Rohstoffanalyse: Öl, Erdgas, Gold und Kupfer (19.10.2021)

11:05 19. Oktober 2021

Öl

  • Der Ölpreis setzt seinen Aufwärtstrend fort. Brent hat jedoch die erste große Hürde im Bereich von $85 pro Barrel erreicht

  • Die Mercuria Energy Group hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Ölpreis im Falle eines harten Winters $100 pro Barrel erreichen wird. Sollte sich das Winterwetter als weniger streng erweisen, erwartet die Gruppe, dass die Ölpreise im Bereich von $80-$90 bleiben werden

  • Die Zahl der aktiven Ölbohranlagen in den Vereinigten Staaten steigt nicht. Die Zahl der nicht fertiggestellten Anlagen geht jedoch deutlich zurück (die Bauarbeiten werden aufgrund der niedrigeren Kosten abgeschlossen)

  • Die US-Schieferölunternehmen haben den Preisanstieg verpasst, da die Ölpreise bei $40 pro Barrel abgesichert sind. Aufgrund der starken Backwardation auf dem Ölmarkt sind die Unternehmen nicht in der Lage, die derzeitigen hohen Preise zu halten. Die Situation führt zu schlechten Aussichten für eine höhere US-Produktion

  • Gleichzeitig verschafft diese Situation der OPEC+ mehr Spielraum, um den Markt durch Beibehaltung oder Reduzierung der Produktionskürzungen weiter zu steuern

Ähnliche Aufwärtsimpulse auf dem Ölmarkt dauerten in den vergangenen Jahren mindestens 4-6 Monate. Der derzeitige Impuls besteht seit etwa zweieinhalb Monaten, was darauf hindeutet, dass die Preise noch Spielraum für einen Anstieg haben. Das Potenzial für gutes Wetter in Europa und auf der ganzen Welt bleibt ein Hauptrisiko, da dies die Ölnachfrage im Vergleich zur Erdgasnachfrage senken könnte. Quelle: xStation 5

Erdgas

  • Die Erdgaspreise in Europa und in den Vereinigten Staaten sind leicht gesunken. Die Heizsaison liegt jedoch noch vor uns, was zu noch größeren Preisschwankungen führen kann - Preisanstiege im Falle eines harten Winters und starke Preisrückgänge im Falle eines warmen Winters

  • Das derzeitige Wetter in den Vereinigten Staaten ist mild, was zu einem Aufbau der Lagerbestände vor Beginn der Heizsaison führen kann

  • Die Zahl der offenen Futures-Positionen ging deutlich zurück. Der Abbau wurde sowohl von Spekulanten als auch von kommerziellen Parteien vorgenommen

  • Gazprom steigerte die Erdgasproduktion. Die Produktionskapazität ist jetzt zu 93% ausgelastet

  • Die Temperaturen in Russland sind derzeit um etwa 3 Grad niedriger als im Jahr 2020, was darauf schließen lässt, dass mehr Gas im Inland verwendet werden könnte. Allerdings übersteigt die Produktion weiterhin die Inlands- und Exportnachfrage

  • Dennoch könnte ein weiterer Temperaturrückgang in Russland die Verfügbarkeit zusätzlicher Lieferungen nach Europa einschränken

Die Erdgasvorräte in den Vereinigten Staaten haben in letzter Zeit zugenommen. Der Beginn der regulären Heizsaison in den USA und Europa ist nur noch wenige Tage entfernt. Quelle: EIA

Die Erdgaspreise fielen auf den niedrigsten Stand seit der zweiten Septemberhälfte. Sollten sich die jüngsten Wettervorhersagen bewahrheiten, wäre ein Rückgang in Richtung der Aufwärtstrendlinie und der 100-Tage-Linie nicht auszuschließen. Die saisonalen Muster deuten auf eine kurze Seitwärtsbewegung bis Ende Oktober und einen Preishöhepunkt Anfang November hin. Quelle: xStation 5

Gold

  • Die Anleihekurse sind weltweit gesunken (und haben die Renditen in die Höhe getrieben). Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bleibt im Vergleich zur aktuellen Preiswachstumsdynamik auf einem relativ niedrigen Niveau

  • Betrachtet man die bisherige Jahresperformance, so sind die Anleihekurse so stark gefallen wie seit 2005 nicht mehr

  • Die Ankündigung des Tapering war in der Vergangenheit negativ für Gold, aber der Beginn des Tapering führte zu einer Erholung des Goldpreises

  • Taper Tantrum 2.0 könnte bereits hinter uns liegen

  • Andererseits entwickelt sich die Situation dieses Mal schneller. Zinserhöhungen könnten früher kommen. Dies birgt das Risiko, dass der Goldpreis unter Druck bleibt

Die Anleihekurse sind weltweit deutlich gesunken. Höhere Renditen haben einen negativen Einfluss auf Gold. Quelle: Bloomberg

Bitcoin deutet darauf hin, dass Gold auf einem niedrigeren Niveau gehandelt werden sollte. Quelle: xStation 5

Die Ankündigung des Tapering hatte in der Vergangenheit nur einen kurzen, negativen Einfluss auf den Goldpreis. Die Goldpreise erholten sich später wieder. Die Situation sah ähnlich aus, als das Tapering tatsächlich begann. Es sei darauf hingewiesen, dass der anschließende Rückgang des Goldpreises eine Folge der erwarteten Normalisierung der US-Geldpolitik war. Quelle: xStation 5

Kupfer

  • Energieengpässe in China haben zu Produktionsstopps in einigen Hütten geführt, darunter auch Kupferhütten

  • Die Kupfervorräte in China sind nach wie vor gering, die Lagerbestände an der LME fielen kurzzeitig auf den niedrigsten Stand seit 1998

  • Die spekulative Nachfrage ist auf den Markt zurückgekehrt, wie die Kursgewinne beim Bitcoin zeigen

  • Der Anstieg der Energiepreise könnte sich aufgrund des begrenzten Angebots (Hütten stellen den Betrieb ein) kurzfristig positiv auf die Kupferpreise auswirken

Kupfer wird in der Nähe seiner Allzeithochs gehandelt. Sollten wir einen Durchbruch erleben, wäre der nächste potenzielle Widerstand bei $11.750 zu finden - dem 127,2%-Retracement. Quelle: xStation 5
 

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