Rohstoffanalyse: Öl, Silber, Sojabohnen, Aluminium

17:05 4. Februar 2020

In dieser Rohstoffanalyse präsentieren wir vier Märkte, die interessant aussehen und/oder einige wichtige Preisbewegungen aufzeigten: Öl, Silber, Sojabohnen, Aluminium.

Öl:

  • Brent ist unter 55 USD und WTI unter 50 USD gefallen.
  • Die chinesische Nachfrage ist bereits um 1 Mio. Barrel gesunken. Der Rückgang könnte sich bis auf 3 Mio. Barrel vertiefen (20% der weltweiten Nachfrage).
  • Unterdessen soll China die Energieimporte aus den USA im Rahmen des Phase-1-Deals bis 2020 auf 18 Mrd. USD erhöhen. 
  • Die Ölimporte aus den USA könnten sprunghaft ansteigen, sobald das Coronavirus eingedämmt ist.
  • Auf der anderen Seite verheißt der Brent-WTI-Spread nicht Gutes für das US-Rohöl.

Ein signifikanter Rückgang des Brent-WTI-Spread verheißt nichts Gutes für das US-Rohöl. Quelle: Bloomberg

Der Ölpreis könnte bereits viele negativen Informationen eingepreist haben, fällt jedoch weiter unter eine entscheidende Unterstützungszone (Tiefs von 2019). Die nächste wichtige Unterstützung kann beim Fibo-Niveau von 123,6% (48 USD) gefunden werden. Quelle: xStation 5

Silber:

  • Der Silberpreis bleibt relativ niedrig, trotz einer möglichen Verlangsamung durch das Coronavirus.
  • Die anhaltenden Probleme in China könnten die Kupfernachfrage noch weiter dämpfen.
  • 70% der Silberproduktion hängt vom Kupfer-, Lithium- und Zinkbergbau ab.
  • Die Investitionsnachfrage nach Silber blieb Ende 2019 gering. Der schwache US-Dollar und die vorherrschende Besorgnis über den Wirtschaftsabschwung könnten den Edelmetallen jedoch wie vor einem Jahr zu einem Anstieg verhelfen.
  • Die ETFs kauften 2019 etwa 80 Mio.Unzen Silber.
  • Die spekulative Positionierung auf Silber bleibt auf einem extrem hohen Niveau. Dies ist ein Risikofaktor für eine mögliche Rallye.

Die Silberproduktion befindet sich hauptsächlich in Südamerika und ist an den Abbau anderer Metalle gebunden. Quelle: CPM Group, GoldSilber

Silber scheint überkauft zu sein. Auf der anderen Seite haben die ETFs trotz eines mehrmonatigen Preisrückgangs ihre Bestände erhöht. Quelle: Bloomberg

Sojabohnen

  • Das Handelsabkommen sollte keine größeren Auswirkungen auf die US-Sojabohnenexporte haben.
  • Die Coronavirus-Krise könnte die Chancen für eine Erholung der Exporte in der ersten Jahreshälfte schmälern.
  • Die US-Exporte nach China liegen unter dem 5-Jahresdurchschnitt. Die Erwartungen an den Sojabohnenmarkt sind höher als erwartet. 
  • Die Zahl der Long-Positionen bleibt nach wie vor niedrig.

Die Sojabohnenexporte nach China liegen unter dem 5-Jahresdurchschnitt. Es wird jedoch erwartet, dass China weiterhin Sojabohnen aus Südamerika importiert. Quelle: Bloomberg.

Die Zahl der Long-Positionen ist nach wie vor gering. Quelle: Bloomberg

Aluminium:

  • Vorübergehend geschlossene Produktionsstätten in Brasilien und China sollen wieder eröffnet werden. 
  • Erhöhte Produktionskapazität in Russland übt Druck auf die Preise aus.
  • Mögliche wirtschaftliche Verlangsamung führt zu Besorgnis über die Nachfrage in der ersten Hälfte des Jahres 2020.
  • Capital Economics erwartet bis Ende des Jahres ein deutliches Nachfragewachstum. 
  • Norsk Hydro, Alcoa und Rio Tinto erwägen eine Begrenzung der Aluminiumproduktion bei niedrigen Preisen.
  • Coronavirus könnte zu einem Wiederanstieg der Aluminiumpreise führen. 
  • Das Basisszenario geht davon aus, dass der Aluminiummarkt in diesem Jahr weiterhin ein erhebliches Überangebot aufweist, was den Spielraum für eine Preiserholung einschränkt. 

Der Aluminiumpreis testet eine entscheidende Unterstützung, die mit dem Tief von 2019 und dem Fibo-Niveau von 78,6% gekennzeichnet ist. Bei einem Durchbruch sind die nächsten Unterstützungen bei 1.600 und 1.500 USD pro Tonne zu finden. Quelle: xStation 5
 

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