- Starke US-PMI-Daten schüren Zinsängste
- Anleiherenditen steigen scharf an
- Druck auf Risikoaktiva und Gold
- Starke US-PMI-Daten schüren Zinsängste
- Anleiherenditen steigen scharf an
- Druck auf Risikoaktiva und Gold
Aktuelle Analysen zur Marktlage: Der Hauptauslöser für die jüngste Dynamik an den Finanzmärkten war die Veröffentlichung der US-Einkaufsmanagerindizes (PMI) für September. Die Daten übertrafen die Erwartungen deutlich und kletterten auf ein Fünfjahreshoch. Der Gesamtindex (Composite Index) erreichte 58,4 Punkte – ein Niveau, das historisch mit einem US-BIP-Wachstum von rund 5 % korreliert.
Allerdings verweist der Bericht auch auf einen anhaltenden Kostendruck in den Unternehmen sowie auf die zunehmende Tendenz, höhere Vorleistungspreise direkt an die Endkunden weiterzugeben.
Abb. 1: Entwicklung der US-PMI-Indikatoren (2023 – 2026)
Quelle: XTB Research, 24.09.2026
Zinsängste belasten Märkte: Fed signalisiert weitere Straffung
Diese Makrodaten liefern ein starkes Argument für eine Fortsetzung des straffen Geldpolitikkurses der US-Notenbank (Fed). An den Märkten rücken Sorgen vor einer Überhitzung der US-Wirtschaft sowie die Notwendigkeit weiterer Leitzinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation wieder in den Mittelpunkt.
- Markterwartungen: Die am Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus bereits im Oktober ist auf über 70 % gestiegen.
- Fed-Statements: Untermauert wurde diese Neubewertung durch hawkish geäußerte FOMC-Mitglieder. Michael Barr betonte, dass eine weitere Nachjustierung der Geldpolitik wahrscheinlich sei. John Williams ergänzte, dass eine erneute Anhebung vor Jahresende durchaus angemessen wäre.
Zusätzlich bleibt der Ölpreis ein kritischer Inflationstreiber: Die Sorte Brent-Rohöl setzt ihren Aufwärtstrend heute mit einem Plus von 1,6 % fort, während WTI moderater, aber dennoch spürbar um 1,2 % zulegt.
Steigende Anleiherenditen nach schwacher US-Auktion
Der Abverkauf bei US-Staatsanleihen – und der damit verbundene Anstieg der Anleiherenditen – wurde durch eine verhaltene Nachfrage bei der jüngsten Auktion 5-jähriger Anleihen weiter verstärkt.
Auch das Anleihekaufprogramm des US-Finanzministeriums (Treasury) blieb hinter den Erwartungen des Marktes zurück: Für den heutigen Tag wurden langfristige Anleihekäufe im Wert von maximal 6 Milliarden US-Dollar angekündigt – Investoren hatten im Vorfeld mit einem deutlich höheren Volumen gerechnet.
Auswirkungen auf Aktien, Gold und andere Assetklassen
Die steil steigenden Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten für Risikoaktiva und setzen vor allem den Aktienmarkt unter Abgabedruck:
- Technologieaktien: Im vorbörslichen Handel verzeichnen die Futures-Kontrakte des Nasdaq 100 Verluste von knapp 1 %. Wachstums- und Tech-Titel reagieren aufgrund ihrer Abzinsung künftiger Gewinne besonders empfindlich auf steigende Renditen.
- S&P 500: Der breiter gefasste S&P 500 zeigt sich etwas robuster, gibt aber ebenfalls um 0,5 % nach.
- Edelmetalle: Auch Gold und Silber geraten ins Straucheln. Für viele Anleger verlieren unverzinste Edelmetalle an Attraktivität, wenn verzinsliche Staatsanleihen wieder deutlich höhere, risikofreie Renditen bieten.
Abb. 2: Goldpreisentwicklung unter dem Einfluss steigender Anleiherenditen (2026)
Quelle: XTB Research, 24.09.2026
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Michał Jóźwiak, Finanzmarktanalyst bei XTB
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