13:37 · 6. November 2026

EURUSD gibt vor Veröffentlichung der NFP-Zahlen nach

Forex Aktuell: EURUSD Prognose vor den US-Arbeitsmarktdaten
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der US-NFP-Bericht für Oktober wird heute um 14:30 Uhr dt. Zeit veröffentlicht und ist damit die letzte wichtige Datenveröffentlichung vor der FOMC-Sitzung im Dezember.
  • Der Konsens geht von 70.000 neuen Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,2 % aus.
  • Starke NFP-Daten könnten die Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung im Dezember wiederbeleben und den US-Dollar stärken.

Die Devisenmärkte blicken heute gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht für Oktober, der turnusgemäß um 14:30 Uhr MEZ veröffentlicht wird. Es handelt sich um den letzten richtungsweisenden Datensatz vor der Dezembersitzung des Federal Open Market Committee (FOMC). Obwohl die Arbeitsmarktzahlen ohnehin im Zentrum der US-Wirtschaftsanalyse stehen, verarbeitet das Marktumfeld weiterhin die Ergebnisse der jüngsten US-Kongresswahlen (Midterms).

► EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD

Im Nachgang der Wahlen geriet vor allem der Technologiesektor unter Druck; der Volatilitätsindex VIX stieg binnen einer Woche um rund 18 %. In diesem von Risikoaversion geprägten Umfeld entscheiden die heutigen Daten maßgeblich darüber, ob die US-Notenbank Federal Reserve eine weitere Zinsanhebung forciert oder den gestrafften finanziellen Rahmenbedingungen Tribut zollt – mit direkten Auswirkungen auf die EURUSD Prognose.

Markterwartungen an den US-Arbeitsmarktbericht

Die Konsensschätzungen der Analysten und Institutionen im Überblick:

  • Non-Farm Payrolls (NFP): Marktkonsens bei +70.000 neu geschaffenen Stellen (Vormonat: +29.000). Die Spanne der Bloomberg-Economics-Projektion reicht von +30.000 bis +100.000 (Zentralwert: +63.000).

  • Privater Sektor: Erwartet wird ein Zuwachs von rund +75.000 Stellen bei gleichzeitigem Abbau im öffentlichen Dienst (−12.000).

  • ADP-Beschäftigungsbericht: Signalisiert mit +86.000 Stellen ein über den Erwartungen liegendes Stellenwachstum.

  • Arbeitslosenquote: Voraussichtlich unverändert bei 4,2 %.

  • Durchschnittliche Stundenlöhne: Prognostiziert auf +0,3 % MoM (zuvor: +0,1 %) und +2,9 % YoY (zuvor: 3,0 %).

  • Sektorale Dynamik: Stellengewinne zeichnen sich im Bildungs- und Gesundheitswesen (+43.000) sowie in Industrie und Baugewerbe ab. Dagegen stehen Rückgänge im Einzelhandel, im Transportsektor und in informationsintensiven Dienstleistungen.

  • Revisionsrisiko: Die Daten der Vormonate Juli und August wurden kumuliert um 60.000 Stellen nach unten korrigiert – ein Trend, der sich fortsetzen könnte.

Zinspolitik der Fed: Was preisen die Devisenmärkte ein?

Für Forex Aktuell besonders relevant: Die Zinsfantasien an den Geldmärkten haben sich spürbar abgekühlt.

Für das FOMC-Treffen im Dezember implizieren die Terminmärkte aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 % für einen Zinsschritt um 25 Basispunkte (ca. 0,7 Zinsschritte eingepreist) – vor einem Monat war ein voller Zinsschritt fest verankert. Bis Juli 2027 werden insgesamt lediglich noch rund 1,65 Zinsanhebungen erwartet, verglichen mit über 3,0 Schritten Anfang Oktober. Auf der hawkischen Seite verbleibt New-York-Fed-Präsident John Williams, der weiterhin auf die bestehenden Inflationsrisiken hinweist.

Drei Reaktionsszenarien für den Devisenmarkt

Szenario Datenlage (NFP & Quote) Zinsausblick Fed Marktreaktion (USD)
Hawkisch / Stark > 100k Stellen, Quote ≤ 4,1 % Markt preist vollen Zinsschritt für Dezember ein Steigende US-Renditen; neuer Aufwärtsdruck auf den US-Dollar.
Neutral / Konsens 60k bis 80k Stellen Zinsausblick bleibt stabil Fokus verschiebt sich auf Lohnentwicklung und Revisionen.
Taubenhaft / Schwach < 30k Stellen, Quote ≥ 4,3 % Erhöhte Chance auf Zinspause im Dezember Kein zwingender Dollar-Abverkauf; Flucht in Liquidität/Barmittel stützt USD.

EURUSD Prognose: Dollar trotzt fallenden Renditen

Am Währungsmarkt zeigt sich derzeit eine atypische Konstellation: Obwohl die US-Anleiherenditen nachgeben und 10-jährige Treasury-Futures (TNOTE) steigen, profitiert der US-Dollar. Grund hierfür ist die vorherrschende Liquiditätspräferenz. Getrieben von Korrekturen an den Aktienmärkten schichten institutionelle Anleger verstärkt in US-Geldmarktfonds und Cash-Positionen um.

Zugleich belasten schwache Konjunkturdaten die europäische Gemeinschaftswährung: Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone fielen im September um 0,7 % MoM und verfehlten die Erwartungen deutlich.

EURUSD Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 06.11.2026 Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Charttechnische Analyse

  • Trendstruktur: Seit Februar 2026 notiert EUR/USD in einem intakten Abwärtstrendkanal.

  • Gleitende Durchschnitte: Der jüngste Erholungsversuch scheiterte an der Marke von 1,1250 USD. Das Währungspaar fiel daraufhin unter den 25-Perioden Simple Moving Average (SMA bei 1,1191 USD) zurück und notiert bei 1,1176 USD an der unteren Kanalbegrenzung.

  • Wichtige Unterstützungen: Die erste zentrale Auffanglinie markiert das 50%-Fibonacci-Retracement der vorangegangenen Aufwärtsbewegung bei 1,1128 USD. Ein Bruch dieser Marke aktiviert die breitere Unterstützungszone zwischen 1,0980 und 1,1080 USD (psychologische 1,10er-Marke).

  • Wichtige Widerstände: Auf der Oberseite bleibt 1,1250 USD die Richtmarke. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Widerstand sowie über den 50-Perioden-SMA (ca. 1,1293 USD) würde den bestehenden Abwärtstrend neutralisieren.

Fazit der EURUSD Prognose

Fällt der NFP-Bericht kräftig aus und belebt die Zinserwartungen für Dezember neu, ist ein direkter Test der Marke von 1,1128 bis 1,1130 USD wahrscheinlich. Schwache Arbeitsmarktdaten in Verbindung mit einer Stabilisierung der globalen Aktienmärkte könnten dem Euro hingegen den nötigen Spielraum verschaffen, um erneut die Widerstandszone bei 1,1250 USD anzusteuern.

Risikohinweis: Devisen und CFDs sind Hebelprodukte. Der Handel mit Hebelprodukten birgt ein hohes Risiko für Ihr Kapital und ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Diese Analyse dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

 

 

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