08:58 · 29. Oktober 2026

Wirtschaftskalender: EZB-Zinsentscheid, PCE-Inflation und Amazon-Geschäftszahlen im Fokus 🚨

Wirtschaftskalender: EZB-Zinsentscheid, PCE-Inflation und Amazon-Geschäftszahlen im Fokus 🚨
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Federal Reserve hat die Zinsen wie erwartet unverändert belassen.
  • Alphabet enttäuschte bei den Zahlen und drückte die Tech-Stimmung.
  • Die EZB gibt heute ihren Zinsbeschluss und neue Signale bekannt.

Als Finanzexperte Jens Klatt ordne ich für Sie einen der spannendsten Handelstage dieser Woche ein. Wer an der Börse heute aktiv ist, muss eine Vielzahl an Impulsen verarbeiten. Der Vormittag steht ganz im Zeichen der gestrigen Fed-Entscheidung und einer regelrechten Welle von Gewinnmeldungen aus dem Big-Tech-Sektor. Während die US-Notenbank den Markt nicht verschreckte, sorgt eine herbe Enttäuschung bei Alphabet für trübe Stimmung an den Aktienmärkten. Da der heutige Wirtschaftskalender zudem mit hochkarätigen US-Daten und dem Zinsentscheid der EZB gespickt ist, präsentiere ich Ihnen im Folgenden die drei wichtigsten Markttreiber des Tages.


📌 Die 3 Key Takeaways für Ihren Handelstag

1. 🏦 Zentralbanken: Fed liefert keine Überraschungen – EZB im Fokus

  • Fed bleibt auf Kurs: Wie erwartet hat die Federal Reserve die Zinsen unverändert belassen. Zwar reagierten die Mitglieder Hammack und Cook mit "hawkischen" (restriktiven) Gegenstimmen, doch die anschließende Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh brachte keine hawkishen Überraschungen. Dies belastete in der Folge den US-Dollar sowie die Renditen am kurzen Ende der Zinskurve.

  • EZB-Entscheidung: Heute um 14:15 Uhr wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsbeschluss bekannt geben. Es wird erwartet, dass der Refinanzierungssatz bei 2,65 % und der Einlagensatz bei 2,50 % verbleibt. Entscheidend wird daher der Tonfall von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der anschließenden Pressekonferenz sein.

2. 💻 Berichtssaison: Alphabet schockt, Öl-Multis glänzen

  • Big Tech unter Druck: Die Stimmung an den Märkten wird massiv durch Alphabet gedämpft. Der Konzern blieb sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hinter den Erwartungen zurück und zieht die Nasdaq-Futures nach unten. In Asien belastete zudem ein enttäuschender Bericht von Samsung den südkoreanischen KOSPI.

  • Licht und Schatten in Europa: Ölkonzerne wie Shell (Gewinn je Aktie von 1,93 US-Dollar bei erwarteten 1,79 US-Dollar; operativer Cashflow: 21 Milliarden US-Dollar) und TotalEnergies übertrafen die Prognosen auf ganzer Linie. Auch Lloyds und Adidas lieferten solide ab. Volkswagen hingegen enttäuschte bitter mit geringeren Margen und einem operativen Verlust von 5,86 Milliarden US-Dollar.

  • Hoffnungsträger Amazon: Nach der Alphabet-Schwäche blickt der Markt heute nach US-Börsenschluss gebannt auf Amazon (Fokus auf AWS-Wachstum und KI-Investitionen) sowie Intel. Amazon muss nun das allgemeine Vertrauen in den Tech-Sektor wiederherstellen. Vorbörslich melden zudem Eli Lilly, Mastercard, Caterpillar und Merck ihre Zahlen.

3. 📅 US-Makrodaten & Öl: Ein Nachmittag der Entscheidungen

  • Inflations- und Wachstumsdaten: Der Wirtschaftskalender hält um 13:30 Uhr die wichtigsten US-Daten der Woche bereit. Die PCE-Inflation (die von der Fed bevorzugte Messgröße) wird veröffentlicht. Der Konsens erwartet einen Anstieg des Kern-PCE um 0,3 % im Monatsvergleich und 3,1 % im Jahresvergleich (Konsumausgaben: +0,5 %). Zeitgleich folgt die erste Schätzung des US-BIPs für das 3. Quartal (Konsens: 3,2 %; zuvor 1,5 %) sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Prognose: ca. 199.000).

  • Ölpreis fällt: Interessanterweise fallen die Ölpreise heute, da die bisherige geopolitische Prämie ausgepreist wird. Berichte über intensive Kontakte zwischen den USA und dem Iran (inklusive Annäherungsversuchen von US-Vizepräsident Vance an den iranischen Hardliner Rezaei) wecken Hoffnungen auf eine diplomatische Vermittlung.

Wirtschaftskalender 29.10.2026
 

💼 Expertenfazit von Jens Klatt: Die Risikobilanz neigt sich

Der Blick auf die Börse heute verlangt von Anlegern höchste Konzentration. Die europäischen Futures deuten zunächst auf einen seitwärts tendierenden Start hin (Euro Stoxx 50 +0,1 %).

Für den weiteren Tagesverlauf ist der Wirtschaftskalender am Nachmittag das absolute Zünglein an der Waage. Da die Fed-Pressekonferenz von Warsh eher zurückhaltend ausfiel, neigt sich die Risikobilanz klar in Richtung einer Marktreaktion auf schwächere US-Daten. Ein starkes PCE- oder BIP-Ergebnis würde die aktuelle Lage kaum verändern, doch überraschend schwache Zahlen könnten massive Zweifel am künftigen Straffungsszenario der US-Notenbank wecken. Gepaart mit dem Druck, den Amazon heute Abend verspürt, um den Tech-Sektor nach dem Alphabet-Debakel zu retten, steht uns ein hochvolatiler Nachmittag bevor. Sichern Sie Ihre Positionen engmaschig ab!

 

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