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08:32 · 7. September 2018

Marktkommentar: Wall Street unter Druck, Risiken in Schwellenländern nehmen zu

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  • Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten verschlechtert sich
  • Handelskonflikte (USA vs. China, USA vs. Kanada) sorgen für Unsicherheiten
  • DE30: Abwärtsbewegung hält seit einer Woche an  

Die drei wichtigsten Aktienindizes der Wall Street geraten in dieser Handelswoche unter Druck. Der S&P 500 zieht sich von seinem neuesten Allzeithoch zurück, der Nasdaq weist die stärksten Rückgänge auf, während der Dow Jones am widerstandsfähigsten zu sein scheint. Es stellt sich nun die große Frage: Einleitung einer Trendwende oder nur eine korrektive Bewegung? Die ISM-Indizes zum verarbeitenden Gewerbe und zum Dienstleistungssektor haben diese Woche mit 61,3 und 58,5 Punkten die Erwartungen deutlich übertroffen. Dies zeigt, dass auch der August ein starker Monat für die US-Wirtschaft war. Allerdings haben sich einige Datenpunkte jüngst verschlechtert und die Situation in anderen Regionen der Welt sieht weitaus weniger optimistisch aus. Die US-Aktienmärkte dürften mit ihrer letzten starken Performance alleine dastehen.

Insbesondere die globalen Handelskonflikte sowie die kritische Lage in den Schwellenländern belasten derzeit die Finanzmärkte. Die Verhandlungen zwischen den USA und China haben bisher keine Früchte getragen und die Märkte erwarten, dass Donald Trump mit der Erhebung weiterer Strafzölle auf chinesische Waren in Höhe von 200 Mrd. USD fortfährt. Die Details bezüglich Zollsatz, betroffene Produkte und Umsetzung (Stückelung in kleinere Pakete?) könnten hier entscheidend sein. China hat aber bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Auswirkungen eines weltweit zunehmenden Protektionismus sollten klar sein, doch offenbar ist man bereit, das weltweite Wirtschaftswachstum zu gefährden.

Auch die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada zur Neuausrichtung des NAFTA-Abkommens haben bisher nicht zu einem Ergebnis geführt. Die USA und Mexiko konnten bereits eine Einigung erzielen. Donald Trump erhöhte aber auch hier letzte Woche den Druck auf die kanadische Regierung: "Es gibt keine politische Notwendigkeit, Kanada im neuen NAFTA-Abkommen zu behalten". Des Weiteren geben die Entwicklungen in den Schwellenländern Grund zur Sorge. Insbesondere die schwache Performance des argentinischen Peso (-50%) und der türkischen Lira (-43%) sind hier zu nennen. Die Fed könnte angesichts der starken US-Konjunkturlage ihre geldpolitische Straffung weiter fortsetzen, sodass der USD weiter an Attraktivität gewinnen dürfte. Kredite in USD werden somit teurer und könnten die Situation in den Schwellenländern weiter verschlechtern.

Der DE30 kennt seit Donnerstag letzter Woche nur eine Richtung, und das ist Süden. Bislang gab es keine Anzeichen für eine Erholung und die Bullen waren nicht in der Lage, Halt bei einer Unterstützungszone finden. Der MACD im D1-Chart sowie der RSI im H4-Chart könnten auf eine weitere Fortsetzung der Abwärtsbewegung hinweisen. Angesichts der starken Rückgänge wäre aber dennoch mit einer Gegenreaktion zu rechnen. Doch die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass sich gerade Abwärtsbewegungen schnell beschleunigen können. Nach der ersten Handelsstunde notiert der DE30 etwas unterhalb des gestrigen Schlusskurses bei 11.963 Punkten. Wichtige Unterstützungen sind bei 11.900 und 11.430 Punkten zu finden.    

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