- Das Britische Pfund erreicht gegenüber dem Euro mit einem Kurs von unter 0,856 den niedrigsten Stand seit Ende August.
- Stärkere BIP-Daten für das zweite Quartal und Signale einer EU-Annäherung treiben die Stärke des Britischen Pfunds an.
- Die Bank of England kann die Zinsen wegen des soliden Wachstums länger hoch halten oder erneut anheben.
- Premierminister Andy Burnham kündigt auf der Labour-Tagung strikte Haushaltsdisziplin und neue Optionen für die EU-Beziehungen an.
- Das Britische Pfund erreicht gegenüber dem Euro mit einem Kurs von unter 0,856 den niedrigsten Stand seit Ende August.
- Stärkere BIP-Daten für das zweite Quartal und Signale einer EU-Annäherung treiben die Stärke des Britischen Pfunds an.
- Die Bank of England kann die Zinsen wegen des soliden Wachstums länger hoch halten oder erneut anheben.
- Premierminister Andy Burnham kündigt auf der Labour-Tagung strikte Haushaltsdisziplin und neue Optionen für die EU-Beziehungen an.
Das Britische Pfund (GBP) präsentiert sich heute gegenüber allen anderen G10-Währungen extrem stark. Im Rahmen unserer aktuellen EURGBP Prognose zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend des Währungspaares: EURGBP fiel unter die Schlüsselmarke von 0,856 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Ende August.
► EURGBP ISIN: EU0009653088 | WKN: 965308 | TICKER: EUR/GBP
Der Haupttreiber dieser Dynamik war eine positive Aufwärtsrevision der britischen BIP-Daten für das zweite Quartal. Zusätzlichen Rückenwind lieferten das Bekenntnis von Premierminister Andy Burnham zu einer strikten Haushaltsdisziplin sowie Signale einer Annäherung zwischen Großbritannien und der EU.
Abbildung 1: Major Currencies vs. US Dollar (28.09.2026 – 30.09.2026)
Quelle: XTB Research, 30.09.2026
UK-Wirtschaft auf Hochtouren: BIP-Revision überrascht positiv
Nach revidierten Daten des Office for National Statistics (ONS) wuchs die britische Wirtschaft im 2. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 % und übertraf damit die vorläufigen Schätzungen von 0,4 %. Damit setzt sich der starke Jahresauftakt fort, nachdem im ersten Quartal bereits ein Wachstum von 0,6 % verzeichnet wurde.
Die britische Wirtschaft ging somit mit einer etwas höheren Dynamik in die zweite Jahreshälfte als bisher angenommen.
Auswirkung auf die Zinspolitik der Bank of England (BoE):
Ein anhaltend solides Wirtschaftswachstum könnte die Bank of England dazu veranlassen, die Leitzinsen länger auf einem höheren Niveau zu belassen oder gar erneut anzuheben – insbesondere, wenn anhaltend hohe Energiepreise zu einem breiteren Inflationsdruck führen. Für die EURGBP Prognose bedeutet dies mittelfristig weiteres Aufwärtspotenzial für Sterling.
Burnham setzt auf Haushaltsdisziplin und EU-Annäherung
Unterdessen versprach der britische Premierminister Andy Burnham auf dem Jahrestagung der Labour Party, die strengen Haushaltsregeln strikt einzuhalten.
Darüber hinaus kündigte Burnham an, auf dem kommenden UK-EU-Gipfel Ende des Jahres verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen zur Europäischen Union vorzulegen. Das Spektrum reicht von einer Zollunion über die Rückkehr in den Europäischen Binnenmarkt bis hin zu einem vollständigen Wiederbeitritt zur EU. Diese geopolitische Wende eröffnet Raum für potenzielle "Reverse-Brexit"-Trading-Strategien beim Britischen Pfund.
Charttechnischer Ausblick: Warten auf den Herbsthaushalt (Autumn Budget)
Der Markt für britische Staatsanleihen (Gilts) reagierte auf Burnhams Ankündigungen mit verhaltenem Zweckoptimismus. Die echte Belastungsprobe für die finanzpolitische Glaubwürdigkeit der Regierung steht jedoch noch bevor: Das Autumn Budget, dessen Veröffentlichung für den 28. Oktober geplant ist.
Technisch gesehen bleibt die EURGBP Prognose bärisch gestimmt, solange der Kurs unter der Zone von 0,856 verharrt. Händler sollten die kommenden Unterstützungsmarken sowie die Fiskalrhetorik aus London im Auge behalten.
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Michał Jóźwiak, Finanzmarktanalyst bei XTB
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