ūüė∑ Virus√§ngste kehren an den Markt zur√ľck ūüė∑

15:45 26. November 2021

‚Ěó Neue Covid-Variante aus S√ľdafrika belastet die M√§rkte

Die Nachricht von einer weiteren, noch gef√§hrlicheren Covid-Variante hat die M√§rkte heute √ľberrascht. Riskante Anlagen wie Aktien oder Industrierohstoffe st√ľrzten ab, w√§hrend sichere Anlagen in die H√∂he schnellten. Die Anleger haben sich wieder einmal den sogenannten "Pandemiegewinnern" zugewandt und sich von √Ėl- und Reiseunternehmen abgewandt. Bei fr√ľheren Pandemiewellen waren die Kursr√ľckg√§nge bei Verm√∂genswerten eher kurzlebig, doch diesmal wird viel davon abh√§ngen, ob sie sich auf die geldpolitischen Aussichten auswirken oder nicht.

Neue Coronavirus-Variante in S√ľdafrika entdeckt

Eine neue Coronavirus-Variante, die heute im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, wurde in S√ľdafrika gefunden. Zwar tauchen von Zeit zu Zeit neue Covid-Varianten auf, doch diese scheint anders zu sein, denn sie soll wesentlich √ľbertragbarer und widerstandsf√§higer gegen Antik√∂rper sein. Dar√ľber hinaus ist sie in S√ľdafrika bereits weit verbreitet, und einige F√§lle wurden aus asiatischen L√§ndern gemeldet. Da die Gefahr besteht, dass die verf√ľgbaren Behandlungen und Impfstoffe gegen diesen Stamm unwirksam sind, besteht die Gefahr, dass neue Lockdowns verh√§ngt werden. Ganz zu schweigen davon, dass zahlreiche L√§nder, insbesondere in Europa und Asien, bereits strengere Beschr√§nkungen in Erw√§gung gezogen haben, um den j√ľngsten Anstieg der F√§lle zu bek√§mpfen.

Gewinner und Verlierer

Das Ausmaß der Bewegungen an den Märkten ist heute groß, und es ist leicht, in dieser Situation zwischen Gewinnern und Verlierern zu unterscheiden. 

√Ėl- sowie Reise- und Luftfahrttitel sind die gr√∂√üten Verlierer. Dies sollte nicht √ľberraschen, da das Fehlen einer wirksamen Behandlung gegen die neue Variante die Regierungen wahrscheinlich dazu veranlassen w√ľrde, Reisebeschr√§nkungen zu verh√§ngen, um die Ausbreitung einzud√§mmen oder zumindest zu verz√∂gern. Energierohstoffe wie √Ėl oder Benzin fallen um 5-6%, und der Euro Stoxx 600 Travel and Leisure Subindex verliert heute ebenfalls 5%.

Da die Anleger sich aus risikoreichen Werten zur√ľckziehen, profitieren heute sichere Anlagen wie der Schweizer Franken, der japanische Yen oder Gold. Aktienh√§ndler, die versuchen, der Ank√ľndigung eines m√∂glichen Lockdowns zuvorzukommen, richten ihre Aufmerksamkeit auf die sogenannten ‚ÄěPandemiegewinner". Lebensmittellieferanten, Anbieter von "Stay-at-home"-Software und medizinische Aktien trotzen der allgemeinen Risk-off-Stimmung und notieren heute h√∂her.

Brent zieht sich weiter von dem j√ľngsten Hoch zur√ľck und ist heute um 5% gefallen. Das Risiko neuer Lockdowns, insbesondere Reisebeschr√§nkungen, droht zu einer weiteren Belastung f√ľr die √Ėlnachfrage zu werden. Quelle: xStation 5

Rohstoffe fallen - lassen die Inflationssorgen nach?

Da an den Rohstoffm√§rkten, insbesondere bei √Ėl und Industriemetallen, starke R√ľckg√§nge zu verzeichnen sind, k√∂nnte man meinen, dass der Inflationsdruck nachlassen k√∂nnte. Allerdings ist die Situation nicht so eindeutig. Es sei daran erinnert, dass zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 auch die Rohstoffpreise einbrachen. Dies sorgte zwar zun√§chst f√ľr eine gewisse Reduzierung der Inflation, aber Probleme in der Versorgungskette, die sich aus den Lockdowns ergaben, trieben die Rohstoffpreise in den folgenden Monaten auf Mehrjahreshochs, und die Einf√ľhrung neuer Beschr√§nkungen k√∂nnte diese noch ungel√∂sten Probleme jetzt nur noch verst√§rken. Zu beachten ist, dass die erste Welle der Pandemie die M√§rkte √ľberraschte und die Weltwirtschaft keineswegs darauf vorbereitet war.¬†

Der starke Einbruch der √Ėlnachfrage f√ľhrte zu einem enormen √úberangebot, das die √Ėlpreise schlie√ülich zum ersten Mal in der Geschichte ins Minus dr√ľckte. Im Moment ist die Situation anders. Die OPEC+ widersetzte sich den Aufforderungen der Vereinigten Staaten und anderer L√§nder, das Angebot zu erh√∂hen, da sie davon ausging, dass sich die Pandemie in der Wintersaison verst√§rken und die Mobilit√§t abnehmen w√ľrde. Wie sich herausstellte, hatten die √Ėlproduzenten Recht, auch wenn sie neue Virusvarianten nicht vorhersehen konnten, und scheinen jetzt besser auf die Situation vorbereitet zu sein.

Während die Rohstoffpreise Anfang 2020 einbrachen, wurden alle Verluste innerhalb weniger Monate wieder aufgeholt. Quelle: Bloomberg, XTB

Lehren aus der zweiten Pandemiewelle und der Delta-Welle

Der Einbruch der Verm√∂genspreise zu Beginn des Jahres 2020 war beispiellos. Die Anleger wurden von den Lockdowns v√∂llig √ľberrascht und beeilten sich, ihr Risiko am Markt zu reduzieren, als ob der Weltuntergang bevorst√ľnde. Als die Welt jedoch die Krise √ľberwunden hatte und sich die M√§rkte schnell erholten, waren die Anleger w√§hrend der zweiten Pandemiewelle im Herbst 2020 oder der Delta-Variante im Fr√ľhjahr 2021 wieder zuversichtlicher. Wie aus den nachstehenden Diagrammen hervorgeht, waren die Ausschl√§ge des Nasdaq 100 (US100), des deutschen Leitindex (DE30) und der Sorte Brent (OIL) wesentlich geringer als w√§hrend des ersten pandemiebedingten R√ľckgangs.¬†

Au√üerdem erholten sich diese M√§rkte innerhalb der ersten 30 Handelstage nach Beginn der zweiten Delta-Welle fast vollst√§ndig. Das bedeutet nat√ľrlich nicht, dass sich die Story dieses Mal wiederholen wird, denn es gibt noch weitere Faktoren zu ber√ľcksichtigen. Der wichtigste ist, ob die Situation die Fed dazu zwingen wird, die Straffung der Geldpolitik zu verschieben oder nicht. Nichtsdestotrotz waren ‚ÄěFOMO"- und "Buy-the-Dip"-Ans√§tze unter den Anlegern seit Beginn der Pandemie sehr verbreitet und machten die pandemiebedingten R√ľckg√§nge zu guten Kaufgelegenheiten an den M√§rkten.

DE30, US100 und Brent während der ersten 30 Handelssitzungen der zweiten Welle der Pandemie. Quelle: Bloomberg, XTB

DE30, US100 und Brent während der ersten 30 Handelssitzungen der Delta-Welle. Quelle: Bloomberg
 

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