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09:55 · 1. März 2019

Marktkommtentar: Weiche Daten aus China lassen Hoffnungen aufkommen

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++ Weltweite erwarten  Anleger Neuigkeiten beim Handelsstreit ++ Caixin-EMI zum Fertigungssektor verbessert Stimmungsbild ++ DE30 profitiert ebenfalls von höheren Risikobereitschaft ++ May bleibt bis Mitte März Zeit für neuen Brexit-Deal ++

Am Donnerstag wurde der BIP-Bericht für das Schlussquartal 2018 aus den USA veröffentlicht, der aufgrund des “Government Shutdown” mit deutlicher Verspätung kam und von den Anlegern weltweit bereits erwartet wurde. Das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich von 3,4% auf 2,6% im Vergleich zum Vorquartal auf Jahresbasis weniger als erwartet (2,3%), da die Konsum- und Investitionsausgaben solide waren. Das von US-Präsident Donald Trump gesetzte 3%-Ziel konnte zwar nicht erreicht werden, inmitten der Sorgen einer weltweiten Konjunkturabkühlung ist dies jedoch ein respektables Ergebnis. Die Reaktionen an der Wall Street waren verhalten, da die drei großen US-Aktienindizes Kursrückgänge um die 0,3% verbuchten. Der marktbreite S&P 500 konnte seit seinem Tiefpunkt Ende Dezember über 20% an Wert gewinnen (Bullenmarkt) und technisch gesehen wäre eine korrektive Bewegung durchaus angebracht. Bisher konnte man größere Verluste vermeiden, andererseits reichte es nicht für ein neues Jahreshoch.

Hauptthema bleibt der Handelskonflikt zwischen den USA und China, da am Samstag die 90-Tage-Frist ausläuft und die Märkte auf ein neues Update gespannt sind. Trump signalisierte bereits, dass er den vorübergehenden “Waffenstillstand” verlängern wird, um mehr Verhandlungen für ein Handelsabkommen zu ermöglichen. Eine mit der Thematik vertraute Person sagte zudem, dass man bereits für Mitte März auf ein Trump-Xi-Treffen zur Unterzeichnung eines endgültigen Deals hinarbeite. Die Handelsspanne am US-Aktienmarkt war in dieser Woche bisher extrem eng und zeigt, dass die Anleger zwar an einen Deal glauben, aber nach bereits vielen Versprechungen und eingepreistem Optimismus Taten folgen müssen. Das Potenzial für übermäßige Kursbewegungen auf der Oberseite könnte daher begrenzt sein. Für den Fall, dass der S&P 500 die Handelswoche über der Widerstandszone um die 2.800 Punkte schließt, sollte ein solches Szenario dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Während der heutigen Asien-Sitzung sind bei den Wall-Street-Futures und den asiatischen Aktien Zuwächse zu beobachten, da der chinesische Caixin-EMI für das verarbeitende Gewerbe mit 49,9 Punkten auf ein 3-Monatshoch steigt und die Erwartungen übertraf. Dies hatte einen beruhigenden Effekt unter den Händlern und könnte auf einen “Boden” in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hindeuten. Der DE30 erreichte am Donnerstag nach einem schwachen Start am Ende des Tages wieder die Gewinnzone und scheint auch heute Morgen von der allgemein höheren Risikobereitschaft zu profitieren. Der 200er EMA ist in Reichweite und ein Schlusskurs oberhalb dieses Durchschnittswertes könnte das Vertrauen in den deutschen Aktienmarkt stärken.

Der offizielle Brexit-Termin liegt nur noch einen Monat vor uns. Jüngster Wendepunkt beim Brexit-Drama war die Entscheidung von Premierministerin Theresa May eine Abstimmung zur Verlängerung des Austrittstermins (möglicherweise um zwei bis drei Monate) in Aussicht zu stellen, sollte sie dem britischen Parlament keinen zufriedenstellenden Deal präsentiert haben. Die Verhandlungen in Brüssel laufen weiter und Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox versucht weiter mit den EU-Verantwortlichen bei der heiklen Grenzfrage zu Irland (“Backstop”) eine Lösung zu finden. Im Fokus stehen nun die drei für Mitte März geplanten Abstimmungen zu Mays “neuem” Abkommen, über einen No-Deal sowie zur Erweiterung von Artikel 50. Die Gefahr eines “harten” Brexits ist zwar zurückgegangen, allerdings könnte ein zweites Referendum wieder für Gesprächsstoff sorgen, zumindest wenn die Abgeordneten signalisieren, dass sie einen Deal von May nicht unterstützen.

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