- Microsoft, Amazon und Halbleiterwerte treiben die Wall Street deutlich nach oben.
- AWS wächst mit 37% so stark wie seit 18 Quartalen nicht mehr und bestätigt den KI-Boom.
- Schwächere US-Konjunkturdaten werden durch stabile Inflation und einen robusten Arbeitsmarkt abgefedert.
- Microsoft, Amazon und Halbleiterwerte treiben die Wall Street deutlich nach oben.
- AWS wächst mit 37% so stark wie seit 18 Quartalen nicht mehr und bestätigt den KI-Boom.
- Schwächere US-Konjunkturdaten werden durch stabile Inflation und einen robusten Arbeitsmarkt abgefedert.
Die US-Börsen haben den Donnerstag mit deutlichen Kursgewinnen beendet. Vor allem starke Quartalszahlen großer Technologiekonzerne sorgten für eine breite Kaufwelle und hoben insbesondere den Technologiesektor auf neue Höchststände. Gleichzeitig blickten Anleger auf gemischte Konjunkturdaten aus den USA sowie Entscheidungen der Bank of Japan. Auch an den asiatischen Börsen setzte sich die positive Stimmung zum Wochenschluss fort.
Wall Street: Microsoft, Amazon und Halbleiterwerte treiben die Rally
Die Wall Street beendete den Handelstag mit kräftigen Aufschlägen. Der Dow Jones gewann 1,2%, der S&P 500 legte um rund 1,7% zu. Den stärksten Anstieg verzeichnete erneut der Nasdaq, der um fast 2,8% zulegte und damit klarer Tagesgewinner war. Motor der Aufwärtsbewegung waren erneut die großen Technologiewerte. Besonders Microsoft überzeugte nach starken Quartalszahlen und sprang um rund 15% nach oben.
Auch der Halbleitersektor zeigte eine außergewöhnlich starke Entwicklung:
- Microsoft: +15%
- Micron: +18%
- AMD: +15%
- Sandisk: +25%
Die Kursgewinne spiegeln die zunehmende Zuversicht wider, dass die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz inzwischen erste deutliche wirtschaftliche Erfolge liefern.
Amazon überzeugt mit Rekordwachstum bei AWS
Nach Börsenschluss veröffentlichte Amazon seine Quartalszahlen und übertraf die Erwartungen der Anleger deutlich. Der Konzern steigerte den Umsatz im Jahresvergleich um 20% auf 200,6 Mrd. US-Dollar. Besonders stark präsentierte sich erneut die Cloud-Sparte AWS. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 37% auf 42,2 Mrd. US-Dollar. Damit verzeichnete AWS das höchste Wachstum seit 18 Quartalen. Die Zahlen gelten als weiteres Signal dafür, dass Amazons milliardenschwere Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur zunehmend operative Erträge generieren. Dennoch bleibt der Umfang der Investitionen ein wichtiges Diskussionsthema am Markt. Amazon kündigte weitere steigende Investitionsausgaben an und unterstrich damit den langfristigen Fokus auf künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 5,75 US-Dollar. Dabei wurde das Ergebnis allerdings auch durch einen einmaligen Bewertungsgewinn aus der Beteiligung an Anthropic unterstützt.
Apple liefert solide Zahlen - Anleger bleiben dennoch zurückhaltend
Auch Apple veröffentlichte nach Handelsschluss seine Geschäftszahlen. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 16% auf 109,4 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,02 US-Dollar. Besonders stark entwickelte sich das iPhone-Geschäft mit einem Umsatzplus von mehr als 20% im Jahresvergleich. Gleichzeitig erzielte der Servicebereich erneut einen Rekordumsatz für ein Juni-Quartal. Trotz der insgesamt überzeugenden Zahlen blieb die Marktreaktion verhalten. Anleger bemängelten insbesondere das etwas schwächere Wachstum im Servicegeschäft sowie weiterhin gemischte Entwicklungen auf dem chinesischen Markt. Die anfänglichen Kursgewinne konnten daher nachbörslich nicht gehalten werden.
Markt News: Asiatische Börsen folgen der US-Tech-Rally
Die positive Stimmung von der Wall Street setzte sich auch an den asiatischen Aktienmärkten fort. Besonders gefragt waren erneut Technologie- und Halbleiterwerte. Der südkoreanische KOSPI gewann rund 1,7%, angeführt von kräftigen Kursanstiegen bei Samsung Electronics und SK Hynix. Noch stärker entwickelte sich der japanische Nikkei 225, der zeitweise mehr als 5% zulegen konnte. Auch hier standen Halbleiter- und KI-Unternehmen im Mittelpunkt des Interesses. Investoren setzen zunehmend darauf, dass die hohen KI-Investitionen der US-Technologiekonzerne künftig nachhaltiges Gewinnwachstum ermöglichen.
Konjunktur: Schwächeres US-Wachstum trifft auf robuste Arbeitsmarktdaten
Die jüngsten US-Konjunkturdaten lieferten ein gemischtes Bild. Das Bruttoinlandsprodukt der USA stieg im zweiten Quartal annualisiert lediglich um 1,5% und blieb damit unter den Markterwartungen von 2,1%. Gleichzeitig zeigten die Details des Berichts weiterhin einen robusten privaten Konsum. Die VPI-Kerninflation entsprach mit 3,4% im Jahresvergleich den Prognosen. Auch der Arbeitsmarkt präsentierte sich stabil. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank auf lediglich 197.000 und bestätigte die anhaltende Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes. Für die Finanzmärkte ergab sich daraus kein eindeutiges Signal. Das schwächere Wirtschaftswachstum wurde durch stabile Inflationsdaten und einen starken Arbeitsmarkt weitgehend ausgeglichen.
Bank of Japan hält an Zinspolitik fest
Wie erwartet ließ die Bank of Japan ihren Leitzins unverändert. Die Entscheidung fiel mit einer Mehrheit von acht zu einer Stimme. Größere Aufmerksamkeit galt daher den Aussagen der Notenbank hinsichtlich möglicher zukünftiger Zinserhöhungen. Unterstützt wurden entsprechende Spekulationen durch robuste Wirtschaftsdaten. Die japanische Industrieproduktion stieg im Juni im Monatsvergleich um 1,3% und übertraf damit die Erwartungen von 0,7% deutlich. Zudem legte die Kerninflation in Tokio ohne frische Lebensmittel im Jahresvergleich auf 1,9% zu und fiel damit höher aus als die erwarteten 1,7%. Allein dürfte dieser Wert jedoch noch nicht ausreichen, um kurzfristig eine deutlich restriktivere Geldpolitik zu rechtfertigen.
China und Australien mit gegensätzlichen Signalen
Aus China kamen erneut schwache Konjunkturdaten. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 49,2 Punkte und blieb damit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Gleichzeitig lag der Wert unter den Erwartungen von 50,0 Punkten und signalisiert weiterhin eine schrumpfende Industrie. In Australien überraschte dagegen die Erzeugerpreisinflation deutlich positiv. Der Produzentenpreisindex stieg im Monatsvergleich im zweiten Quartal um 1,3% und lag damit klar über den erwarteten 0,5%. Im Jahresvergleich beschleunigte sich der Preisauftrieb auf 3,6% nach zuvor 3,0%.
Devisen: USD/JPY überwindet erneut die Marke von 160
Am Devisenmarkt setzte der USD/JPY seine Erholung fort und stieg wieder über die Marke von 160. Trotz der jüngsten Interventionen der japanischen Behörden und der unveränderten Geldpolitik bleibt der Yen unter Druck.
Rohstoffe: Gold und Silber geben leicht nach
Am Edelmetallmarkt dominierten zum Wochenschluss leichte Gewinnmitnahmen. Der Goldpreis verlor rund 0,5% und notierte wieder unterhalb von 4.100 US-Dollar je Feinunze. Auch Silber gab um etwa 0,7% nach.
Kryptowährungen starten verhalten in den Handel
Am Kryptomarkt überwogen ebenfalls leichte Kursverluste. Bitcoin verlor rund 0,6% und testete die Marke von 64.000 US-Dollar. Ethereum bewegte sich zuletzt im Bereich von 1.900 US-Dollar.
Experten Fazit
Die starken Unternehmenszahlen der US-Technologiekonzerne bestimmten klar das Marktgeschehen. Während Microsoft und Amazon mit ihren KI- und Cloud-Geschäften überzeugten, blieb die Reaktion auf Apples Ergebnisse verhaltener. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Konjunkturdaten, dass die US-Wirtschaft zwar an Dynamik verliert, der Arbeitsmarkt jedoch weiterhin robust bleibt. Anleger dürften daher in den kommenden Handelstagen insbesondere auf weitere Unternehmensberichte sowie neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten achten.
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FAQ
Warum steigen die US-Börsen heute so deutlich?
Vor allem starke Quartalszahlen von Microsoft und Amazon sowie die anhaltende Euphorie rund um künstliche Intelligenz sorgen für kräftige Kursgewinne.
Warum reagierte die Apple-Aktie trotz guter Zahlen schwach?
Anleger bemängelten das weniger dynamische Wachstum im Servicegeschäft sowie die weiterhin gemischte Entwicklung in China.
Welche Konjunkturdaten stehen derzeit im Fokus?
Im Mittelpunkt stehen das schwächere US-Wirtschaftswachstum, stabile Inflationsdaten, ein robuster Arbeitsmarkt sowie die unveränderte Zinspolitik der Bank of Japan.
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