, stießen bei der EU auf großen Widerstand. Die positiven Neuigkeiten könnten ein wichtiger Schritt beim seit monatelang anhaltenden Haushaltsstreit zwischen Rom und Brüssel sowie bei der Bewertung des EUR sein.    

Die Gesamtinflation der Eurozone für November wurde von 2% auf 1,9% im Jahresvergleich revidiert. Nach einem Hoch bei 2,2% im Oktober, dem höchsten Niveau seit Dezember 2012, fällt das Preiswachstum auf den niedrigsten Stand seit Mai 2018. Bei der Kerninflation exklusive Energie und Lebensmittel war mit einer Verlangsamung von 1,1% auf 1% im Jahresvergleich eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Der EURUSD erlebte zwar seit Freitagnachmittag einen ordentlichen Anstieg, allerdings scheiterte das Paar gestern und während der heutigen Asien-Sitzung an der 1,1350er-Marke. Haben die EUR-Bullen noch Kraft für eine weitere Erholung? Der Widerstand wird vorerst respektiert, daher sollte die 1,13 weiter beobachtet werden, insbesondere wenn die USD-Schwäche nur temporär ist. Dennoch sollte eine allgemeine Erholung der Gemeinschaftswährung nicht ausgeschlossen werden. Einen entscheidenden Impuls dürfte das am Mittwoch veröffentlichte Ergebnis des FOMC-Treffens sowie die anschließende Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell liefern.

Am deutschen Aktienmarkt haben die Bären gestern ein klares Zeichen gesetzt. Der Test der 11.000 Punkte ist damit vorerst gescheitert und eine Annäherung an diesen Widerstand könnte sich in dieser Woche als schwierig erweisen. Im frühen Handel notiert der DE30 bei 10.708 Punkten, eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung der Jahrestiefs (10.580 Punkte) sollte daher nicht ausgeschlossen werden. Der Stochastik-Oszillator (14/3/3) deutet im W1-Chart auf einen ausverkauften Bereich hin und könnte Verkäufer zu weiterem Druck animieren. Die nächste übergeordnete Unterstützungszone wäre im größeren Bild erst bei 10.000 Punkten zu finden.          

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!

Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.

XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.

RISIKOHINWEIS für CFD

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 75% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.

Schließe dich weltweit
2 000 000 Investoren an