- Das mögliche Abkommen zwischen den USA und dem Iran und die Öffnung der Straße von Hormus
- IEA und Goldman Sachs warnen vor Überangebot
- Bärischer Markt und technische Signale
- Das mögliche Abkommen zwischen den USA und dem Iran und die Öffnung der Straße von Hormus
- IEA und Goldman Sachs warnen vor Überangebot
- Bärischer Markt und technische Signale
Der Brent Ölpreis setzte seine Verluste am Morgen zunächst fort, stabilisierte sich jedoch im weiteren Handelsverlauf und notierte zuletzt wieder im Bereich von 79 US-Dollar je Barrel. Obwohl die Aussicht auf eine Entspannung zwischen den USA und dem Iran den Markt weiterhin belastet, bleiben zahlreiche wichtige Fragen ungeklärt.
► Brent WKN: 967740 | ISIN: XC0009677409 | Ticker: Brent Öl
Die Details des angekündigten 14-Punkte-Memorandums werden derzeit noch ausgearbeitet. Dennoch preisen die Märkte bereits die mögliche Rückkehr erheblicher iranischer Ölmengen auf den Weltmarkt ein. Seit dem Höhepunkt des Konflikts ist der Brent Ölpreis dadurch um nahezu 40% gefallen. Brent bewegt sich aktuell zwischen 78 und 79 US-Dollar je Barrel, während die US-Referenzsorte WTI zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 75 US-Dollar fiel, bevor sie sich wieder im Bereich von 75 bis 76 US-Dollar stabilisierte.
Trotz des jüngsten Rückgangs liegt der Ölpreis weiterhin rund 11% über dem Niveau vor Ausbruch des Konflikts.
Der Ölpreis liegt etwa 11% über dem Niveau vor dem Konflikt. Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
Welche Faktoren beeinflussen aktuell den Brent Ölpreis?
Aussicht auf eine schnelle Wiederaufnahme iranischer Exporte
Obwohl der finale Inhalt der Vereinbarung noch nicht veröffentlicht wurde, deuten Berichte darauf hin, dass Iran unmittelbar nach der Unterzeichnung wieder Öl und Treibstoffe exportieren könnte. Gleichzeitig sollen die USA Hafensperren aufheben und Ausnahmen bei Sanktionen für Öl-, Petrochemie-, Versicherungs- und Bankdienstleistungen gewähren.
Zunehmende Tankeraktivität im Nahen Osten
Reedereien bereiten sich bereits auf die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Zahlreiche leere Tanker werden aktuell in die Region verlegt. Analysten gehen davon aus, dass der Schiffsverkehr durch den strategisch wichtigen Seeweg bald wieder uneingeschränkt in beide Richtungen fließen wird.
Zusätzlicher Angebotsdruck durch freigegebene Lieferungen
Mit der Öffnung der Straße von Hormus könnten mehr als 100 bereits beladene Tanker aus dem Persischen Golf auslaufen. Dieser plötzliche Angebotsanstieg wirkt ähnlich wie eine Freigabe strategischer Ölreserven. Dennoch dürfte es mehrere Monate dauern, bis die Exporte wieder das Vorkriegsniveau erreichen. Gründe sind unter anderem notwendige Minenräumungen und logistische Herausforderungen.
Rückkehr der Fördermengen
Die Ölproduktion in der Region könnte zeitweise um bis zu 14 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen sein. Vor allem Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über erhebliche Reserven bei den Förderkapazitäten. Historische Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine vollständige Normalisierung der Produktion deutlich Zeit benötigt.
IEA erwartet steigenden Angebotsüberschuss
Die Internationale Energieagentur (IEA) zeichnet in ihrem aktuellen Bericht ein zunehmend bärisches Bild für den Ölmarkt.
Nachfrage schwächer als erwartet
Die IEA hat ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage deutlich nach unten korrigiert. Demnach könnte der globale Verbrauch in diesem Jahr um 1,1 Millionen Barrel pro Tag sinken. Zuvor war lediglich ein Rückgang um 420.000 Barrel pro Tag erwartet worden. Als Ursachen nennt die Behörde hohe Kraftstoffpreise und Probleme bei der Versorgung mit raffinierten Produkten.
Nach vorläufigen Schätzungen liegt die weltweite Nachfrage aktuell nur noch bei rund 100 Millionen Barrel pro Tag.
Angebotsüberschuss ab 2027
Erstmals hat die IEA detaillierte Prognosen für 2027 veröffentlicht. Demnach könnte das globale Angebot um rund 8 Millionen Barrel pro Tag steigen, während die Nachfrage lediglich um 2 Millionen Barrel pro Tag zunimmt. Selbst wenn diese Erwartungen nur teilweise eintreffen, würde dies den Brent Ölpreis mittelfristig belasten.
Entwicklung der Lagerbestände
Derzeit sinken die weltweiten Ölreserven noch mit hoher Geschwindigkeit. Die erwartete Angebotsausweitung könnte jedoch gegen Jahresende zu einer Entspannung führen und den Wiederaufbau der Lagerbestände ermöglichen.
Die Nachfrage sank auf 100 Millionen Barrel pro Tag und wird sich in naher Zukunft höchstwahrscheinlich nicht dynamisch erholen.
Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
Goldman Sachs senkt Prognosen für den Brent Ölpreis
Die geopolitischen Veränderungen spiegeln sich bereits in den Einschätzungen führender Investmentbanken wider. Goldman Sachs hat seine Preisprognosen deutlich nach unten angepasst.
Prognose für 2026
Die Bank erwartet für Brent einen durchschnittlichen Ölpreis von 85 US-Dollar je Barrel statt bisher 90 US-Dollar. Für WTI wurde die Prognose von 85 auf 80 US-Dollar gesenkt.
Prognose für 2027
Für das kommende Jahr sieht Goldman Sachs den durchschnittlichen Brent Ölpreis bei 75 US-Dollar je Barrel und WTI bei 70 US-Dollar. Dieses Niveau wird derzeit bereits in den Terminmärkten eingepreist.
Risiken bleiben bestehen
Die Analysten weisen darauf hin, dass die aktuelle Vereinbarung lediglich vorläufigen Charakter besitzt. Sollten die Gespräche über das iranische Atomprogramm scheitern, könnten geopolitische Risiken rasch zurückkehren und den Ölmarkt erneut belasten.
Die Terminkurve ist kurz- und mittelfristig deutlich gesunken, und die 75-USD-Marke ist bereits für Mai 2027 vorgesehen. Demgegenüber ist die 70-USD-Marke für 2031 eingepreist. Im Vergleich zur Vergangenheit ist die Terminkurve derzeit sehr flach.
Quelle: Bloomberg Finance LP
Börse Aktuell: Technische Signale und Marktstruktur
Aus Sicht vieler Investoren dominiert aktuell die Erwartung eines zukünftigen Angebotsüberschusses. Kurzfristige Risiken für die physische Versorgung treten dagegen zunehmend in den Hintergrund.
Contango signalisiert Angebotsüberschuss
Am wichtigen Ölhandelsplatz Dubai haben sich die Terminspreads in eine Contango-Struktur bewegt. Dies gilt als klassisches Signal für ein Überangebot am physischen Markt. Auch bei Brent war zeitweise eine Annäherung an eine Contango-Struktur zu beobachten.
Wichtige technische Marke beim Brent Ölpreis
Zusätzlichen Druck erhielt der Markt durch einen bedeutenden charttechnischen Faktor. Der Brent Ölpreis testete erstmals seit Februar seinen 200-Tage-Durchschnitt. Ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützung könnte negative Auswirkungen auf den langfristigen Trend haben. Gleichzeitig deutet die starke Korrektur auf eine kurzfristig überverkaufte Marktsituation hin.

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 17.06.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Fazit: Brent Ölpreis bleibt im Fokus der Börse Aktuell
Der Brent Ölpreis steht derzeit zwischen zwei gegensätzlichen Kräften. Einerseits belastet die Aussicht auf zusätzliche Lieferungen aus dem Nahen Osten sowie die schwächere Nachfrage. Andererseits bestehen weiterhin erhebliche geopolitische Risiken, die jederzeit zu neuen Preissprüngen führen könnten.
Für Anleger bleibt der Ölmarkt damit eines der wichtigsten Themen der Börse Aktuell, da sowohl fundamentale als auch technische Faktoren für eine erhöhte Volatilität sorgen dürften.
SO SEHEN SIEGER AUS!
- XTB gilt als Qualitäts-Marktführer in Deutschland gemäß unseren aktuellen Awards!
- BESTER Online-Broker laut BÖRSE ONLINE 2026 + CFD Broker des Jahres laut Brokerwahl
- Viele weitere Awards in Deutschland unterstreichen das Bild
- Handeln Sie nicht irgendwo - Handeln Sie mit Vertrauen Aktien, ETF, Optionen und CFD bei XTB!
BÖRSE HEUTE: Ölpreis stürzt ab – Fed und SpaceX im Fokus (16.06.2026)
CHART des Tages 🔴 Brent Rohöl: Ist dies diesmal ein „echter“ Durchbruch auf dem Ölmarkt? (12.06.2026)
BÖRSE HEUTE: Wall Street startet Erholung – DAX gewinnt nach EZB-Zinsentscheid (11.06.2026)
Dow Jones, S&P 500 & Nasdaq 100: PPI-Daten bringen Zins-Hoffnung
Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte
Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.
Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.
Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!
Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.
XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.
RISIKOHINWEIS für CFD
CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.