- Historische Zinsanhebung der BoJ
- Yen gibt trotz Zinsschritt nach
- Uneinigkeit und dovish-Risiko im Rat
- Historische Zinsanhebung der BoJ
- Yen gibt trotz Zinsschritt nach
- Uneinigkeit und dovish-Risiko im Rat
Markt News aus der Zentralbankwelt:
Die Bank of Japan (BoJ) folgte heute dem Beispiel der US-Notenbank Federal Reserve und hob ihren Leitzins um 25 Basispunkte an. Mit nun 1,25 % erreicht der Leitzins den höchsten Stand seit 31 Jahren.
Abbildung 1: BoJ-Leitzins und Kern-CPI-Inflation in Japan (1995 – 2026)
Quelle: XTB Research, 18.09.2026
Im Gegensatz zum US-Dollar, der nach der letzten FOMC-Sitzung zulegen konnte, gab der Japanische Yen am Devisenmarkt einen Teil seiner Gewinne der letzten Wochen wieder ab.
Abbildung 2: Wichtige Währungspaare im Vergleich zum USD (14.09.2026 – 19.09.2026)
Quelle: XTB Research, 18.09.2026
Für diese Marktbewegung gibt es mehrere Gründe, die jedoch alle auf einen zentralen Punkt zurückzuführen sind: Die Bank of Japan blieb bei ihrer Forward Guidance hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurück.
Abbildung 3: Vom Markt eingepreister BoJ-Zinspfad (2026 – 2027)
Quelle: XTB Research, 18.09.2026
Hinweis: Die aktuellen Bewertungen beziehen sich auf ein höheres Niveau (d. h. inklusive des heutigen Zinsschritts).
Fehlende Einstimmigkeit im BoJ-Gouverneursrat
Ein entscheidender Faktor im Bereich Forex Aktuell: Die Zinsentscheidung fiel keineswegs einstimmig aus (7:2). Die beiden Vorstandsmitglieder Toichiro Asada und Ayano Sato, die erst im März von der Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi ernannt wurden, stimmten gegen die Zinserhöhung. Dies ist für Forex-Trader besonders relevant, da die Amtszeiten von Naoki Takamura und Hajime Takata – den zwei ausgeprägtesten Verfechtern einer strafferen Geldpolitik (Hawks) – bereits im Juli kommenden Jahres enden. Da die Regierung die Nachfolger nominiert, könnte sich das Kräfteverhältnis innerhalb des BoJ-Gouverneursrats künftig deutlich in Richtung einer taubenhaften (dovischen) Geldpolitik verschieben. Anders als bei gewöhnlichen Gesetzesentwürfen, bei denen eine zweidrittel Mehrheit im Repräsentantenhaus ein Veto des Oberhauses überstimmen kann, erfordert die Ernennung von BoJ-Vorstandsmitgliedern die Zustimmung beider Kammern. Das schränkt den Handlungsspielraum der Regierung ein und könnte die Durchsetzung extrem dovish ausgerichteter Kandidaten verhindern. Sanae Takaichi gilt als Verfechterin einer Reflationspolitik. Ihr Ziel ist es, durch eine gezielt moderate Inflation die Nachfrage anzukurbeln. Ihre Wirtschaftspolitik weist Parallelen zur „Abenomics“-Strategie des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe auf: eine lockere Finanzpolitik, ein schwacher Yen zur Unterstützung der Exportwirtschaft und aktive Konjunkturimpulse durch Staatsausgaben.
Gouverneur Ueda zeigt sich nicht ausreichend hawkish
Die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda sorgte beim Währungspaar USD/JPY zwar kurzfristig für einen Abwärtsdruck, verhalf dem Yen letztlich jedoch nicht zu einer nachhaltigen Erholung.
Ueda betonte:
„Bislang war unser kurfristiges politisches Ziel, die Kerninflation aus den Niveaus von unter 2 Prozent herauszuführen. Aktuell nähert sich die Kerninflation der Marke von 2 Prozent, was bedeutet, dass sich die Phase unserer Geldpolitik verändert hat.“
Gleichzeitig stellte er klar, dass die Notenbank keinen festen Zeitplan oder ein vorgegebenes Tempo für weitere Zinsschritte hat. Jede künftige Entscheidung hänge von den aktuellen makroökonomischen Daten ab – insbesondere von der Entwicklung der Inflation. Um die Finanzmärkte zu beruhigen, hob Ueda hervor, dass die monetären Rahmenbedingungen im Land trotz des Endes der Ultra-Lockerung weiterhin akkommodierend bleiben. Die aktuelle wirtschaftliche Lage Japans beschrieb er als „moderate Erholung“. Zudem bestätigte Ueda, dass die BoJ die Wechselkursschwankungen aufmerksam beobachten müsse. Ein zu schwacher Yen treibt die sogenannte importierte Inflation an – insbesondere bei Energie-Rohstoffen, da Japan rund 90 % seines Energiebedarfs über Importe deckt.
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Michał Jóźwiak, Finanzmarktanalyst bei XTB
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Die restriktiven Äußerungen des Gouverneurs der Bank of Japan stärken den Yen - die wichtigsten Erkenntnisse
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Wirtschaftskalender: Kurswechsel der BoJ in Richtung einer lockeren Geldpolitik und wichtige Daten aus Europa und den USA
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