Rohstoffanalyse: Öl, Erdgas, Baumwolle und Gold (05.10.2021)

12:40 5. Oktober 2021

Öl

  • OPEC+ beschloss, ihre Politik der Produktionssteigerung beizubehalten

  • Produktion der OPEC+ wird im November um 400.000 Barrel pro Tag erhöht

  • Vereinigten Staaten und Indien fordern stärkere Produktionserhöhungen

  • Laut S&P Platts wird das Ölmarktdefizit im Oktober voraussichtlich 1,2-1,5 Mio. Barrel pro Tag und im November 0,8-1,0 Mio. Barrel pro Tag erreichen

  • OPEC+ geht davon aus, dass sich der Nachfrageanstieg im letzten Quartal 2021 verlangsamen wird

  • OPEC+ will die Produktion nicht zu stark erhöhen, da das Risiko eines Nachfrageeinbruchs durch die vierte Corona-Welle real bleibt

  • BofA erwartet, dass der Ölpreis im Falle eines kalten Winters auf $100 pro Barrel steigen wird

  • JPMorgan behauptet, dass die derzeitigen Investitionen in neue Projekte gering sind und möglicherweise nicht ausreichen, um den bis 2025 erwarteten Nachfrageanstieg zu decken

  • JPMorgan sieht auch die Möglichkeit einer erhöhten Nachfrage nach Öl aufgrund hoher Erdgaspreise

  • Der sprunghafte Anstieg der Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten lässt die Wall Street über eine anhaltende Inflation und mögliche Maßnahmen der Fed zu deren Bekämpfung besorgt sein

  • Die OPEC verfügt über große Kapazitätsreserven, sodass das Szenario eines Ölpreises von $100 zwar real ist, aber nicht lange anhalten dürfte

  • Der irakische Ölminister sagte, dass das derzeitige Ölpreisniveau für die Verbraucher langsam zum Problem werde

Die Politik der OPEC+ geht davon aus, dass die Produktion bis Oktober 2022 erhöht wird. Das obige Schaubild zeigt, dass die jüngsten Produktionssteigerungen tatsächlich geringer ausfielen als von der OPEC+ erlaubt. Quelle: Energie Context

Nach Angaben von JPMorgan könnte das durchschnittliche Defizit im Zeitraum 2022-2025 bis zu 1,7 Mio. Barrel pro Tag betragen. Allerdings könnte das Marktgleichgewicht nicht nur vom Tempo der Produktionssteigerungen in den OPEC+-Ländern, sondern auch in Ländern wie Venezuela oder dem Iran abhängen. Quelle: JPMorgan

Die OPEC verfügt über große freie Produktionskapazitäten. Quelle: Bloomberg

Die Kurve der Öltermingeschäfte wird immer steiler, was auf einen Anstieg der kurzfristigen Nachfrage hindeutet. Quelle: Bloomberg

Erdgas

  • Die Erdgaspreise in Europa steigen weiter und haben €110 pro Megawattstunde (MWh) erreicht

  • JPMorgan erwartet, dass sich die Nachfrage von Erdgas auf Öl und Kohle verlagern wird

  • Andererseits ist Kohle sehr teuer, und ihre Verfügbarkeit auf dem Markt ist derzeit begrenzt 

  • Die US-Erdgasvorräte sind in der vergangenen Woche erheblich gestiegen. Andererseits reagiert die Erdgasproduktion in den USA nach wie vor recht unempfindlich auf die jüngsten Preissteigerungen. Diese Situation zeigt, dass die Preisrallye immer noch fundamental gestützt ist

Die Erdgaspreise in Europa steigen weiter, während sich die Preise in den Vereinigten Staaten seitwärts bewegen. Allerdings ist die US-Produktion nach den jüngsten Wirbelstürmen noch immer nicht vollständig wiederhergestellt. Quelle: Bloomberg

Baumwolle

  • Die US-Exporte nach China sind in letzter Zeit deutlich zurückgegangen

  • Die Ölpreise wirken sich weiterhin stark auf die Baumwollpreise aus, da die Preise für Baumwollalternativen steigen

  • Interessanterweise verschlechtert sich die Qualität der Ernte in den Vereinigten Staaten, liegt aber immer noch über dem 5-Jahres-Durchschnitt - die Wetterbedingungen in den Südstaaten sind nach wie vor solide und könnten die Aussichten für die Ernte verbessern

  • Die hohen Baumwollpreise werden auch weiterhin die Inflation in den Vereinigten Staaten und weltweit anheizen und auf einem hohen Niveau halten

  • Die Terminkurve für Baumwolle befindet sich in Backwardation. Die Jahrespreise sind um etwa 15 Cent pro Pfund gesunken

Die US-Baumwollexporte nach China sind in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen. Quelle: Bloomberg

Die derzeitige Situation beginnt, der von 2010 zu ähneln. Sollten die Ölpreise weiter steigen und das Wetter sich als ungünstig für die Ernte erweisen, könnten die Baumwollpreise in die Höhe schnellen. Quelle: xStation 5

Gold

  • Die Volatilität am Goldmarkt war in letzter Zeit hoch

  • Die geldpolitischen Aussichten deuten darauf hin, dass der Goldpreis unter Druck geraten dürfte

  • Spekulanten bauen Long-Positionen ab, ETFs beginnen mit dem Verkauf von Goldbeständen

  • Bitcoin hat seine Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen, Nasdaq entwickelt sich unterdurchschnittlich - Gold muss bei Marktturbulenzen nicht unbedingt als sicherer Hafen dienen, insbesondere wenn der US-Dollar stärker wird

  • Renditen bleiben ein Schlüsselfaktor für den Goldpreis in der Zukunft

ETFs verkaufen Gold. Die Goldbestände der börsengehandelten Fonds fielen auf ein Jahrestief. Quelle: Bloomberg

Die Renditen bleiben ein wichtiger Faktor für den Goldpreis. Quelle: Bloomberg
 

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