08:31 · 13. Juli 2026

BÖRSE AKTUELL: Straße von Hormus gesperrt? (13.07.2026)

Börse Aktuell: Straße von Hormus im Fokus - Ölpreise steigen, Aktienmärkte unter Druck
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Die angekündigte Blockade der Straße von Hormus sorgt weltweit für steigende Ölpreise und eine deutliche Verschlechterung der Risikostimmung
  • Aktienmärkte in Asien sowie Futures auf DAX und Nasdaq stehen unter Druck, während der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt bleibt
  • Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke auf die US-Inflationsdaten sowie Aussagen der US-Notenbank, die zusätzliche Impulse für die Finanzmärkte liefern könnten

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten dominieren zum Wochenstart die Börse Aktuell. Nachdem die iranischen Revolutionsgarden die Schließung der Straße von Hormus angekündigt haben, reagieren Anleger weltweit mit einer Flucht in sichere Anlagen. Gleichzeitig legen die Ölpreise deutlich zu, während Aktienmärkte und Kryptowährungen unter Druck geraten. Die aktuellen Markt News zeigen, dass die geopolitischen Risiken wieder das wichtigste Thema für Investoren sind.

Straße von Hormus: Iran kündigt Blockade an

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten am Wochenende, dass die Straße von Hormus bis auf Weiteres für den Schiffsverkehr geschlossen werde. Weitere militärische Maßnahmen der USA oder ihrer Verbündeten würden nach Angaben Teherans mit einer entschlossenen Reaktion beantwortet. Zusätzlich meldete die IRGC, dass ein Schiff beschossen worden sei, nachdem es seine Identifikationssysteme deaktiviert, einen von den iranischen Behörden genehmigten Korridor verlassen und Aufforderungen zur Kursänderung ignoriert habe. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten für den weltweiten Öltransport. Jede Eskalation in dieser Region besitzt das Potenzial, die Energiepreise und damit auch die Inflation weltweit erneut anzuheizen.

USA weisen iranische Darstellung zurück

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) widersprach den iranischen Angaben. Nach Angaben der US-Streitkräfte sei die Schifffahrt in der Meerenge weiterhin möglich und verlaufe ohne größere Störungen. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die internationale Schifffahrt weiterhin gewährleistet sei. Gleichzeitig warnte er Teheran vor weiteren militärischen Konsequenzen, sollte der Iran seine Aktionen fortsetzen. Die jüngsten Spannungen folgen auf die Luftangriffe der USA auf zahlreiche Ziele im Iran sowie das offiziell für beendet erklärte Waffenstillstandsabkommen.

Rohstoffe: Ölpreise steigen deutlich

Die geopolitische Unsicherheit sorgt erneut für Aufwärtsdruck bei den Energiepreisen.

  • Brent-Rohöl steigt auf rund 79,50 US-Dollar je Barrel (+4,5%)
  • WTI verteuert sich auf etwa 74,50 US-Dollar (+4,5%)
  • Erdgas am niederländischen TTF-Handelsplatz gewinnt rund 3,6% auf über 50 US-Dollar je MWh

Steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,58% belasten gleichzeitig Edelmetalle. Gold fällt auf rund 4.060 US-Dollar je Feinunze, Silber gibt auf etwa 58,30 US-Dollar nach.

Aktienmärkte: Risikoaversion belastet Asien und Futures

Die geopolitischen Risiken führen zu einer deutlichen Verschlechterung der Risikostimmung. Besonders stark unter Druck steht Südkorea. Nach der starken Kursrally infolge des Nasdaq-Debüts verliert SK Hynix mehr als 14%. Der KOSPI fällt um rund 8,2%.

Auch andere asiatische Börsen starten schwach in die Woche:

  • Nikkei verliert rund 2,2%
  • Shanghai Composite gibt etwa 1,6% nach
  • Hang Seng behauptet sich dagegen mit einem Plus von 0,5%, gestützt von JD.com (+3,7%), Alibaba (+2,0%), CNOOC (+1,7%) und Xiaomi (+1,0%)

Auch die Terminmärkte signalisieren einen schwachen Handelsstart:

  • Nasdaq Futures: -1,4%
  • DAX Futures: -0,9%

Wirtschaftskalender: Ruhiger Wochenauftakt

Makroökonomisch beginnt die Woche vergleichsweise ruhig. Aus Neuseeland wurde lediglich der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor veröffentlicht, der mit 50,6 Punkten leicht positiv überraschte. Der Fokus richtet sich nun auf Dienstag. Dann stehen die US-Inflationsdaten für März sowie die Anhörung des Fed-Vorsitzenden Warsh vor dem US-Repräsentantenhaus auf dem Programm. Beide Termine könnten die Zinserwartungen und damit die Entwicklung an den Finanzmärkten maßgeblich beeinflussen.

Devisen: US-Dollar profitiert von Unsicherheit

Mit der zunehmenden Risikoaversion gewinnt der US-Dollar leicht an Stärke. Das Währungspaar EUR/USD bewegt sich weiterhin im Bereich von 1,14.

Unter den größeren Verlierern befinden sich vor allem risikosensitive Währungen:

  • Australischer Dollar: -0,4%
  • Schwedische Krone: -0,4%
  • Japanischer Yen: -0,4%

Auch zahlreiche Schwellenländerwährungen geraten unter Druck. Besonders schwach entwickeln sich:

  • Ungarischer Forint: -0,7%
  • Südkoreanischer Won: -0,6%
  • Südafrikanischer Rand: -0,6%
  • Polnischer Zloty: -0,5%

Kryptowährungen geben nach

Die zunehmende Risikoaversion belastet auch den Kryptomarkt. Bitcoin verliert rund 1,6% und fällt wieder unter die Marke von 63.000 US-Dollar. Ethereum gibt ebenfalls um rund 1,7% nach und notiert aktuell bei etwa 1.780 US-Dollar.

Fazit: Geopolitik bestimmt die Börse Aktuell

Die aktuellen Markt News werden klar von den Entwicklungen im Nahen Osten bestimmt. Die angekündigte Schließung der Straße von Hormus erhöht die Unsicherheit an den Finanzmärkten erheblich. Während Ölpreise und Staatsanleiherenditen steigen, geraten Aktien, Edelmetalle und Kryptowährungen unter Druck. Entscheidend dürfte nun sein, ob sich die Lage militärisch weiter zuspitzt oder ob diplomatische Lösungen wieder in den Vordergrund rücken.

 

ONLINE-BROKER WAHL 2026

  • Brokervergleich.de sucht den Broker des Jahres
  • XTB setzt auf deine Stimme!
  • JETZT mitmachen - der Veranstalter verlost tolle Preise unter allen Teilnehmern

 

 

FAQ

Warum reagiert die Börse so stark auf die Straße von Hormus?
Über die Straße von Hormus wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölexports transportiert. Jede Einschränkung kann die Energiepreise deutlich steigen lassen und die Inflation erhöhen.

Warum steigen die Ölpreise?
Anleger befürchten Versorgungsengpässe im Nahen Osten. Dadurch steigen die Risikoprämien am Ölmarkt.

Warum fallen Kryptowährungen?
In Phasen erhöhter Unsicherheit reduzieren Investoren häufig ihre Positionen in risikoreichen Anlageklassen wie Bitcoin und Ethereum.

Welche Termine stehen diese Woche im Fokus?
Besondere Aufmerksamkeit gilt den US-Inflationsdaten sowie der Anhörung von Fed-Chef Warsh, da beide Ereignisse die Erwartungen an die US-Geldpolitik beeinflussen können.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

Zum Experten 
8. Juli 2026, 20:35

BÖRSE HEUTE: Eskalation im Nahen Osten - FOMC befürchtet Inflation

8. Juli 2026, 19:28

Trumps Besuch in Ankara deutet nicht auf eine vollständige Eskalation hin, Ölpreis begrenzt Kursgewinne, Nasdaq 100 federt Verluste

8. Juli 2026, 18:21

S&P 500 verliert vor Protokoll 1%

8. Juli 2026, 15:23

🛢️Wird der Ölpreis wieder auf 100 Dollar pro Barrel steigen? Trump deutet das Ende des Waffenstillstands an

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!

Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.

XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.

RISIKOHINWEIS für CFD

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.