- Annäherung an die Schlüsselmarke von 1,1600
- Auspreisen von US-Zinserhöhungen
- Stimmungsumschwung am Derivatemarkt
- Annäherung an die Schlüsselmarke von 1,1600
- Auspreisen von US-Zinserhöhungen
- Stimmungsumschwung am Derivatemarkt
Das Währungspaar EURUSD setzt seine dynamischen Gewinne nach dem Wochenende fort (+0,3 %) und nähert sich erstmals seit zwei Monaten der psychologisch wichtigen Marke von 1,1600. Der Markt preist Erwartungen an eine restriktive Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) zunehmend aggressiv aus. Zugleich schmilzt die geopolitische Risikoprämie des US-Dollars angesichts einer Reihe enttäuschender US-Wirtschaftsdaten ab.
► EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD
Technische Analyse: EURUSD (D1)
Nach einer Verlangsamung in der ersten Augusthälfte versucht der EURUSD den Ausbruch aus der Konsolidierung und bewegt sich oberhalb der exponentiellen beweglichen Durchschnitte der letzten 100 und 10 Tage (EMA100 / Dunkelviolett; EMA10 / Gelb). Das Währungspaar hat seit Freitag knapp 0,6 % zugelegt und testet den im Juni etablierten Widerstand.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht an der Schwelle zum überkauften Bereich (über 70; aktuell bei 65). Dies könnte den Anstieg über die Hürde von 1,1600 vorerst begrenzen – insbesondere mangels direkter makroökonomischer Katalysatoren (die Verbraucherpreise der Eurozone folgen am Mittwoch, die Einkaufsmanagerindizes am Freitag).

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 17.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Source: xStation5
Der heutige Handelstag ist entscheidend für die EURUSD Prognose:
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Bullisches Szenario: Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 1,1600 würde den neuen Aufwärtstrend festigen – selbst im Falle unwahrscheinlicher Enttäuschungen auf der Euro-Seite (wie deutlich schwächer als erwartet ausfallenden HICP- oder PMI-Daten).
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Bärisches Szenario: Fällt der Kurs hingegen auf das Niveau des Freitagschlusses zurück, bleibt die weitere Dollar-Schwäche von kommenden US-Konjunkturdaten abhängig. Der EURUSD dürfte sich in diesem Fall zunächst in der Spanne zwischen 1,1550 und 1,1600 bewegen.
Fed-Zinserwartungen suchen nach neuem Tiefpunkt
Der Haupttreiber hinter dem Kursanstieg des Euro ist der Rückgang der US-Zinserwartungen. Die vergangenen zwei Wochen brachten eine Reihe enttäuschender US-Makrodaten, was den Argumenten der Fed-Falken für weitere Zinserhöhungen die Grundlage entzog:
- Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (NFP) fiel im Juli überraschend um etwa 20.000 Stellen.
- Inflation: Die Kerninflation sank auf den niedrigsten Stand seit 2021.
- Konsum: Hohe Kraftstoffpreise belasteten die Verbraucher (unerwarteter Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 0,6 % im Monatsvergleich).
Die US-Inflation verlangsamt sich sowohl auf Konsumenten- (CPI) als auch auf Produzentenebene (PPI). Wichtig für die mittelfristige EURUSD Prognose: Der verlangsamte Preisanstieg betrifft auch weniger volatile und von Ölpreisen unabhängige Sektoren (Kerninflation).Quelle: XTB Research, Macrobond
Der Anleihemarkt spiegelte diese Entwicklung wider: Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt 7 Basispunkte unter ihren Höchstständen von Ende Juli. Die sich wieder ausweitende Renditedifferenz zwischen Deutschland und den USA diente als direkter Katalysator für die Erholung des EURUSD.
Quelle: XTB Research, Bloomberg

Der Renditeabstand zwischen deutschen und US-amerikanischen 10-jährigen Anleihen (unteres Diagramm, rot) stützte weitere Kursgewinne des EURUSD. Quelle: XTB Research, Bloomberg
Der Markt baut bärische EURUSD-Positionen ab
Parallel zu den Bewegungen am Spotmarkt vollzieht sich eine Umschichtung am Derivatemarkt. Dies deutet auf eine nachhaltige Verschiebung des Anleger-Sentiments hin. Zwar zeigen die Nettopositionen der spekulativen Marktteilnehmer laut CFTC-Daten weiterhin ein Übergewicht an Short-Positionen, der Optionsmarkt signalisiert jedoch einen deutlichen Rückgang der Absicherungskosten gegen fallende EURUSD-Kurse.
Hauptgrund hierfür ist die Verlagerung des Marktfokus vom Ölpreis hin zu den US-Wirtschaftsdaten und der Fed-Politik. Während Rohöl der Sorte Brent weiterhin nahe 90 US-Dollar pro Barrel handelt, hat die Preisschwankung nachgelassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) – die empfindlicher auf Energiepreisrisiken reagiert – verfügt derzeit über mehr Argumente für eine straffe Geldpolitik als die Fed.
Quelle: XTB Research, Bloomberg
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Aleksander Jablonski, XTB Quant Analyst
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