Rohstoffanalyse: Öl, Sojabohnen, Zucker und Palladium (30.03.2021)

14:25 30. März 2021

Öl

  • Der Verkehr im Suezkanal wurde nach einer wochenlangen Blockade wieder aufgenommen. Die Räumung der Wasserstraße drückte auf die Preise, doch letztlich konnte das Rohöl den gestrigen Tag mit einem Plus beenden

  • Saudi-Arabien möchte, dass die aktuellen Produktionskürzungen verlängert werden. Russland könnte sich dem widersetzen

  • Es ist anzumerken, dass das aktuelle Defizit von 3 Millionen Barrel pro Tag durch die Produktionskürzungen in Saudi-Arabien gestützt wird. Saudi-Arabien produziert möglicherweise bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag weniger im Vergleich zu seiner normalen Produktion

  • Die Entscheidung, ob die freiwillige Kürzung um 1 Millionen Barrel pro Tag fortgesetzt werden soll, wird am Donnerstag getroffen

  • Es besteht kein unmittelbares Risiko, dass iranisches Rohöl auf den Markt zurückkehrt

Der Ölpreis befindet sich nach dem Abpraller von der 60-Dollar-Marke erneut an einer wichtigen technischen Stelle. Die OPEC+ könnte möglicherweise beschließen, zumindest vorübergehend die Produktion zu drosseln, was die Preise in Richtung des 63-Dollar-Bereichs drücken könnte. Eine Erholung von diesem Bereich könnte dazu führen, dass sich ein inverses SKS-Muster auf dem Chart abzeichnet. Auf der anderen Seite könnte ein Rückgang in Richtung des 60-Dollar-Bereichs zu einem Doppelboden führen. Quelle: xStation 5

Sojabohnen

  • Starker Rückgang der US-Lagerbestände durch Anstieg des Inlandsverbrauchs und Zunahme der Exporte nach China

  • Wenn China die Importe von US-Sojabohnen weiter steigert, könnten die US-Lagerbestände komplett aufgebraucht werden. Die Vorräte sind bereits auf einem extrem niedrigen Niveau

  • Die US-Endbestände bleiben auf extrem niedrigem Niveau, während die Stocks-to-use auf 5% gefallen sind

Die fundamentale Situation in den USA deutet darauf hin, dass die Sojapreise aufgrund des begrenzten Angebots weiter steigen könnten. Quelle: Bloomberg, USDA, XTB

Die Bloomberg-Schätzungen deuten darauf hin, dass das Verhältnis von Mais- und Sojabeständen zum Verbrauch weltweit weiter sinkt. Das bedeutet, dass der Superzyklus bei diesen Rohstoffen möglicherweise noch nicht beendet ist. Quelle: Bloomberg

Die Sojabohnen könnten auf den ersten monatlichen Rückgang seit Mai 2020 zusteuern. Die Nettopositionierung beginnt von extrem hohen Niveaus zu fallen. Die Korrektur im Jahr 2011, die nach dem Erreichen von Rekordhöhen und einer ähnlich extremen Positionierung einsetzte, führte zu einem Preisrückgang von 1.800 Cents pro Scheffel auf ein Niveau von 1.350 Cents pro Scheffel. Quelle: xStation 5

Zucker

  • Die Zuckerpreise fallen inmitten der jüngsten Korrektur am Ölmarkt

  • Niedrigere Ölpreise führen zu einer geringeren Nachfrage nach Biokraftstoffen. Das bedeutet, dass mehr Zucker für den Konsum zur Verfügung steht

  • Zucker wird unterhalb einer wichtigen Preiszone gehandelt. Dennoch deuten saisonale Muster auf eine mögliche Preiserholung im Mai hin

  • Dies hängt mit den Rohstofflieferungen in Brasilien zusammen, da die Häfen des Landes für Sojabohnenexporte genutzt werden, was das Potenzial für Zuckerexporte verringert

  • Die größten Zuckerlieferungen finden im Mai statt - theoretisch könnte der Preis einen tieferen Rückgang erleben, wenn es keine Probleme mit den Lieferungen oder dem Wetter gibt

  • Darüber hinaus hat sich die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Sojabohnen nach den jüngsten starken Gewinnen auf dem Sojamarkt in Kombination mit einem günstigen BRL deutlich erhöht. Dies könnte einige Landwirte ermutigen, auf Soja umzusteigen

Die jüngsten Rückgänge auf dem Ölmarkt haben einen negativen Einfluss auf den Zuckerpreis. Außerdem bleibt der BRL sehr günstig, was bedeutet, dass die Produzenten keine Gründe sehen, die Exporte zu begrenzen. Die Positionierung bleibt sehr flach, ähnelt aber der Situation von 2016, als ein lokales Hoch auf dem Zuckermarkt erreicht wurde. Nichtsdestotrotz könnte eine potenzielle Preiserholung im Mai stattfinden, wenn Lieferprobleme zu einem wichtigen Faktor werden könnten. Quelle: xStation 5

Palladium

  • Palladium korrigiert nach der jüngsten Preisrallye massiv um 200 Dollar

  • Die obere Begrenzung der vorherigen halbjährigen Handelsspanne bei 2.500 Dollar ist eine wichtige Unterstützung

  • Palladium hat nur wenige lange Konsolidierungsphasen erlebt und die aktuelle könnte der von 2013 ähnlich sein

  • Platin bleibt eine günstigere Alternative zu Palladium, was ein Schlüsselfaktor für die Begrenzung eines weiteren Anstiegs der Palladiumnachfrage sein könnte

Die jüngste Preisentwicklung von Palladium könnte dem ähneln, was vor genau einem Jahr geschehen ist. Andererseits scheint die fundamentale Situation höhere Preise zu unterstützen. Quelle: xStation 5

Nornickel deutete an, dass sich die Nachfrage und das Angebot nach Palladium im Jahr 2021 ausgleichen werden. Andererseits könnten Minenüberflutungen, die in diesem Jahr stattfanden, die Produktion des Unternehmens um 15 bis 20% einschränken. Nornickel ist der größte Palladiumproduzent der Welt. Händler sollten auch bedenken, dass es in Südafrika wie schon vor einem Jahr zu Problemen kommen könnte (nicht nur wegen Covid-19, sondern auch wegen Energieknappheit). Quelle: Nornickel
 

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