Technische Analyse: Harmonische Preismuster

EXPERTE - Übung 8
Lesedauer dieser Übung: ca. 10 Minuten

In dieser Lektion lernen Sie:

 

  • Das Konzept von harmonischen Preismustern kennen

  • Warum Fibonacci-Level beim harmonischen Handel entscheidend sind

  • Welches die beliebtesten harmonischen Muster sind

 

Die technische Analyse bietet zahlreiche Tools, mit deren Hilfe Sie den Markt analysieren können: Preismuster, Kerzenformationen, Oszillatoren und technische Indikatoren. Die meisten von ihnen sind jedoch eher reaktiv als proaktiv. Das bedeutet, dass diese Hilfsmittel signalisieren, ob man sich in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend befindet oder ob ein Durch- bzw. Ausbruch stattgefunden hat. Allerdings wollen die meisten Händler wissen, was zukünftig passieren könnte, nicht was bereits in der Vergangenheit passiert ist. Harmonische Preismuster könnten eine Antwort liefern, hierfür müssen Sie sich jedoch auf einige mathematische Berechnungen vorbereiten, die für eine solche Analyse unerlässlich sind.

 

 

Was sind harmonische Preismuster?

Beim harmonischen Handel werden Muster und Mathematik in einer Trading-Methode zusammengeführt, die sehr präzise ist und auf der Prämisse beruht, dass sich Muster auch in Zukunft wiederholen. Harmonische Chartmuster werden als harmonisch bezeichnet, da die Strukturen eine integrale Beziehung zur Fibonacci-Zahlenserie haben. Erinnern wir uns an einige der wichtigsten Verhältnisse: 0,382, 0,50, 1,41, 2,0, 2,24, 2,618, 3,14 und 3,618. Identifizierte harmonische Muster beziehen sich auf wichtige Fibonacci-Levels. Wie Sie vielleicht schon wissen, sind die Fibonacci-Zahlen überall in der Natur wiederzufinden, aber auch an Finanzmärkten sind die harmonischen Verhältnisse präsent. Muster weisen oft unterschiedliche Längen und Größen auf, Händler können so relativ leicht die Fibonacci-Relationen auf die Muster anwenden, um zukünftige Preisbewegungen vorhersagen.

 

Der harmonische Handel beinhaltet die Identifizierung und Analyse einer großen Anzahl an Charts. In den meisten Fällen bestehen diese Muster aus vier Kursbewegungen, die alle mit den spezifischen Fibonacci-Relationen übereinstimmen. Aus diesem Grund sollten Sie die Idee der Fibonacci-Relationen (Retracements und Extensions) kennen, bevor Sie versuchen, den Markt mit harmonischen Mustern zu analysieren. Sie sollten jedoch eins im Hinterkopf behalten - manchmal könnte ein Muster aussehen wie ein harmonisches Muster, allerdings muss dies erst durch die Fibonacci-Zahlen bestätigt werden. Wenn die Fibonacci-Relationen nicht im Muster wiederzuerkennen sind, ist dies in Bezug auf das Konzept der harmonischen Preismuster unzuverlässig.

 

 

Die beliebtesten harmonischen Muster:

Harmonische Muster können messen, wie lange aktuelle Bewegungen andauern, aber sie können auch dazu verwendet werden, um mögliche Trendwendepunkte ausfindig zu machen. Die drei populärsten harmonischen Muster sind: Gartley, Bat und Butterfly. Schauen wir uns die Konzepte einmal genauer an.

 

 

Gartley:

Gartley, wie der Name schon sagt, wurde als Konzept von H.M. Gartley entwickelt. Eine interessante Tatsache ist, dass das Muster auch als "Gartley 222" bekannt ist. Warum? Weil die Idee in einem Buch mit genau 222 Seiten vorgestellt wurde. Solch eine Erklärung haben Sie wahrscheinlich nicht erwartet. Aber kommen wir zurück zum Konzept dieses Musters. Gartley gilt als Erfinder aller harmonischen Preismuster, da alle anderen Muster eine Modifikation seines ursprünglichen Models sind. Der Aufbau des Gartley-Konzepts, besteht aus fünf wichtigen Punkten:

 

XA: Dies könnte eine beliebige Preisbewegung (im Chart) sein - es gibt keine spezifischen Anforderungen um solch eine Bewegung als den Beginn eines Gartley zu bezeichnen.

AB: Diese ist entgegengesetzt zur XA-Bewegung und sollte etwa 61,8% der XA-Bewegung betragen.

BC: Diese Kursbewegung sollte der AB-Bewegung entgegengesetzt sein und 38,2% oder 88,6% der AB-Bewegung entsprechen.

CD: Die letzte Kursbewegung ist entgegengesetzt zu BC und sollte 127,2% (Verlängerung) der CD-Bewegung betragen, wenn BC 38,2% von BC beträgt. Wenn BC 88,6% von BC ist, dann sollte CD 161,8% (Verlängerung) von BC betragen.

AD: Die allgemeine Preisbewegung zwischen A und D sollte 78,6% von XA entsprechen.


 

Quelle: XTB

 

 

Wie zu erkenn ist, kann Garley entweder Aufwärts- oder Abwärtstrend signalisieren. Das bullische Muster wird oft früh in einem Trend gesehen und signalisiert normalerweise das Ende einer Korrektur.

 

 

Bat:

Wie bereits erwähnt wurde, ist Bat eine Modifikation von Gartley. Beide Ansätze sind sich vom Aussehen ähnlich, unterscheiden sich jedoch in der Messung. Der Name dieses Musters kommt von seiner Ähnlichkeit mit der Fledermaus. Das Muster ist etwas symmetrischer als Gartley, entscheidender Teil ist das 88,6% Fibonacci-Level.

 

XA: Dies könnte eine beliebige Kursbewegung im Chart sein - es gibt keine spezifischen Anforderungen um solch eine Bewegung als den Beginn eines Bat-Musters zu bezeichnen.

AB: Diese Bewegung ist entgegengesetzt zur XA-Bewegung und sollte etwa 38,2% oder 50,0% von XA betragen.

BC: Diese Bewegung sollte der AB-Bewegung entgegengesetzt sein und 38,2% oder 88,6% der AB-Bewegung betragen.

CD: Die letzte Kursbewegung ist entgegengesetzt zu BC und sollte 161,8% (Verlängerung) von BC bewegen, wenn BC 38.2% von BC ist. Wenn BC 88,6% von BC ist, dann sollte CD 261,8% (Verlängerung) von BC betragen.

AD: Die allgemeine Preisbewegung zwischen A und D sollte 88,6 %% XA betragen

 

Quelle: XTB
 

 

Es gibt zwei Arten von Bat-Mustern – für Bullen und Bären. Wie Sie sehen können, gibt es klare Ähnlichkeiten mit dem Gartley-Muster, einziges Unterscheidungsmerkmal sind die Retracement-Levels. Beide werden auch als interne Muster bezeichnet, da die letzte Welle (CD) innerhalb der Anfangsbewegung (XA) liegt.

 

 

Butterfly:

Butterfly ist eine weitere Modifikation von Gartley, allerdings kein inneres Muster wie Bat. Trotzdem ähnelt die Grundidee des Butterflys den vorherigen Konzepten, da es ebenfalls aus vier Preisbewegungen besteht. Die Retracement-Levels weichen leicht ab und die letzte Welle endet außerhalb der anfänglichen Welle.

 

XA: Dies könnte eine beliebige Bewegung auf dem Chart sein und es gibt keine spezifischen Anforderungen um solch eine Bewegung als den Beginn eines Butterfly-Musters zu bezeichnen.

AB: Diese Bewegung ist entgegengesetzt zur XA-Bewegung und sollte etwa 78,6% von XA betragen.

BC: Diese Bewegung sollte der AB-Bewegung entgegengesetzt sein und 38,2% oder 88,6% der AB-Bewegung betragen.

CD: Die letzte Kursbewegung ist entgegengesetzt zu BC und sollte 161,80% (Verlängerung) von BC betragen, wenn BC 38,2% von BC beträgt. Wenn BC 88,6% von AB ist, dann sollte CD 261,80% (Verlängerung) von BC betragen.

AD: Die allgemeine Preisbewegung zwischen A und D sollte 127% oder 161,80% von XA betragen.

 

Quelle: XTB
 

 

Wie Sie sehen können, liegt Punkt D über oder unter dem Startpunkt, sodass sich das Konzept von den anderen (Bats und Gartley) unterscheidet. In diesem Fall wird der Butterfly als eine äußere Formation betrachtet. Allerdings ist dies nicht der einzige Unterschied. Im Gegensatz zu Gartley konzentriert sich Butterfly darauf, Trendumkehrungen bei neuen Tiefs oder Hochs zu identifizieren.

 

 

Geduld, Übung und noch einmal Geduld

Der harmonische Handel ist eine fortgeschrittene, präzise und mathematische Art des Handels, aber es erfordert Geduld, Übung und viel Lernaufwand, um die Muster richtig zu beherrschen. Denken Sie jedoch daran, dass Bewegungen, die von den entsprechenden Messungen abweichen, nicht als harmonisches Preismuster angesehen werden können. Sind jedoch Muster in den Kursbewegungen deutlich erkennbar, sollten einige wichtige Regeln beachtet werden. Der Stop-Loss sollte direkt hinter Punkt D gesetzt werden, nachdem der Preis das Muster bestätigt und sich eine Gegenbewegung gebildet hat. Zweitens gibt es auch vier potentielle Ziele der folgenden Bewegung - Punkt A, B, C und die 161,8% Verlängerung der CD-Welle. Wie Sie sehen, müssen beim harmonischen Handel eine Vielzahl von Regeln berücksichtigt werden, daher eignet sich die Methode nur für disziplinierte und konsequente Trader.

 

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Veröffentlicht von: X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A

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