DE30: Industrieproduktion in Deutschland fällt

13:00 6. September 2019

++ Industrieproduktion in Deutschland fällt im Juli und deutet auf technische Rezession im zweiten Quartal hin ++ DE30 durchbricht wichtigen Widerstand ++ Deutsche Bank will bis zu 18 Tsd. Arbeitsplätze abbauen ++

Trotz der Tatsache, dass asiatische Anleger am letzten Handelstag der Woche einige Kursgewinne erlebten, ist der Optimismus in Europa deutlich gedämpfter, da die wichtigsten Indizes den Tag eher auf dem falschen Fuß begonnen haben. Die positive Stimmung in Europa scheint nach den Nachrichten über das Telefonat zwischen US-amerikanischen und chinesischen Beamten langsam zu schwinden. Am kommenden Donnerstag findet zudem das EZB-Treffen statt. Die Marktbeobachter sind gespalten über die nächsten Schritte der Zentralbank, sodass man bis dahin mit einigen hektischen Bewegungen rechnen könnte. Auch wenn der Konsens sowohl auf eine Senkung der Einlagezinsen als auch auf die Einführung eines Anleihekaufprogramms (QE) hinweist, gibt es einigen Gegenwind für solch aggressive Maßnahmen (hauptsächlich aus Frankreich, Deutschland und Österreich). Andererseits sieht die technische Situation beim deutschen Leitindex nicht schlecht aus.

Der DE30 durchbrach einen wichtigen Widerstandsbereich: 100-Tage-Linie und 23,6% Fibo-Niveau. Daher könnten die Anleger recht optimistisch in die Zukunft blicken. Darüber hinaus kann man nicht ausschließen, dass die Käufer im Vorfeld der EZB-Sitzung risikobereiter sind und beispielsweise den DE30 auf die Höchststände vom Juli bringen. Quelle: xStation 5

WEITERE DATEN AUS DEUTSCHLAND ENTTÄUSCHEN
Bei den makroökonomischen Messwerten aus Europa ist die Industrieproduktion aus Deutschland hervorzuheben, die im Juli auf Monatsbasis um 0,6% bzw. auf Jahresbasis um 4,2% zurückgegangen ist. Die Daten verfehlen deutlich die Erwartungen und verstärken die Sorgen um das verarbeitende Gewerbe. Das bedeutet, dass eine technische Rezession in der größten Volkswirtschaft Europas immer wahrscheinlicher wird. Die schwache Inlandsnachfrage sowie die negativen Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China (deutsche Automobilhersteller sind dieser Bedrohung besonders ausgesetzt) verheißen für den Rest des Jahres nichts Gutes. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Faktor, der die Situation noch verschlimmern könnte: Der seit kurzem sinkende Wasserstand im Rhein. Heute liegt der Wasserstand im rheinland-pfälzischen Kaub bei 1,45 Metern und damit rund einen ganzen Meter unter dem Niveau von vor zwei Wochen. Man erinnere sich daran, dass ein Wasserstand von 0,5 Metern oder darunter ausreichen könnte, um die deutschen Behörden zu zwingen, jegliche Bewegung im Fluss zu stoppen. 

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN
Bei Betrachtung der einzelnen DE30-Titel fällt auf, dass die Aktie der Deutschen Bank (DBK.DE / WKN: 514000) am Freitagmorgen am schlechtesten abschneidet. Der Kreditgeber teilte mit, dass man den Abbau von Dutzenden von Arbeitsplätzen plane, darunter im Vertrieb und im Trading globaler festverzinslicher Wertpapiere. Die Entwicklung ist überwiegend auf die schwache Performance einiger Geschäftsbereiche zurückzuführen. Im Rahmen der laufenden Restrukturierung plant die Deutsche Bank bis zu 18 Tsd. Mitarbeiter zu entlassen, da der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing versucht, die jahrelange schlechte Profitabilität zu beenden.

Rund die Hälfte der im DE30 gelisteten Aktien verliert am Freitag an Wert. Quelle: Bloomberg

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