☕ Kaffee auf 10-Jahres-Hoch!

16:08 10. Februar 2022

Starker Rückgang der Lagerbestände und Bedenken hinsichtlich der Angebotslage beflügeln die Kaffeepreise.

Kaffee hat an den Börsen endlich weiteren Auftrieb bekommen. Nach einer 2-monatigen Seitwärtsbewegung wird er nun auf dem höchsten Stand seit 10 Jahren gehandelt. Was treibt die Kursentwicklung auf diesem Markt an? Hat sich in letzter Zeit irgendwas an der Ausgangssituation geändert? Geht der Preisanstieg weiter? Finden Sie es in unserer Analyse heraus!

Erheblicher Rückgang der Lagerbestände

Starten Sie jetzt oder testen Sie unser Demo-Konto

Live-Konto eröffnen DEMO TESTEN xStation App herunterladen xStation App herunterladen

Die Kaffeelagerbestände an den globalen Märkten sind schon seit Ende 2018 rückläufig. Doch Anfang 2020 hat sich der Rückgang noch einmal deutlich verschärft. Die Bestände fielen zu Beginn der Pandemie auf ein Zehnjahrestief. Und durch die mit der Pandemie einhergehenden Covid-19-Beschränkungen auch die Nachfrage. Daher schwand die Besorgnis über eine mögliche Kaffeeknappheit schnell.

Im Jahr 2021 sanken die Lagerbestände noch weiter. Niedrige Temperaturen und Dürreperioden ließen die Kaffeevorräte in Brasilien in einem noch nie da gewesenen Tempo schrumpfen. Das schränkte das Produktionsvolumen erheblich ein. Infolgedessen belaufen sich die Bestände derzeit auf etwas mehr als 1 Millionen Säcke, was circa 0,5 % der weltweiten Jahresnachfrage entspricht. Diese Vorräte würden also gerade einmal für den Verbrauch von 2 Tagen ausreichen.

Die Kaffeelagerbestände gehen deutlich zurück, und es ist keine Besserung in Sicht (gelbe Linie, invertierte Achse). Die lokalen Tiefststände von Ende der 90er Jahre entsprechen Lagerbeständen von nur 20 Tausend Säcken. Quelle: Bloomberg

Die Aussichten für die Produktion sind unverändert

Trotz Omikron kehrt das Leben auf der ganzen Welt langsam zur Normalität zurück. Das bedeutet, dass sich die Nachfrage nach Kaffee in Restaurants und Büros erholt. Die Preiserhöhungen für Rohkaffee wirken sich jedoch kaum auf die Kaffeepreise für Verbraucher aus. Denn ein Großteil des Kaffeepreises in Restaurants und Cafés entfällt auf andere Kosten.

Die Aussichten für die Produktion sind indessen unverändert. Es kann Jahre dauern, bis die Schäden an den Pflanzen wieder ausgeglichen sind, dazu sind die Wetterbedingungen für den Anbau und die Ernte in dieser Saison ungünstig. Das Defizit auf dem Kaffeemarkt könnte sich also bis ins nächste Jahr strecken.

Wie geht es weiter?

Der Kaffeepreis ist im bisherigen Jahresverlauf um rund 15 % gestiegen. Und die Rallye könnte noch weiter gehen, da sich an der Ausgangssituation nichts verändert hat. Weitergehend unterstützt der aktuell starke brasilianische Real weitere Preissteigerungen. Durch den Anstieg der Währung werden brasilianische Exporte weniger attraktiv. So könnten die Lagerbestände an zertifiziertem Kaffee an den Börsen weiter sinken und die Preise unter Aufwärtsdruck geraten. Die Arabica-Preise haben eine wichtige Widerstandsmarke im Bereich von 250-275 erreicht. Die nächste Zone, auf die Sie achten sollten, liegt zwischen 300 und 330 Cent pro Pfund. Rekordhöhen wurden 1977 bei 337,5 Cents pro Pfund erreicht. Das letzte Mal, dass Kaffee über 300 Cent gehandelt wurde, war im Jahr 2011.

Die Arabica-Preise konnten aus dem Dreiecksmuster ausbrechen. Technisch gesehen wären weitere Anstiege bis zu 277 Cent pro Pfund möglich. Der stärkere BRL stützt die Kaffeepreise. Quelle: xStation5

Besteht ein Risiko?

Es ist nicht auszuschließen, dass die Kaffeenachfrage zurückgeht, falls neue Beschränkungen eingeführt werden. Das ist jedoch nicht das Basisszenario. Der Markt ist unberechenbar und Kaffee ist stark überbewertet – die Anzahl offener Long-Positionen ist sehr hoch, während die Anzahl der Short-Positionen sehr niedrig ausfällt. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Zahl der von Kleinanlegern eröffneten Positionen (so genanntes "dumb money") zu beobachten, was manchmal als Gegensignal gewertet wird.

Maximilian Wienke, CFTe
Marktanalyst bei XTB
maximilian.wienke@xtb.de

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis

CFDs sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 81% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.

Teilen:
Zurück