DE30: Europäische Aktien erholen sich vom anfänglichen Einbruch

13:45 14. Januar 2020

++ EU-Kommission dürfte diese Woche Details zum „European Green Deal” bekannt geben ++ DE30 erholt sich von seinem anfänglichen Rückgang ++ Aktien von RWE und Beiersdorf nach Herabstufungen unter Druck ++

Der Handel an den europäischen Börsen war zu Beginn der Sitzung am Dienstag recht volatil. Der DE30 brach um rund 80 Punkte ein, konnte sich allerdings wieder erholen. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert der deutsche Leitindex sogar leicht über dem gestrigen Schlusskurs. Dies gilt auch für andere Indizes aus Europa.

EU enthüllt finanzielle Details des „European Green Deals”

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich auf ein Transformationsabkommen geeinigt, das die Netto-Kohlendioxidemissionen bis 2050 auf Null reduzieren soll. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission diese Woche die finanziellen Details enthüllen wird. Einigen Berichten zufolge wird die Präsentation heute stattfinden. Es ist bekannt, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren Investitionen in Höhe von 1 Billion EUR zur Unterstützung des Projekts getätigt werden und dass ein Fonds eingerichtet wird, der die am stärksten von der Kohle abhängigen Länder bei der Transformation unterstützen soll. Einzelheiten über die spezifische Mittelzuweisung wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben, und es ist zu hoffen, dass sie heute vorgelegt werden. Es wird erwartet, dass es eine erhebliche Verzerrung der Ausgaben zugunsten der Länder geben wird, die am stärksten von Kohle und Braunkohle abhängig sind. Das Dokument dürfte die Finanzierungsquellen aufzeigen. Vier Länder - Deutschland, Italien, Frankreich und Polen - sind für mehr als die Hälfte der gesamten Treibhausgasemissionen der EU im Jahr 2017 verantwortlich.

Quelle: xStation 5

Der DE30 leitete nach der Ausbildung eines 2-Jahreshochs eine Abwärtsbewegung ein. Zu Beginn der heutigen Sitzung gab der Index stark nach und testete die Unterstützung bei 13375 Punkten, die durch frühere Kursreaktionen gekennzeichnet ist. Am Ende der ersten Handelsstunde wurde der Verlust jedoch vollständig ausgeglichen und aktuell sind sogar einige Gewinne erkennbar. Der entscheidende Widerstand befindet sich im Bereich von 13.480 Punkten, wo die Abwärtstrendlinie mit der 50-Stunden-Linie (grüne Linie) zusammenfällt. Die erste Unterstützung befindet sich wiederum bei 13.300 Punkten, während die letzte wichtige Unterstützung an der unteren Grenze der Overbalance-Struktur (12.860 Punkte) liegt. Die Handelsgespräche zwischen den USA und der EU in Washington sind ein Risiko, welches in dieser Woche beobachtet werden sollte.

DE30-Übersicht um 10:44 Uhr. Quelle: Bloomberg

Unternehmensnachrichten

RWE (RWE.DE) ist heute unter den stärksten Werten im DE30 zu finden. Die Aktie notiert nach einer Herabstufung durch die Royal Bank of Canada tiefer. Die Analysten reduzierten das Rating von „Top Pick" auf „Outperform" und senkten das Kursziel auf 30 EUR. Die RBC sagte, dass RWE ihre bevorzugte Aktie in diesem Sektor bleibe.

Der deutsche Spezialchemie-Konzern Evonik (EVK.DE) bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2019. Der Vorstandsvorsitzende von Evonik, Christian Kullmann, sagte, dass er trotz der weltweiten Konjunkturschwäche mindestens ein bereinigtes EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres erwarte - dieses lag 2018 bei 2,15 Mrd. EUR.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung könnten bis zu 10.000 Arbeitsplätze gefährdet sein, wenn Metro (B4B.DE) den Verkauf seiner SB-Warenhauskette an ein deutsch-russisches Konsortium vorantreibt. Das Unternehmen habe sich zum Verkauf entschlossen, weil es um die Erzielung von Gewinnen kämpfe.

Analystenreaktionen

- Beiersdorf (BEI.DE) wurde bei der Société Générale von „Halten" auf „Verkaufen" herabgestuft. Das Kursziel wurde auf 99 EUR festgelegt.
- E.ON (EOAN.DE) wurde bei der Citigroup mit „Kaufen" bewertet. Das Kursziel wurde auf 9,80 EUR festgelegt.

Metro (B4B.DE) fällt nach einem Fehlausbruch bei den gleitenden Durchschnitten mit 50, 100 und 200 Perioden (grüne, rote und violette Linien). Die Aktie konnte die Unterstützung beim Fibo-Niveau von 38,2% der Mitte 2008 begonnenen Aufwärtsbewegung unterschreiten. Aktuell wird das Fibo-Niveau von 50% (13,20 EUR) getestet, welches in der Vorwoche den Rückgang gestoppt hat. Quelle: xStation 5
 

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