EU leitet Defizitverfahren gegen Italien ein

13:40 5. Juni 2019

++ Italienischer Aktienindex kehrt frühere Gewinne um und prallt von entscheidendem Widerstand ab ++ EU leitet disziplinarische Maßnahmen gegen Italien ein ++ Zinsunterschied zwischen 10-jährigen Renditen aus Italien und Deutschland weitet sich aus ++

Die Europäische Union hat beschlossen, wegen der hohen Verschuldung ein sogenanntes Defizitverfahren gegen Italien einzuleiten. Dies ist das erste Mal, dass die EU ein solches Verfahren gegen ein EU-Mitglied einleitet. Die Europäische Kommission erwartet, dass die Verschuldungsquote Italiens sowohl 2019 als auch 2020 auf über 135% steigen wird, was auf einen verschuldungssteigernden "Schneeballeffekt", einen rückläufigen Primärüberschuss und negative demographische Trends zurückzuführen ist. Diese Faktoren dürften die positiven Auswirkungen der vergangenen Rentenreformen teilweise umkehren und dadurch die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen des Landes schwächen. Die EU-Kommission erklärte ferner, dass "ein niedriges Produktivitätswachstum das Wachstumspotenzial Italiens weiterhin einschränkt und einen schnelleren Abbau der öffentlichen Schuldenquote behindert".

Als Reaktion auf die Entscheidung hat sich der Zinsunterschied zwischen den 10-jährigen Renditen aus Italien und Deutschland um mehrere Basispunkte erhöht und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei 2,82%. Der EUR hat kaum reagiert, während der italienische FTSE MIB (ITA40) begonnen hat, seine früheren Kursgewinne umzukehren. Es ist anzumerken, dass der Index von der entscheidenden technischen Widerstandszone abprallt. Die wichtigste Unterstützung kann in der Nähe von 19.600 Punkten lokalisiert werden, das Niveau wird auch durch das 50% Fibo-Niveau der letzten Aufwärtsbewegung unterstützt.

Der ITA40 erlebte eine Umkehrung, nachdem die EU das Defizitverfahren gegen Italien eingeleitet hat. Quelle: xStation 5

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