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Verhindert die OPEC eine Trendwende am Ölmarkt?

14:42 5. Dezember 2018

Das Tempo der Ölpreisrückgänge in den letzten sieben Wochen konnte bislang nur durch den Einbruch von 2014 infolge der Schieferrevolution (”Shale Revolution”) in den USA übertroffen werden. Das hat verständlicherweise bei den wichtigsten Produzenten Alarm ausgelöst, mögliche Reaktionen werden auf dem am Donnerstag stattfindenden OPEC-Treffen diskutiert. Können die Investoren davon überzeugt werden, dass das Schlimmste vorbei ist?

  • OPEC diskutiert Förderkürzung inmitten der Preisrückgänge
  • Saudis würden gerne stark kürzen, stehen aber unter Druck
  • Kürzung von mindestens 1 Mio. Barrel pro Tag erwartet
  • Brent notiert über wichtiger Unterstützungszone

Warum ist der Ölpreis um 30% gefallen?
Lassen Sie uns von der Tatsache ausgehen, dass die Rallye, die Brent (OIL) nahe an die 90 USD-Marke brachte, durch Spekulationen angetrieben wurde, dass die US-Sanktionen gegen den Iran zu einem erheblichen Defizit auf dem Markt führen könnten. Dies erwies sich als falsch, da Donald Trump acht Importeuren Ausnahmen gewährte und (vor allem) die Saudis unter dem Druck der USA ihre Produktion anhoben. Plötzlich gab es zu viel Öl und die Händler mussten ihre Positionen deutlich zurückfahren. Darüber hinaus ist die Expansion der US-Schieferproduktion unvermindert, was zu einem starken Aufbau der Lagerbestände führte.

Kann die OPEC die Situation entspannen?
Es besteht der Eindruck, dass das Kartell mit zu vielen Konflikten konfrontiert ist, um eine sinnvolle Kürzung zu erzielen. Fangen wir mit den Saudis an. Gelehrt von den harten Lektionen aus dem Jahr 2015 würden sie gerne die Produktion deutlich kürzen, um die Preise anzuheben, aber sie fürchten die Reaktion der USA inmitten einer Kontroverse über den ermordeten Journalistin Jamel Khashoggi. Andere Beispiele sind ebenfalls reichlich vorhanden. Russland sagte, dass es eine Kürzung unterstützen würde, wobei dort ansässige Unternehmen mehr Öl aus ihren neuen Feldern verkaufen wollen. Allerdings hat die OPEC 2016 gezeigt, dass sie den Markt noch beeinflussen kann, und eine entschlossene Reaktion wäre jetzt der erste Schritt. Die Märkte hoffen für 2019 auf eine Kürzung von 1 bis 1,4 Mio. Barrel pro Tag von der OPEC und Russland. Eine Kürzung von weniger als 1 Mio. Barrel pro Tag oder eine Kürzung ohne eine bestimmte Mengenangabe könnte zu einer Enttäuschung führen.  

Technische Analyse: Brent an Schlüsselunterstützung

Das OPEC-Treffen findet zu einem aus charttechnischer Sicht sehr wichtigen Zeitpunkt statt. Die Preise brachen buchstäblich vom 4-Jahreshoch von 86,70 USD ein und blieben bei der wichtigsten Unterstützung stehen, die durch eine Konsolidierung ab Anfang 2017 gekennzeichnet war. Auch wenn die untere Grenze des Trendkanals durchbrochen wurde, könnte dies weniger wichtig sein, zumindest solange diese wieder zurückerobert werden kann. Sollte es zu einer Erholung kommen, könnte der nächste wichtige Widerstand bei 70,50 USD liegen.​​​​​​​

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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