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Marktkommentar:  Wall Street mit weiteren Verlusten

08:31 12. Oktober 2018
  • S&P 500 schließt unter 200-Tage-Linie
  • Trumps Kommentare sorgen für Unruhe
  • IWF warnt vor möglichem Währungskrieg
  • EZB widerstandsfähig gegenüber Italien-Hilfe

Die Wall Street hatte am Donnerstag erneut zu kämpfen, allerdings konnte die Abwärtsdynamik etwas gebremst werden. Der technologielastige Nasdaq war hierbei am widerstandsfähigsten, da er den Handelstag sogar mit einem kleinen Gewinn schloss. Der breiter aufgestellte S&P 500 schloss wiederum unter der 200-Tage-Linie. Dies haben wir zuletzt beim Abverkauf im März/April gesehen. Bei den Futures sahen wir bereits über Nacht Bemühungen, den Kurs wieder Richtung Norden zu bringen. Doch gelingt dem Aktienindex eine nachhaltige Erholung? Beim Leitindex Dow Jones sieht die technische Lage am optimistischsten aus. Dennoch ist die Gesamtsituation am US-Aktienmarkt kritisch zu sehen.

Donald Trump äußerte sich bei einem Interview bei Fox Business kritisch gegenüber der US-Notenbank: “Die Fed macht bei ihrer Aggressivität einen großen Fehler.” Außerdem sei er von Fed-Präsident Jerome Powell enttäuscht. Dies ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident den geldpolitischen Kurs der Fed kritisiert. Auch das Thema Handelskonflikte rückte jüngst wieder in den Vordergrund, insbesondere da der Handelsbilanzüberschuss Chinas gegenüber den USA im September von 31,05 auf 34,13 Mrd. USD auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Diese Entwicklung dürfte den Handelsstreit zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt weiter anheizen.

Trump sorgte mit seinen Kommentaren (“die Chinesen haben zu lange zu gut gelebt”) für weiteres Eskalationspotenzial. Andererseits warnte die IWF-Chefin Christine Lagarde zusätzlich vor einem Währungskrieg und appellierte auf das Hinarbeiten einer konstruktiven Lösung. Derzeit gibt es aber auch Widerstand aus den USA. Eine “Bewegung” von zahlreichen Verbänden, die das Vorgehen der US-Regierung in Handelsfragen sehr kritisch sieht, sorgt für Aufsehen. Insgesamt sollen die Handelsbeschränkungen monatlich 1,4 Mrd. USD kosten. Die Kosten treffen natürlich die Unternehmen und in der Folge die Verbraucher. Weiterer Protest könnte den US-Präsidenten vor den Kongresswahlen im November unter Druck setzen.

Neben Trumps Äußerungen zur Geldpolitik der Fed führten auch die neuen Inflationsdaten (VPI) aus den USA am Devisenmarkt für eine USD-Abwertung. Das Preiswachstum ging im September von 2,7% auf 2,3% im Jahresvergleich zurück, das ist die zweite Verlangsamung in Folge (erwartet wurden 2,4%). Andererseits gab es aus Europa EUR-freundliche Nachrichten. Die EZB sagte, dass sie nicht bereit sei, Italien ohne ein EU-Rettungsprogramm zu helfen. Die neue italienische Regierung (Fünf-Sterne-Bewegung und Lega) möchte durch ein höheres BIP-Defizitziel von 2,4% ihre Wahlversprechen einhalten.

Viele haben Sorge, dass das ohnehin schon hochverschuldete Land die Eurokrise wiederbeleben könnte. EZB-Insider bezeichnen die Situation als eine Art Test für die europäischen Mechanismen. Aufgrund all dieser Faktoren ist der jüngste Anstieg beim EURUSD durchaus berechtigt. Zum Zeitpunkt des Schreibens testen wir die 1,16-Marke. Der wichtigste Schritt, nämlich die Zurückeroberung der Unterseite der mehrmonatigen Konsolidierung (1,1550), war bisher erfolgreich. Doch kann das Paar eine Trendwende einleiten? In den letzten Wochen scheiterte die Gemeinschaftswährung bei ihren Ausbruchsversuchen oberhalb der 1,18.  

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