11:54 · 23. September 2026

OECD hebt Prognosen für die Weltwirtschaft angesichts des KI-Booms an

Forex Aktuell & EURUSD Prognose: OECD-Ausblick & Zinsdifferenz im Fokus
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Robusteres Weltwachstum dank AI-Boom und Energie-Abfederung 
  • Zähe Inflation belastet die Eurozone und verengt Zentralbank-Spielraum
  • EUR/USD unter Druck durch Zins- und Wachstumsdifferenz

Die OECD schätzt, dass sich die Weltwirtschaft im Jahr 2026 trotz des durch den Krieg mit dem Iran ausgelösten Energieschocks etwas besser entwickelt als noch vor wenigen Monaten erwartet. Unterstützung kommt nicht nur von Investitionen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI), sondern auch von der Freigabe eines Teils der globalen Ölreserven, geringeren Energieimporten Chinas und einer Ausweichung mancher Verbraucher auf alternative Brennstoffe, einschließlich Kohle.

► EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD

Für Händler im Bereich Forex Aktuell liefert dieser Bericht entscheidende fundamentale Bausteine. Insbesondere für die EURUSD Prognose zeigt sich ein klares Bild aus relativer US-Stärke und anhaltenden strukturellen Belastungen in der Eurozone.

Infolgedessen waren die Auswirkungen des geschmälerten Angebots aus der Persischen Golfregion bislang geringer als von Ökonomen zunächst befürchtet. Die Organisation betont jedoch, dass der Ausblick für die Weltwirtschaft weiterhin stark davon abhängt, ob eine dauerhafte Lösung des Konflikts im Nahen Osten erreicht werden kann.

Neue OECD-Prognosen im Überblick

Die OECD hat ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 von 2,8 % auf 2,9 % und für 2027 von 2,9 % auf 3,0 % angehoben.

  • USA: Das US-Wirtschaftswachstum wird für 2026 nun bei 2,2 % erwartet (zuvor 2,0 %) und für 2027 bei 2,1 % (zuvor 1,8 %).
  • China: Die Wachstumsprognose für China für 2026 bleibt unverändert bei 4,5 %, während die Prognose für 2027 von 4,3 % auf 4,2 % gesenkt wurde.
  • Japan: Für Japan hob die OECD die Wachstumserwartung für 2026 von 0,6 % auf 0,8 % an; für 2027 rechnet sie mit einem Wachstum von 0,7 % (zuvor 0,8 %).
  • Eurozone: Das BIP-Wachstum der Eurozone für 2026 wurde von 0,8 % im Juni auf 1,0 % nach oben revidiert. Die Prognose für 2027 verbleibt bei 1,0 % (zuvor 1,2 %).

KI stützt das Wachstum, während die Welt den Energieschock abfedert

Der wichtigste positive Faktor bleibt der Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz. Die OECD weist darauf hin, dass Ausgaben für Rechenzentren, Halbleiter und die breitere KI-Infrastruktur im Jahr 2026 zu einer der Hauptsäulen der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit geworden sind. Dieser Effekt ist in den Vereinigten Staaten besonders sichtbar, während die starke Nachfrage nach Technologie auch die Exporte aus Japan und Südkorea stützt.

Gleichzeitig hat die Weltwirtschaft die durch den Krieg mit dem Iran bedingten Energieengpässe bislang besser verkraftet als erwartet. Die Freigabe strategischer Ölreserven, ein deutlicher Rückgang der chinesischen Energieimporte sowie der verstärkte Einsatz alternativer Brennstoffe (inkl. Kohle) haben geholfen, die direkten Auswirkungen des reduzierten Ölangebots aus der Persischen Golfregion abzufedern.

Das bedeutet keineswegs, dass die Risiken verschwunden sind. Die OECD warnt, dass erneute oder anhaltende Störungen der Energieversorgung sowohl höhere Inflation als auch schwächeres Wachstum nach sich ziehen würden. In der Praxis bleibt die künftige Richtung der Weltwirtschaft daher stark von der Beständigkeit eines potenziellen Abkommens im Nahen Osten abhängig. Die Ausgaben (CAPEX) von Unternehmen, die in KI investieren, steigen weiterhin kräftig an – auch wenn sich das Wachstumstempo etwas verlangsamt –, während die operativen Cashflows fast exponentiell zunehmen.

Quelle: OECD

Das Halbleitergeschäft ist im Vergleich zum Softwaregeschäft deutlich profitabler geworden, was in der Vergangenheit nicht die Regel war.

Quelle: XTB Research

Hartnäckige Inflation schränkt den Spielraum der Zentralbanken ein

Die OECD hat ihre Inflationsprognose für die G20-Staaten angehoben:

  • 2026: Die Preise sollen im Schnitt um 4,1 % steigen (zuvor 4,0 % im Juni).
  • 2027: Die Inflationsprognose liegt bei 3,6 % (zuvor 3,1 %).

Dies ist eine wesentliche Änderung, da sie auf einen verlangsamten Disinflationsprozess hindeutet. Wenn der Druck höherer Energiepreise breiter auf Dienstleistungen, Löhne und die Kerninflation übergreift, könnten die Zentralbanken gezwungen sein, die Leitzinsen länger auf einem hohen Niveau zu belassen.

Aus Marktperspektive erschwert dies auch den Ausblick für Anleihen. Steigende Renditen erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Staaten gleichermaßen, während hohe Staatsverschuldungen dazu führen, dass ein wachsender Teil der Budgets für den Schuldendienst aufgewendet werden muss.

Quelle: OECD

OECD warnt vor dem Aufbau von Risiken für 2027

Die Liste der Risiken bleibt lang. Neben weiteren Spannungen auf den Energiemärkten verweist die OECD auf ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Phänomen, das die Agrarproduktion schälern und die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben könnte.

Weitere Risikofaktoren umfassen:

  1. Einen weiteren Anstieg der Anleiherenditen.
  2. Die Möglichkeit, dass die Renditen der enormen Investitionen im KI-Sektor enttäuschen könnten.

Sollten diese Faktoren gleichzeitig eintreten, schätzt die OECD, dass das globale Wachstum im Jahr 2027 um bis zu 0,7 Prozentpunkte niedriger und die Inflation um etwa 1,1 Prozentpunkte höher ausfallen könnte. Die Risiken im KI-Bereich sind besonders gewichtig, da Technologieinvestitionen derzeit eine der tragenden Säulen der globalen Aktivität bilden. Sollten die Märkte beginnen, künftige Erträge aus den Ausgaben für Rechenzentren und Halbleiter infrage zu stellen, bliebe die Wirkung nicht auf die Bewertungen des Tech-Sektors beschränkt.

Detaillierte Länderanalysen & fundamentale Treiber

USA: KI-Boom stützt, Haushalte geraten unter Druck

Die OECD hob ihre US-Wachstumsprognose auf 2,2 % (2026) und 2,1 % (2027) an – in beiden Fällen höher als im Juni, vor allem aufgrund der starken KI-Investitionen. Gleichzeitig verschlechtern sich die Rahmenbedingungen für die US-Verbraucher: Sinkende Kaufkraft, verlangsamtes Angebot an Arbeitskräften und das allmähliche Aufbrauchen der Ersparnisse belasten die Haushalte. Zölle und höhere Energiepreise erhöhen zudem Lebenshaltungskosten und Unternehmensausgaben.

Die US-Inflation soll 2026 voraussichtlich 3,6 % erreichen, bevor sie 2027 auf 2,6 % fällt. Damit steht die Federal Reserve (Fed) weiterhin vor einer Wirtschaft, die vergleichsweise rasch wächst, aber anfällig für anhaltenden Preisdruck bleibt.

China: Verlangsamung setzt sich fort, hilft aber dem Ölmarkt

Für China bleiben die Wachstumsprognosen bei 4,5 % (2026) und 4,2 % (2027). Die Abschwächung erfolgt schrittweise, auch bedingt durch Pekings Maßnahmen zum Abbau von Überkapazitäten in Teilen der Industrie. Der deutliche Rückgang der chinesischen Energieimporte war jedoch ein Schlüsselfaktor zur Begrenzung des globalen Ölschocks. Die schwächere Nachfrage des größten Rohstoffimporteurs hat den Preisdruck in einer Phase verknappten Angebots aus dem Nahen Osten gemildert.

Eurozone: Das schwächste Glied im globalen Gefüge

Das BIP-Wachstum der Eurozone wird für 2026 und 2027 bei jeweils nur 1,0 % erwartet. Die Hauptbremsen bleiben hohe Energiepreise und restriktive Finanzierungsbedingungen. Steigende Verteidigungsausgaben stützen zwar leicht, reichen laut OECD aber nicht für eine breite Erholung aus. Die Inflation der Eurozone wird 2026 bei 3,0 % und 2027 bei 2,9 % erwartet. Ein besonderes Risiko bleibt der Gasmarkt: Die europäischen Speicher starten mit den niedrigsten Lagerbeständen seit 15 Jahren in die Heizperiode.

Großbritannien: Bessere Dynamik, deutlicher Inflationsrückgang

Für Großbritannien hob die OECD die Wachstumsprognose für 2026 auf 1,1 % an (zuvor 0,9 %), gestützt durch Konsum und neue fiskalische Maßnahmen für Haushalte. Die Inflationsprognose für dieses Jahr wurde kräftig von 3,7 % auf 3,1 % gesenkt. Für 2027 wird allerdings eine Verlangsamung auf ca. 1,0 % erwartet (zuvor 1,1 %). UK bleibt zudem anfällig für steigende Anleiherenditen.

Japan: Schwächeres Wachstum, aber anziehende Inflation

Japan wird voraussichtlich um 0,8 % (2026) und 0,7 % (2027) wachsen. Starke Unternehmensinvestitionen werden durch höhere Zinsen und teurere Energieimporte kompensiert. Im Gegensatz zu den meisten Industrienationen rechnet die OECD in Japan mit einer Beschleunigung der Inflation von 1,8 % (2026) auf 2,6 % (2027), angetrieben durch den angespannten Arbeitsmarkt und starkes Lohnwachstum.

Kanada: Spürbarer Dämpfer durch US-Zölle

Kanadas Wachstumsprognose wurde für 2026 auf 0,9 % (zuvor 1,2 %) und für 2027 auf 1,3 % (zuvor 1,7 %) reduziert. Hauptauslöser sind neue US-Zölle auf kanadische Exporte, die die Aussichten für Handel und Investitionen verschlechtern.

Wachsende Staatsverschuldung als strukturelles Risiko

Ein weiteres von der OECD hervorgehobenes Risiko ist der steigende Druck durch die öffentliche Verschuldung. Hohe Anleiherenditen bedeuten, dass entwickelte Volkswirtschaften ihren Finanzierungsbedarf zu deutlich höheren Kosten decken müssen als noch vor wenigen Jahren.

Der IWF warnt, dass aufeinanderfolgende Wirtschaftsschocks die Schuldenstände systematisch nach oben treiben, während Regierungen ihre Finanzpolitik nur langsam an die gestiegenen Schuldendienstkosten anpassen. Zusammen mit hohen Ausgaben für Verteidigung, Energiewende und KI-Infrastruktur könnte dies den fiskalischen Handlungsspielraum in den kommenden Jahren weiter einschränken.

EURUSD Prognose im Stundenchart

EURUSD Prognose im Stundenchart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 23.09.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Fazit & EURUSD Prognose für den Devisenmarkt

Das von der OECD gezeichnete Gesamtbild ist ungewöhnlich: Die Weltwirtschaft erweist sich nach dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran als widerstandsfähiger als befürchtet, jedoch stützt sich diese Widerstandsfähigkeit aktuell stark auf massive Technologieinvestitionen und Abfedermachanisems beim Energieschock.

Auswirkungen auf das Währungspaar EUR/USD

Der Euro schwächt sich gegenüber dem US-Dollar ab, obwohl sehr solide PMI-Daten aus der europäischen Wirtschaft gemeldet wurden.

  • Fundamentale Divergenz: Die USA weisen dank des KI-Booms ein deutlich stärkeres Wachstum auf (2,2 % vs. 1,0 % in der Eurozone).
  • Zins- und Inflationsdifferenz: Die US-Inflation bleibt hartnäckig hoch (3,6 %), was der Federal Reserve erlaubt, die Zinsen länger hoch zu halten. Die EZB hingegen steht in der Eurozone vor einem schwachen Wachstum bei gleichzeitig hohen Energierisiken (niedrigste Gasbestände seit 15 Jahren).
  • Technisches Bild (H1-Timeframe): Im H1-Chart zeigt der EUR/USD-Kurs trotz guter Konjunkturindikatoren eine anhaltende Abwärtstendenz. Solange die Zinsdifferenz zugunsten des US-Dollars spricht und das US-Wachstum dominiert, bleibt die kurz- bis mittelfristige EURUSD Prognose eher bärisch geprägt.

 

WILLKOMMENS-BONUS FÜR NEUKUNDEN

Broker-Aktion 2026: Gratis-Aktie von XTB!
  • Eröffne ein neues Konto bei XTB, zahle Minimum 50 Euro ein und erhalte Gratis eine Porsche-Aktie dazu
  • Nach Kontoeröffnung handelst Du bei XTB weltweite Aktien und ETF ab 0 Euro! Bis 100.000 Euro monatlichem Handelsumsatz streicht XTB die Orderkommission komplett
  • Weitere Details und zur Aktion registrieren hier. 

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

Zum Experten
23. September 2026, 10:47

EILMELDUNG: Starke PMI-Indikatoren helfen dem Euro nicht! EURUSD testet die wichtige Marke von 1,1400

23. September 2026, 08:38

Wirtschaftskalender: Wie werden sich die weltweiten Turbulenzen auf die vorläufigen PMI-Berichte auswirken?

23. September 2026, 08:25

BÖRSE AKTUELL: Rohstoffmärkte unter Druck, Fed-Sorgen belasten Marktstimmung (23.09.2026)

22. September 2026, 17:05

TRADINGIDEE des Tages: GBPCAD (22.09.2026) 📈

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!

Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.

XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.

RISIKOHINWEIS für CFD

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.