- Fortschritt bei USA-China-Handelskonflikt: Europäische Aktien steigen
- DE30 könnte im W1-Chart ein Bullish-Engulfing-Muster ausbilden
- Wirecard entwickelt sich nach Herabstufung unterdurchschnittlich
Nach einer schwachen Performance im Oktober ist im neuen Monat wieder mehr Optimismus an den europäischen Aktienmärkten zu beobachten. Auch wenn es keine wirklichen Fortschritte beim Handelskonflikt zwischen den USA und China gibt, scheinen die Investoren viel auf Trumps Kommentare zu setzten, dass möglicherweise Ende November bei einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping ein Deal zustande kommt. Die europäischen Aktienmärkte verbuchen hierbei Gewinne, während Anleihen verkauft werden. Weniger Sorgen um anhaltende Handelsspannungen führen zu einem schwächeren US-Dollar (keine Flucht in “sichere Häfen”) und damit zu einem stärkeren chinesischen Yuan.
In Europa sollten sich Anleger auf zwei wichtige Themen konzentrieren. In erster Linie verlangsamt sich der europäische Fertigungssektor weiter, wie die jüngsten EMI-Veröffentlichungen zeigen. Beachten Sie, dass der italienische Wert im Oktober auf 49,2 sank und damit den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren erreichte - das verarbeitende Gewerbe in Italien deutet damit auf eine Schrumpfung (unter 50 Punkte) hin. Zweitens bleibt die Situation hinsichtlich des italienischen Haushaltsplans weiterhin ungeklärt. Die jüngsten Bemerkungen des italienischen Premierministers Giuseppe Conte deuten darauf hin, dass das Land nicht nachgeben wird. Er bekräftigte: "Die Ausgabenziele Italiens sind nicht verhandelbar". Darüber hinaus bleibt die Brexit-Frage ungelöst und sorgt zusätzlich für Unsicherheit.
Nach einem Abpraller bei 11.400 Punkten befindet sich der DE30 im Erholungsmodus. Sollte dieses Momentum anhalten, könnten wir eine wichtige Umkehrung sehen. Wenn der Kurs nämlich über dem Niveau der letzten Woche schließt, würde der Markt ein Bullish-Engulfing (Umkehrmuster) ausbilden. Bei 11.900 Punkten könnte das Aufwärtspotenzial aber bereits begrenzt werden, da dort ein entscheidender Widerstand lokalisiert ist. Quelle: xStation 5
Während der Asien-Sitzung sorgte der Hang Seng (CHNComp) mit einer starken Performance von fast 4% für Aufmerksamkeit. Der Shanghai Composite legte um 2,7% zu, während der japanische Nikkei (JAP225) um 2,6% stieg. Auch in Europa sind weit verbreitete Gewinne zu sehen. Der DE30 steigt um 1,2%, der französische CAC 40 (FRA40) um 1,2%, der EuroStoxx50 (EU50) um 1% und der britische FTSE 100 (UK100) um 0,6%. Beachten Sie, dass die Wall Street voraussichtlich auch den Freitag höher beginnen wird, da die S&P 500-Futures bereits im frühen europäischen Handel um 0,8% zulegen.
Die Mehrheit der DE30-Titel steigen am Freitagmorgen, während Wirecard deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Quelle: Bloomberg
Die Übersicht der DE30-Titel zeigt, dass Wirecard mit einem Verlust von 3% mit Abstand die schwächste Aktie ist. Diese Underperformance kann auf eine Herabstufung der Bank of America Merrill Lynch zurückgeführt werden. Das Kursziel wurde von 150 EUR auf 190 EUR revidiert. Die Deutsche Bank (DBK.DE / WKN: 514000) steigt wiederum über 2%, nachdem ein ehemaliger Top-Manager von JP Morgan, der derzeit den Hedgefonds Hudson Executive Capital leitet, dazu entschloss, einen Anteil von 3,1% (rund 570 Mio. EUR) des deutschen Kreditgebers zu erwerben. In einer Erklärung schrieb der Hedgefonds: "Eine sanierte Bilanz, reichlich Liquidität, starke Fundamentaldaten des Heimatmarktes und das erste profitable Jahr seit vier Jahren, das 2018 erwartet wird, bilden die erste solide Basis, auf der seit der Finanzkrise aufgebaut werden kann".
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