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08:47 · 19. Oktober 2018

Marktkommentar: Wall Street kämpft um Erholung

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  • 10-jährige US-Anleiherendite gewinnt an Attraktivität
  • USA/China-Handelskonflikt könnte sich zuspitzen
  • Brexit und Italien sorgen im Euroraum für Unsicherheit

Am Donnerstag geriet die Wall Street unter Druck, wobei der technologielastige Nasdaq mit einem Verlust von 2% am schwächsten performte. Nach abrupten Einbrüchen kämpfen nun alle drei großen US-Aktienindizes (S&P 500, Dow Jones, Nasdaq) um eine Erholung. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt aber weiterhin intakt (W1-Chart). Gegen Mitte/Ende September war bereits eine geringe Volatilität zu beobachten. Anleger könnten sich den globalen Risiken bewusster geworden sein, da Strafzölle die Produktionskosten erhöhen und auf der Profitabilität international agierender Unternehmen lasten. Einige haben bereits Gewinnwarnungen herausgegeben. Die Aussichten für die US-Konjunktur bleiben aber weiterhin optimistisch. Die damit verbundenen Zinsanpassungen erhöhten jedoch jüngst die Attraktivität der 10-jährigen US-Anleiherendite (aktuell bei 3,186%).  

Laut dem halbjährlichen Währungsbericht des US-Finanzministeriums wird die USA China nicht der Währungsmanipulation beschuldigen. Peking bekräftige, dass China keine Absicht hat, Einfluss auf die heimische Währung zu nehmen, um beim Handelskonflikt Druck auf die USA auszuüben. In den letzten Monaten war eine weitere Yuan-Abwertung zu beobachten, was eine Erhöhung des US-Handelsbilanzdefizits zur Folge hatte. Vor kurzem entschied sich Chinas Zentralbank (PBOC) sogar dazu, ihre Geldpolitik zu lockern (Mindestreservesatz gesenkt), um den Banken den Zugang zu Krediten zu erleichtern.

China setzt damit weiterhin auf Wachstum, um der Abschottungspolitik der USA entgegenzuwirken. Das heutige BIP-Update aus China (4:00 Uhr) zeigte, dass das Wachstum für das dritte Quartal nicht nur von 6,7% auf 6,5% zurückging, sondern auch den Konsens von 6,6% verfehlte. Das ist das langsamste Wachstum seit dem ersten Quartal 2009. Die anderen Daten für September waren gemischt. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte außerdem vor kurzem gewarnt, dass sich die derzeitigen Handelsspannungen auf einen Währungskrieg ausweiten könnten.

In Europa bleiben die Brexit-Unsicherheiten und die italienischen Haushaltspläne im Fokus. Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel äußerte sich am Donnerstag zu den Brexit-Fortschritten. Das Grenzproblem Irlands und die Zukunft des Binnenmarkts bleibt weiterhin ungelöst. Er forderte, dass der EU-Austritt Großbritanniens Konsequenzen haben müsse und man die wirtschaftlichen Vorteile nicht einfach so beibehalten könne. Beim EU-Gipfel am Mittwoch konnte wie erwartet kein Abkommen erzielt werden. EU-Politiker halten eine Lösung bis zum geplanten November-Termin für unrealistisch. Möglicherweise könnten wir frühestens im Dezember mit einem Brexit-Deal rechnen. Das Ergebnis bleibt weiterhin unklar und könnte das GBP belasten.

Die geplante Neuverschuldung (BIP-Defizit von 2,4%) der neuen italienischen Regierung zur Einhaltung ihrer Wahlversprechen stößt in Brüssel auf großen Widerstand. “Jede Überschuldung halte ich für gefährlich”, sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag. Die Zinsdifferenz der italienischen und deutschen Anleihen hat sich auf den höchsten Stand seit 2013 ausgeweitet. EZB-Präsident Mario Draghi warnte Italien gestern davor, dass eine Nichteinhaltung der EU-Vorschriften die Finanzierungskosten verschlechtern und damit auch das Wachstum belasten könnten. Das ohnehin schon hoch verschuldete Land könnte also die Eurokrise wiederbeleben und eine Erholung der Gemeinschaftswährung erschweren.  

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