Rohstoffanalyse: Öl, Gold und Mais (01.06.2021)

15:42 1. Juni 2021

Öl

  • Der Ölpreis brach über die jüngsten lokalen Höchststände aus und erreichte den höchsten Stand seit 2018

  • Das Treffen der OPEC+ selbst wird wahrscheinlich keine Änderungen bringen, die aktuelle moderate Produktionserhöhung ist bis Juli gültig, was bedeutet, dass in den nächsten Wochen wahrscheinlich weitere Änderungen präsentiert werden. Aktuell ist von einer weiteren 3-Monats-Vereinbarung die Rede, bei der die Produktion um weitere 2 Mio. Barrel pro Tag erhöht werden soll

  • Die jüngsten technischen Prognosen der OPEC+ wiesen auf ein deutliches Defizit hin, das jedoch eher auf ein geringeres Angebot als auf eine wieder anziehende Nachfrage zurückzuführen ist

  • Auf der anderen Seite erhöhen viele Finanzinstitute ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage. Laut ANZ wird sich das Defizit im 3. Quartal auf 750 Tsd. Barrel pro Tag belaufen, während das Defizit im 4. Quartal 900 Tsd. Barrel pro Tag erreichen könnte, einschließlich der zusätzlichen 500 Tsd. Barrel pro Tag aus dem Iran 

  • Der Iran bleibt ein wichtiger Akteur auf dem Ölmarkt. Die Behörden gaben bekannt, dass das Land nach Aufhebung der Sanktionen seine Produktionskapazität auf 6,5 Mio. Barrel pro Tag erhöhen kann. Vor der Pandemie und den Sanktionen produzierte der Iran 4 Mio. Barrel pro Tag (obwohl die Produktion aufgrund von Vereinbarungen zur Produktionskürzung begrenzt war)

  • Die Gespräche über den Atomdeal müssen vor den Wahlen im Land Mitte Juni Fortschritte machen. In letzter Zeit wurde eine Rekordmenge an Urananreicherung durchgeführt, was ein Hindernis für Fortschritte in den Gesprächen sein könnte

  • Nichtsdestotrotz ist das Abkommen bereits vom Markt eingepreist, obwohl niemand erwartet, dass die Produktion 6 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird. Diese Menge hat der Iran in den 1970er Jahren produziert.

Die Prognosen gehen nicht davon aus, dass der Iran die Produktion bald wieder aufnehmen wird. Eine Einigung kann noch vor Ende August erzielt werden. Quelle: Bloomberg

Der Iran produziert über 2 Millionen Barrel pro Tag, exportiert aber offiziell „fast nichts". Daher ist das Inkrafttreten des Abkommens wichtig, nicht das Tempo der Produktionssteigerung. In diesem Fall könnte der Iran schnell anfangen, bis zu 2 bis 3 Mio. Barrel pro Tag zu exportieren. Das weitere Vorgehen des Irans könnte einen großen Einfluss auf den Ölmarkt haben. Quelle: Bloomberg

WTI durchbricht die jüngsten lokalen Hochs. Bleibt der Preis auf diesen Niveaus, läge der nächste wichtige Widerstand, den es zu beobachten gilt, bei 76,00 Dollar, wo sich das lokale Hoch aus 2018 befindet, unterstützt durch das lokale Tief aus 2012. Quelle: xStation 5

Gold

  • Der Goldpreis bleibt über der Marke von 1.900 Dollar pro Unze. Erneut tauchen auf dem Markt Kommentare auf, dass Gold eine Absicherung gegen Inflation sei, obwohl Untersuchungen zeigen, dass dies nicht der Fall ist

  • Langfristig und in Zeiten wirklich hoher Inflation macht sich Gold gut. Die bloße Überraschung und Angst vor Inflation führt zu einem Anstieg der Anleiherenditen, was negativ für Gold ist. Daher ist jetzt der Schlüsselfaktor, den es zu beobachten gilt, das Verhalten der Anleiherenditen, die die weitere Richtung des Goldpreises anzeigen können

  • ETFs haben in letzter Zeit Gold gekauft, aber es ist kein klarer Aufwärtstrend in Sicht. Spekulative Anleger hingegen sind in den Goldmarkt zurückgekehrt, was darauf hindeutet, dass einige Investoren von den Kryptowährungen abgewandert sind

  • Gold begann merklich zuzulegen, als Bitcoin um die 60.000-Dollar-Marke herum stagnierte. Interessanterweise konnte man an dem Punkt eine klare Korrelation zwischen Gold und Bitcoin Cash sehen. Das lag daran, dass Bitcoin damals im Vergleich zu anderen verfügbaren Vermögenswerten relativ teuer war

ETFs zeigen keine Beschleunigung des Kauftempos. Derweil kehren die Investoren an den Terminmarkt zurück. Quelle: Bloomberg

Der Goldpreis begann zu steigen, als Bitcoin über 60.000 Dollar ausbrach. Die Probleme von Bitcoin waren ein positives Signal für Gold und andere Vermögenswerte, einschließlich Altcoins und Token. Mögliche weitere Probleme auf dem Krypto-Markt wären sicherlich positiv für den Goldmarkt. Quelle: Bloomberg

Gold legte seit dem März-Tief fast 14 % zu. Dies wurde durch die Schwäche von Bitcoin verursacht, aber auch durch den fehlenden Anstieg der Anleiherenditen. Die letzte klare Preislücke im TNOTE-Chart hängt mit dem Rollover zusammen, sodass wir trotz vieler Anzeichen für Inflation immer noch keine Rückkehr des Anstiegs der Anleiherenditen sehen. Quelle: xStation 5 

Mais

  • Ungefähr 90% der Maisaussaat in den USA ist abgeschlossen

  • Weitere Bedenken bezüglich des Sommerwetters, das die potenzielle Maisernte reduzieren könnte, sind aufgetaucht

  • Die ersten Daten zur Qualität der US-Maisernte werden am späten Abend veröffentlicht

  • Trotz früherer Befürchtungen, dass China seine Käufe von Agrarrohstoffen stornieren könnte, läuft die Nachfrage des Landes gut und die Lieferungen verlaufen reibungslos

  • Das USDA hat letzte Woche bestätigt, dass in der neuen Saison mehr als 5,6 Millionen Tonnen Mais nach China verkauft wurden. Es ist der größte Verkauf dieses Rohstoffs nach China, der in diesem Jahr verzeichnet wurde

Nach einer Korrektur von 18% versucht sich der Maispreis zu erholen und ist seit dem jüngsten Tiefpunkt bereits um mehr als 10% gestiegen. Man kann sehen, dass die Saisonalität zeigt, dass potenzielle Tiefs Ende Juli auftreten können. Es gibt auch eine deutliche Reduzierung der Netto-Positionierung. Quelle: xStation 5
 

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