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10:45 · 11. Februar 2019

Marktkommentar: Chinesische Anleger kehren an die Märkte zurück

  • Ergebnis der Handelsgespräche weiter ein Unsicherheitsfaktor
  • Ölrallye von Ende 2018 kann vorerst nicht wieder aufgenommen werden
  • DE30 schloss die Woche unterhalb der wichtigen 11.000 Punkte-Marke

Die Asien-Sitzung zu Beginn der neuen Handelswoche war gemischt, nur die chinesischen Aktien hielten sich gut, da die Händler nach dem Neujahrsfest an die Märkte zurückkehren und etwas nachzuholen haben. Daher könnte es fraglich sein, ob die bessere Performance im Vergleich zu anderen Aktienindizes aus der Region nachhaltig ist. Weltweit haben die Aktienmärkte in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche angefangen zu schwächeln, da die Sorgen um eine Wachstumsverlangsamung die Investitionen zurückhalten und die Ertragslage der Unternehmen belastet. Hauptrisikoquelle bleibt daher der ungelöste Handelsstreit zwischen den USA und China. In dieser Woche beginnt in Peking eine neue Verhandlungsrunde, wobei die hochrangigen Gespräche zwischen Chinas Vizeministerpräsident Liu He und den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Steven Mnuchin für Donnerstag und Freitag geplant sind. Donald Trump sagte in diesem Kontext jedoch, dass ein Treffen mit Xi Jinping in diesem Monat “unwahrscheinlich” sei. "Wir werden diese Woche wahrscheinlich keine Neuigkeiten erhalten, die besagen, dass ein Deal gemacht wird" sagt Kerry Craig, Global Market Strategist bei JPMorgan Asset Management. Die Anleger dürften also weiter auf die Folter gespannt werden. Nach einem raketenähnlichen Start ins neue Jahr aufgrund eines überschwänglichen Optimismus, könnte das Börsensprichtwort “buy the rumor, sell the fact” jedoch an Bedeutung gewinnen und den Abwärtsdruck erhöhen.

Die Ende 2018 eingeleitete Ölrallye wurde gestoppt und bei der Ölsorte Brent (61,70 USD) war in den vergangenen vier Wochen ein nachhaltiges Überwinden der 63 USD-Marke nicht möglich. Die Nachfragesorgen scheinen die Bemühungen der OPEC+ ihre Produktionsmenge zu kürzen als auch die US-Sanktionen gegenüber Venezuela zu überschatten. Laut den Daten des Frachtverfolgungs- und Nachrichtendienstes Kpler fiel der Fluss des OPEC-Rohöls im Januar auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Andererseits erwartet das US-Energieministerium, dass sich die US-Produktion 2019 deutlich verlangsamen wird. Die Angebotsverknappung am Ölmarkt könnte für ein bullisches Szenario sprechen, allerdings nur wenn die Nachfrage entsprechend mitspielt. Auch hier könnten die Ergebnisse beim Handelsstreit zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt über Erholung oder Ausverkauf entscheiden. Brent eröffnet am Montag ca. 0,8% tiefer und hat kurzfristig einen Boden um die 61,50 USD ausgebildet. Seit etwas mehr als einen Monat bewegt sich der Markt in einer Konsolidierung von 59 bis 63 USD. Der DE30 (11.947 Punkte) baute am Freitag auch am dritten Tag in Folge seine Verluste aus, wobei die Dynamik vom Donnerstag gebremst wurde und die Handelswoche bei 10.946 Punkte geschlossen wurde. Die Zurückeroberung der 11.000 Punkte-Marke stellt eine wesentliche Aufgabe dar, um einen weiteren Ausverkauf zu vermeiden.   

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