15:23 · 10. Juni 2026

Bitcoin wirkt günstig, aber ist das schon der Tiefpunkt? Die Kryptomärkte warten auf einen Auslöser

Bitcoin News: Inflation belastet BTC - Ist Bitcoin günstig?
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Inflation bleibt der wichtigste Belastungsfaktor für Bitcoin 
  • Bitcoin wirkt laut On-Chain-Daten zunehmend unterbewertet 
  • ETFs und institutionelle Nachfrage könnten den Markt stabilisieren 

Ein starker US-Dollar und anhaltende Inflationssorgen belasten weiterhin den Bitcoin-Kurs. Obwohl die heutige Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (VPI) kaum unmittelbare Auswirkungen auf BTC hatte, sorgte die Serie überraschend robuster Arbeitsmarktdaten zuletzt für zusätzlichen Druck auf die Stimmung am Kryptomarkt.

►Bitcoin: ISIN XC000A2YY636 | WKN: A2YY63 | Ticker Bitcoin

Bitcoin hat inzwischen rund 50% gegenüber seinem Rekordhoch aus dem Herbst 2025 verloren. Laut mehreren wichtigen On-Chain-Indikatoren, darunter Kennzahlen von Grayscale, erscheint die Kryptowährung inzwischen jedoch deutlich unterbewertet. Zwar haben die Bewertungen noch nicht die extrem günstigen Niveaus früherer Zyklustiefs erreicht, dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass sich frühere Bärenmärkte exakt wiederholen.

Bitcoin News: Regulierung und Inflation bleiben zentrale Risiken

Fortschritte beim CLARITY Act verlangsamen sich

Die regulatorischen Aussichten in den USA haben sich zuletzt eingetrübt. Die Fortschritte beim CLARITY Act, einem wichtigen Gesetzesvorhaben für die Kryptobranche, haben sich verlangsamt. Dadurch entstehen Zweifel, ob ein kryptofreundlicher Regulierungsrahmen zeitnah umgesetzt werden kann.

Mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen dürfte die Unsicherheit weiter zunehmen. Demokraten und Republikaner vertreten weiterhin unterschiedliche Positionen zu digitalen Vermögenswerten. Ein Wahlsieg der Demokraten könnte von Teilen des Kryptomarktes als weniger positives Szenario bewertet werden.

Galaxy Digital hat die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des CLARITY Act kürzlich von 75% auf 60% gesenkt. Als Gründe nennt das Unternehmen die begrenzte Anzahl verbleibender Sitzungstage im Senat sowie anhaltende politische Kontroversen rund um das Gesetz.

Inflation wichtiger als Regulierung

Das größte Risiko für Bitcoin scheint derzeit jedoch die Inflation zu sein. Anhaltend hohe Inflationsraten erhöhen nicht zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen, schränken jedoch den Spielraum der US-Notenbank für Zinssenkungen erheblich ein.

Zu Jahresbeginn gingen viele Anleger noch davon aus, dass Zinssenkungen nahezu unvermeidbar seien. Die deutliche Neubewertung dieser Erwartungen hat maßgeblich zum Rückgang von Bitcoin beigetragen.

Sollten die Spannungen im Nahen Osten anhalten, könnten erhöhte Ölpreise Risikoanlagen während des dritten und vierten Quartals weiterhin belasten. Ein mögliches Friedensabkommen mit dem Iran könnte dagegen als positiver Impuls für Bitcoin und die allgemeine Marktstimmung wirken und eine Trendwende einleiten.

Krypto News: Ist Bitcoin aktuell günstig bewertet?

Während früherer Markttiefs verzeichnete Bitcoin deutlich stärkere Kursverluste. Dadurch entstanden aus Sicht vieler On-Chain-Bewertungsmodelle noch attraktivere Einstiegsmöglichkeiten.

Die Corona-Panik im Jahr 2020 sowie der Zusammenbruch von FTX Ende 2022 boten rückblickend klarere Bewertungschancen. Gleichzeitig erwarteten viele Marktteilnehmer auch damals noch tiefere Kurseinbrüche.

Obwohl die aktuelle Marktphase nicht dem klassischen Bild einer Kapitulation entspricht, muss das Tief dieses Bärenmarktes nicht zwingend von extremer Panik begleitet werden. Ein solcher Verlauf ist möglich, aber keineswegs garantiert.

Ein Grund dafür könnte sein, dass der Bitcoin-Bullenmarkt zwischen 2024 und 2026 deutlich geringere Kursgewinne hervorbrachte als die Zyklen von 2017 und 2021. Entsprechend könnte auch die aktuelle Korrektur weniger stark ausfallen.

Darüber hinaus erscheint die Branche trotz der massiven Verluste - insbesondere bei Altcoins - deutlich robuster als noch 2022. Die exzessive Hebelwirkung früherer Jahre wurde weitgehend aus dem Markt gespült, wodurch das Ökosystem heute insgesamt stabiler wirkt.

Bitcoin News: ETFs und institutionelle Nachfrage stützen den Markt

Ein weiterer Unterschied zu früheren Marktzyklen ist die wachsende institutionelle Nachfrage. Strategy baut seine Bitcoin-Bestände weiterhin aggressiv aus und verfügt zugleich über ausreichende Liquiditätsreserven. Wesentliche Schuldenrückzahlungen werden erst in den Jahren 2028 und 2029 erwartet.

Sollte Strategy irgendwann gezwungen sein, größere Bitcoin-Bestände zu verkaufen und dadurch einen erneuten Markteinbruch auslösen, würde dies den längsten Bärenmarkt der Kryptogeschichte bedeuten und den traditionellen Vierjahreszyklus rund um das Bitcoin-Halving infrage stellen.

Zusätzliche Unterstützung erhält der Markt durch Spot-Bitcoin-ETFs. Diese existierten in früheren Zyklen nicht und sorgen seit ihrer Einführung für eine strukturelle Nachfragequelle. Die Nettozuflüsse in die ETFs bleiben bislang klar positiv und könnten weiteres Abwärtspotenzial begrenzen.

Bitcoin News: Technischer Ausblick auf Bitcoin

Aus technischer Sicht befindet sich Bitcoin inzwischen in der dritten größeren Abwärtsbewegung seit dem Herbst 2025. Die beiden vorherigen Verkaufswellen waren hinsichtlich ihrer Größenordnung vergleichbar.

Sollte sich dieses Muster fortsetzen, könnte die nächste bedeutende Unterstützungszone im Bereich von 55.000 US-Dollar liegen.

Bitcoin Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 10.06.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Eryk Szmyd 
Finanzmarktanalyst, XTB

 

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