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09:37 · 5. November 2018

Marktommentar: Stimmung an der Wall Street verschlechtert sich

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  • Kleine Wall Street-Rallye der vergangenen Woche wird unterbrochen
  • Sind Trumps Bemühungen beim Handelskonflikt ernst zu nehmen?
  • Starker NFP-Bericht dürfte Fed bei Straffungsprozess unterstützen
  • Erste Fortschritte bei Brexit-Verhandlungen hinsichtlich Grenzfrage
  • DE30 auf gefährlichem Terrain, übernehmen die Bären die Kontrolle?

Der jüngste Optimismus an der Wall Street dürfte größtenteils auf die zurückkehrende Hoffnung hinsichtlich des Handelsstreits zwischen den USA und China zurückzuführen sein. Nach einem regelrechten Einbruch im Oktober erlebte der US-Aktienmarkt (S&P 500, Dow Jones, Nasdaq) vergangene Woche eine kleine Rallye, wobei sich am Freitag die Stimmung wieder verschlechterte. Eigentlich fing alles ziemlich gut an. Am Montag sprach der US-Präsident in einem Interview mit Fox News von einem möglichen “great deal” mit China. Am Freitag berichtete Bloomberg außerdem davon, dass Trumps Regierung einen Entwurf für ein Handelsabkommen vorbereite. Die Aktienmärkte reagierten dementsprechend positiv. Die Erwartungen an das Treffen zwischen den beiden Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping im November (G20-Treffen in Argentinien) sind also hoch.

Viele stellen Donald Trumps Bemühungen jedoch in Frage, insbesondere vor dem Hintergrund der am Dienstag stattfindenden US-Zwischenwahlen. Der US-Präsident hat natürlich ein Interesse daran, die Demokraten daran zu hindern, im Repräsentantenhaus wieder die Kontrolle zu erlangen. Der Journalist Eamon Javers von CNBC schrieb am Freitag über Twitter: “Ein hochrangiger Verwaltungsbeamter sagt mir, dass der Bericht, dass Präsident Trump bereit sei, ein Handelsabkommen mit China zu schließen, nicht wahr ist. "Es ist noch ein langer Weg" bei den Verhandlungen, sagte der Beamte. Am Freitagnachmittag bestritt Larry Kudlow, ein Wirtschaftsberater Trumps, außerdem den genannten Bericht von Bloomberg, woraufhin die Wall Street ihre Intraday-Gewinne wieder abgab. Der marktbreite S&P 500 scheiterte damit an der 200-Tage-Linie. Droht ein neuer Abverkauf?

Beim EURUSD zeigt die letzte Wochenkerze, dass der USD seine Gewinne gegenüber dem EUR nicht halten konnte. Damit war das Paar in Lage dem Abwärtsdruck kurzfristig Stand halten. Entscheidend war der Abpraller an der 1,13er-Marke. Im D1- oder W1-Chart zeichnete sich daher ein Doppel-Tief ab. Die kurzfristige Abwärtstrendlinie (Hoch vom 24. September) könnte die Gewinne des EUR jedoch schnell begrenzen. Ansonsten bestätigt der NFP-Bericht am Freitag einen starken US-Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft übertraf mit +250 Tsd. deutlich die Erwartungen (+190 Tsd.). Der ADP-Bericht vom Mittwoch deutete bereits auf eine starke Veröffentlichung hin (+227 Tsd.). Ebenfalls überzeugend war das Lohnwachstum, das von einem günstigen Basiseffekt profitierte und von 2,8% auf 3,1% anstieg. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,7%. Insgesamt dürfte dies den Plan der Fed einer vierten Zinserhöhung im Dezember unterstützen.  

Im europäischen Kontext sind weiterhin der italienische Haushalt sowie die Unsicherheiten um den ungeklärten Brexit zu nennen. Bei den Verhandlungen zwischen Brüssel und London scheint es jedoch erste Fortschritte bei der Grenzfrage Irlands zu geben. Laut der Sunday Times (Montagausgabe) erklärte sich die EU bereit, ganz Großbritannien in der Zollunion zu behalten. Dies ist natürlich nur eine Übergangslösung, doch der Druck bis Ende März 2019 ein Abkommen zu erzielen steigt. Der Bericht wurde bisher zwar nicht bestätigt, doch spätestens nach der Kabinettssitzung am Dienstag könnten wir mehr Informationen erhalten. Das GPBUSD erlebte nach einem Wochen-Tief bei 1,2695 eine recht beeindruckende Aufholjagd. Zu Beginn der neuen Handelswoche eröffnete das Paar sogar mit einem bullischen Gap (aktuell 1,3011). Der wichtige Widerstand bei 1,3050 ist nicht mehr weit entfernt.

Der DE30 scheiterte am Ausbilden eines Bullish-Engulfing (Umkehrmuster) im W1-Chart. Der Großteil der Wochengewinne konnte zwar gehalten werden, doch der deutsche Leitindex bewegt sich weiterhin auf sehr gefährlichem Terrain. Die 200-Wochen-Linie wurde gerade so zurückerobert und die Bullen kämpfen weiterhin gegen den Trend. Am Montag ist eine leicht tiefere Eröffnung zu beobachten (aktuell 11.513 Punkte), doch die Kursrückgänge am Freitag in Kombination mit dem verhaltenen Stimmungsbild an der Wall Street könnten die Käufer erneut auf die Probe stellen. Insbesondere unterhalb der 11.380 Punkte (siehe M30-Chart) wird es kritisch. Sollte sich die Nachrichtenlage weiter verschlechtern, könnten die Bären bald wieder die Kontrolle übernehmen.      

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