- Neuer Handelskrieg belastet den CAD
- Gefahr von der US-Dollar-Seite
- Charttechnik zeigt Korrekturpotenzial
- Neuer Handelskrieg belastet den CAD
- Gefahr von der US-Dollar-Seite
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Die Woche beginnt am Währungsmarkt mit vergleichsweise geringer Volatilität. Eine deutliche Ausnahme bildet jedoch der kanadische Dollar, der am heutigen Handelstag gegenüber dem US-Dollar um mehr als 0,4 % nachgibt.
► USDCAD ISIN XC000A0AEM51 | WKN A0AEM5 | Ticker: USD/CAD
Abbildung 1: G10 Währungs-Dashboard (24.08.2026)
Quelle: XTB Research, 24.08.2026
Wo liegen die Ursachen für diese deutliche Kursbewegung und wie sieht die fundamentale sowie technische USDCAD Prognose aus?
Rückkehr des Handelskriegs belastet den CAD
Die Gespräche über ein neues Handelsabkommen zwischen Washington und Ottawa sind überraschend gescheitert. Nachdem die Verhandlungen am Freitag abgebrochen wurden, folgten umgehend Sonderzölle in Höhe von 50 % auf kanadische Exportgüter in die USA. Davon betroffen sind Waren mit einem Gesamtwert von etwa 20 bis 28 Milliarden US-Dollar – was circa 5 bis 7 % aller kanadischen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten entspricht. Die Zollliste umfasst unter anderem Bauholz, Zement, Möbel, ausgewählte Milchprodukte, Wein, Elektrogeräte sowie Eishockey-Ausrüstung. US-Präsident Donald Trump verteidigte den Schritt energisch und warf Kanada in den sozialen Medien vor, „die Vorteile eines US-Bundesstaates nutzen zu wollen, ohne einer zu sein“.
Der kanadische Premierminister Mark Carney wirft der US-Regierung hingegen vor, in letzter Minute unfaire und wirtschaftlich schädliche Forderungen gestellt zu haben – darunter den Versuch, Kanadas Handlungsspielraum bei Freihandelsabkommen mit anderen Nationen einzuschränken. Die US-Seite (vertreten durch Jamieson Greer) weist diese Vorwürfe zurück und betont, die kanadischen Unterhändler hätten einen bereits erzielten Kompromiss durch neue Nachforderungen gebrochen.
Geplante Gegenmaßnahmen aus Ottawa
Laut Ankündigung von Premierminister Carney sollen kanadische Vergeltungszölle auf US-Exporte in ähnlicher Höhe am 8. September in Kraft treten („Dollar für Dollar“). Diese Vergeltungsmaßnahmen richten sich gegen US-Branchen wie Stahl, Landmaschinen, Haushaltsgeräte, Elektronik und Milchprodukte. Die Auswahl ist kein Zufall: Sie soll gezielt politisch bedeutsame US-Bundesstaaten treffen, was im Hinblick auf die bevorstehenden US-Midterm-Elections von besonderer Relevanz ist.
Anleihen, PCE-Inflation und Jackson Hole
Auf Seiten der US-Währung stehen in dieser Woche drei zentrale Einflussfaktoren im Fokus der Anleger:
- US-Staatsanleihen: Der Renditerückgang bei 30-jährigen US-Bonds infolge von Interventionen des Finanzministeriums erwies sich nicht als nachhaltig. Die Rendite liegt aktuell wieder bei ca. 5,24 % (etwa 6 Basispunkte über den Tiefstständen von Donnerstag). Anzeichen für ein steigendes Dollar-Angebot könnten den USD weiter unter Druck setzen.
- PCE-Inflationsdaten: Am Mittwoch wird der von der US-Notenbank bevorzugte PCE-Preisindex veröffentlicht. Nach gescheiterten Marktinterventionen stieg die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Herbst deutlich an: Die Chance für September liegt aktuell bei etwa 40 %, für Oktober bei über 60 %.
- Jackson Hole Symposium: Das Treffen der Notenbanker von Donnerstag bis Samstag gilt als wichtigstes Event der Woche. Wenn Fed-Chef Warsh am Freitag seine Rede hält, erwarten die Märkte klare Signale. Ein Fehlen konkreter Orientierungshilfen könnte den US-Dollar zusätzlich belasten.
Technische USDCAD Prognose
Abbildung 2: USDCAD im Tageschart (31.03.2026 – 24.08.2026)
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 24.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Im heutigen Chart des Tages zeigt sich im mittelfristigen Bild weiterhin ein Vorteil für die Bären (Angebotsseite). Das Währungspaar notiert unterhalb aller maßgeblichen exponentiellen Durchschnitte.
- Widerstandszone: Die EMA 50, EMA 100 und EMA 150 bilden zusammen mit dem 38,2 % Fibonacci-Retracements-Level einen massiven Widerstandsbereich nach oben.
- Indikatoren: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,9 und erholt sich langsam aus dem überverkauften Bereich. Dies sichert kurzfristig Raum für eine temporäre Aufwärtskorrektur im USDCAD.
Zusammenfassend bleibt das fundamentale Umfeld durch den Handelskonflikt volatil, während die charttechnische USDCAD Prognose mittelfristig angeschlagen bleibt, kurzfristig jedoch Erholungspotenzial bietet.
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