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- Entscheidung vertagt auf VPI-Daten
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Die heutige EUR/USD-Sitzung wird von den Erwartungen vor der wichtigsten Veröffentlichung der Woche dominiert: dem US-Arbeitsmarktbericht (NFP). In den letzten Tagen hat sich der Ausblick für die EURUSD Prognose und die US-Geldpolitik deutlich verkompliziert. Kevin Warsh äußerte sich während des Jackson Hole Symposiums besonders hawkish und argumentierte, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und die Fed noch viel Arbeit vor sich habe. Christopher Waller schlug dagegen eine deutlich taubenhaftere Tonart an und deutete an, dass die Zinsen im September unverändert bleiben könnten, wenn sich die Inflation weiter verbessert.
► EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD
Auch die Renditen von US-Staatsanleihen sind in den letzten Wochen kräftig gestiegen. Der Markt muss nun bewerten, ob der heutige Arbeitsmarktbericht Warshs restriktive Haltung bestätigt oder Wallers Sichtweise und die Möglichkeit einer Zinspause im September stützt.
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 04.09.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Key-Faktoren für die EURUSD Prognose
Warsh legt die Latte für eine taubenhafte Fed höher
Die größte Veränderung im Vergleich zu den Vorwochen ist die Kommunikation der Fed-Führung. In seiner Rede in Jackson Hole argumentierte Kevin Warsh, dass die Fed den Kampf gegen die Inflation nicht einfach deshalb für beendet erklären könne, weil sich die jüngsten Werte etwas verbessert haben.
Warsh wies darauf hin, dass die Besserung bei den Inflationsdaten noch nicht stark genug sei, um Vertrauen zu schaffen, dass sich die Teuerung im richtigen Tempo auf das Ziel zubewegt. Aus seiner Sicht hat die Fed noch Arbeit vor sich, während die Finanzierungsbedingungen die Wirtschaft nicht ausreichend bremsen. Für die EURUSD Prognose ist das von Bedeutung, da selbst schwache Arbeitsmarktdaten nicht mehr automatisch das Ende von Zinserhöhungserwartungen signalisieren.
Der heutige NFP-Bericht muss daher nach mehr als nur der Schlagzeile über die neu geschaffenen Stellen beurteilt werden. Das Lohnwachstum, die Arbeitslosenquote und Revisionen früherer Zahlen werden ebenso wichtig sein.
Waller nimmt eine deutlich taubenhaftere Haltung ein
Christopher Waller legte am folgenden Tag eine wesentlich taubenhaftere Einschätzung vor. Seiner Ansicht nach bieten die jüngsten Daten genügend Anlass, um auf weitere Informationen zu warten. Wenn die August-Inflation weiterhin Verbesserungen zeigt, wäre Waller bereit, eine Beibehaltung der Zinsen auf der September-Sitzung der Fed zu unterstützen.
Seine Äußerungen kamen nur wenige Tage, nachdem Warsh eine sehr restriktive Botschaft übermittelt hatte. Der Markt reagierte mit einem Rückgang der Erwartungen für eine Zinserhöhung im September. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt fiel auf etwa 50 %, verglichen mit deutlich über 60 % nur wenige Tage zuvor.
Waller schloss eine Zinserhöhung jedoch nicht aus. Seine Position ist an Bedingungen geknüpft: Verlangsamt sich die Inflation weiter, spricht er sich für unveränderte Zinsen aus; zieht der Preisdruck wieder an, könnte er eine Erhöhung mittragen. Die Fed bleibt somit extrem abhängig von den kommenden Konjunkturdaten.
Der Anleihemarkt sendet ein wichtiges Signal für den Chart des Tages
Ein weiterer zentraler Baustein im aktuellen Bild ist der US-Staatsanleihemarkt. Im heutigen Chart des Tages zeigt sich, wie stark die Renditen in den letzten Wochen gestiegen sind: Die Rendite 10-jähriger US-Anleihen erreichte mit knapp 5 % den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Nach Wallers taubenhaften Kommentaren gaben die Renditen etwas nach.
Investoren müssen nun feststellen, ob die erhöhten Renditen hauptsächlich das Ergebnis von Erwartungen höherer Fed-Zinsen sind oder ob auch strukturelle Faktoren eine Rolle spielen – darunter das hohe Angebot an US-Anleihen, der fiskalische Ausblick und gestiegene Rohstoffpreise.
Für die EURUSD Prognose ist das entscheidend: Bleiben die Treasury-Renditen hoch oder steigen weiter, könnte der US-Dollar gestützt bleiben, selbst wenn die Fed nicht sofort eine weitere Zinserhöhung liefert. Sollte der Anleihemarkt stattdessen beginnen, niedrigere Zinsen aggressiver einzupreisen, könnte der Druck auf den US-Dollar zunehmen.
NFP als zentraler Belastungstest im Chart des Tages
Der heutige Arbeitsmarktbericht wird ein wichtiger Test für die aktuellen Markterwartungen sein. Der Konsens rechnet mit rund 56.000 bis 58.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft für August. Die Arbeitslosenquote wird bei etwa 4,1 % erwartet, während sich das Lohnwachstum auf rund 3 % gegenüber dem Vorjahr verlangsamen soll.
Der Markt erwartet somit keine starke Erholung des US-Arbeitsmarktes. Nachdem die Beschäftigung im Juli um 23.000 Personen gesunken war, wird für August nur ein moderater Anstieg prognostiziert. Der Bericht könnte zudem durch Einmaleffekte verzerrt sein, was bedeutet, dass die Schlagzeile allein kein vollständiges Bild liefert. Anleger werden Löhne, Arbeitslosigkeit und Revisionen der Vormonate genau im Auge behalten.
Ein schwacher NFP führt nicht zwangsläufig zu einer starken EURUSD-Rallye
In den vergangenen Wochen wurden schwache Arbeitsmarktdaten fast automatisch als Argument für das Ende der Fed-Zinserhöhungen interpretiert. Nun ist die Situation anders, weil Warsh den Fokus klar auf die Inflation gelegt hat.
Fällt der heutige NFP schwach aus, könnte der EUR/USD im ersten Impuls zwar deutlich steigen, die Treasury-Renditen könnten fallen und die Märkte die Zinserhöhungserwartungen für September weiter reduzieren. Bleibt das Lohnwachstum jedoch erhöht, steigt die Arbeitslosigkeit nicht an und fallen Revisionen früherer Zahlen nicht besonders negativ aus, könnte die anfängliche Reaktion rasch verfliegen. Zudem könnte der Verbraucherpreisindex (CPI) für August am 11. September für die Fed noch wichtiger werden als der NFP selbst.
Ein starker NFP könnte das Szenario höherer Zinsen wiederbeleben
Fällt der Stellenaufbau deutlich über den Erwartungen aus und bleibt das Lohnwachstum stark, könnten die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September wieder anheben. In diesem Fall würden die Daten Warshs Botschaft aus Jackson Hole stützen.
Die Renditen von US-Staatsanleihen könnten erneut steigen und dem Dollar zusätzlichen Auftrieb verleihen. Für die EURUSD Prognose würde dies erneuten Abwärtsdruck bedeuten. Entscheidender als das bloße Übertreffen des Konsenses um einige tausend Stellen ist jedoch, ob der Bericht die Wahrnehmung der Anleger bezüglich der Handlungsfähigkeit der Fed am 16. September verändert.
Der Euro bleibt vergleichsweise gut gestützt
Gegenüber den schwankenden Erwartungen an die Fed erhält der Euro weiterhin Unterstützung vom Zinsmarkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich nach wie vor auf einem Kurs, den die Märkte als restriktiver einschätzen als noch vor wenigen Wochen. Die Märkte preisen eine weitere EZB-Zinserhöhung im September ein, während Teile der Zinskurve sogar auf die Möglichkeit weiterer Straffungen vor Jahresende hindeuten.
Der EUR/USD wird daher in zwei Richtungen gezogen:
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Auf der einen Seite: Warshs hawkish eingestellte Haltung und die erhöhten US-Anleiherenditen.
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Auf der anderen Seite: Wallers taubenhafterer Ansatz, ein schwächerer US-Arbeitsmarkt und vergleichsweise restriktive Erwartungen an die EZB.
Der heutige NFP-Bericht im Chart des Tages dürfte bestimmen, welcher dieser Faktoren in den kommenden Tagen den größeren Einfluss auf den Devisenmarkt ausüben wird.
Zusammenfassung & Fazit zur EURUSD Prognose
Die Situation hat sich in den letzten Tagen spürbar verkompliziert. Warsh hat klargestellt, dass die Fed den Kampf gegen die Inflation nicht als beendet betrachten kann, während Waller glaubt, dass die Notenbank abwarten kann, wenn sich die eingehenden Daten weiter verbessern.
Der heutige Arbeitsmarktbericht liefert einen weiteren wichtigen Baustein. Ein schwacher NFP könnte die Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung dämpfen und den EUR/USD stützen – nach Warshs Kommentaren könnte die Auswirkung jedoch begrenzter ausfallen als zuvor. Ein starker Bericht, insbesondere in Verbindung mit solidem Lohnwachstum, könnte hingegen die Erwartungen an höhere Zinsen anheizen und den US-Dollar stärken.
Selbst der heutige Bericht wird voraussichtlich keine endgültige Antwort liefern. Am 11. September erhalten die Märkte die US-Inflationsdaten (CPI) für August, und letztlich könnte die Teuerungsrate darüber entscheiden, ob die Fed den nächsten Zinsschritt vollzieht.
Für die aktuelle EURUSD Prognose geht das Währungspaar mit einer klaren Divergenz der Fed-Erwartungen in die wichtigste Phase der Woche. Warsh fordert weiterhin den Fokus auf die Inflation, Waller möchte weitere Daten abwarten, und der Anleihemarkt preist weiterhin erhöhte Risiken ein. Der heutige Chart des Tages rund um den NFP wird zeigen, welches dieser Narrative in den nächsten Tagen die Oberhand gewinnt.
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