09:41 · 6. Juli 2026

Goldman Sachs wird in Bezug auf den Yen noch pessimistischer 📉

Börse Aktuell: Goldman Sachs Aktie - Neue USD/JPY-Prognose belastet den Yen
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Goldman Sachs erhöht die USD/JPY-Prognose auf 165 
  • Hohe US-Renditen, Carry Trades und die lockere Geldpolitik der Bank of Japan 
  • Das Fed-Protokoll könnte kurzfristig für starke Marktbewegungen sorgen 

Die Goldman Sachs Aktie rückt in den Fokus der Anleger, nachdem die US-Investmentbank ihre Prognose für das Währungspaar USD/JPY deutlich angehoben hat. Die Strategen erwarten nun innerhalb der kommenden zwölf Monate einen Anstieg auf 165 Yen je US-Dollar. Damit würde die japanische Währung auf den schwächsten Stand seit 1986 fallen. Die neue Einschätzung unterstreicht die anhaltend bullische Haltung von Goldman Sachs gegenüber dem US-Dollar und die skeptische Sicht auf den Yen.

Goldman Sachs hebt USD/JPY-Prognose deutlich an

Goldman Sachs hat seine Erwartungen für den USD/JPY-Kurs über alle wichtigen Zeithorizonte hinweg nach oben angepasst:

  • 12-Monats-Prognose von 155 auf 165
  • 6-Monats-Prognose von 158 auf 163
  • 3-Monats-Prognose von 160 auf 162

Der USD/JPY notiert aktuell bereits im Bereich von 162 und bewegt sich damit nahe den höchsten Ständen seit fast vier Jahrzehnten. Laut einer Bloomberg-Umfrage zählt Goldman Sachs inzwischen zu den pessimistischsten Großbanken für den japanischen Yen. Auch die Terminmärkte spiegeln diese Einschätzung wider. Optionen signalisieren derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 72%, dass USD/JPY bis Mitte des kommenden Jahres die Marke von 165 erreicht. Gleichzeitig halten Hedgefonds ihre größten Netto-Short-Positionen auf den Yen seit 2017.

Warum erwartet Goldman Sachs eine weitere Yen-Abwertung?

Nach Einschätzung von Goldman-Sachs-Devisenstrategin Karen Reichgott Fishman sprechen mehrere fundamentale Faktoren für eine anhaltende Schwäche der japanischen Währung:

  • weiterhin hohe Renditen amerikanischer Staatsanleihen,
  • steigende fiskalische Belastungen in Japan,
  • sowie die weiterhin sehr vorsichtige Zinspolitik der Bank of Japan.

Obwohl Goldman Sachs den Yen auf Basis fundamentaler Bewertungsmodelle bereits als deutlich unterbewertet einstuft, sehen die Analysten kurzfristig keinen ausreichenden Auslöser für eine nachhaltige Trendwende. Entscheidend bleibe der große Zinsunterschied zwischen den USA und Japan, der den US-Dollar weiterhin attraktiv erscheinen lasse.

Carry Trades bleiben ein Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Treiber der Yen-Schwäche bleibt nach Ansicht der Investmentbank der sogenannte Carry Trade. Dabei leihen sich Investoren günstig verzinste Yen, verkaufen diese am Devisenmarkt und investieren das Kapital anschließend in höher verzinste Anlagen wie US-Staatsanleihen oder Währungen aus Schwellenländern. Solange die Bank of Japan ihre lockere Geldpolitik nur sehr langsam anpasst, dürfte diese Strategie attraktiv bleiben und zusätzlichen Abwertungsdruck auf den Yen ausüben.

Können Interventionen den Yen stabilisieren?

Goldman Sachs bewertet mögliche Interventionen des japanischen Finanzministeriums weiterhin skeptisch. Zwar hat Tokio angedeutet, künftige Eingriffe am Devisenmarkt weniger vorhersehbar zu gestalten. Die Analysten gehen jedoch davon aus, dass selbst direkte Yen-Käufe lediglich kurzfristige Kursreaktionen auslösen würden.

Eine nachhaltige Trendwende wäre nach Einschätzung der Bank nur denkbar, wenn:

  • die Renditen amerikanischer Staatsanleihen deutlich sinken,
  • die Bank of Japan einen restriktiveren geldpolitischen Kurs einschlägt,
  • oder sich der Zinsabstand zwischen den USA und Japan spürbar verringert.

Märkte rechnen zunehmend mit USD/JPY bei 165

Die Einschätzung von Goldman Sachs deckt sich zunehmend mit der Positionierung institutioneller Investoren.

Derzeit sprechen mehrere Faktoren für eine Fortsetzung des Trends:

  • Hedgefonds halten die größten Netto-Short-Positionen auf den Yen seit acht Jahren.
  • Der Optionsmarkt bewertet einen Anstieg auf 165 Yen je US-Dollar mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 72%.
  • Viele Marktteilnehmer sehen Short-Positionen auf den Yen inzwischen als einen der am stärksten besetzten Trades am globalen Devisenmarkt.

Diese Entwicklung bestätigt zwar den bestehenden Aufwärtstrend beim USD/JPY, erhöht gleichzeitig aber das Risiko kräftiger Gegenbewegungen, falls sich die Zinserwartungen für die US-Notenbank oder die Bank of Japan verändern.

Fed-Protokoll könnte kurzfristig für Bewegung sorgen

Im Mittelpunkt der aktuellen Börse Aktuell-Agenda steht in dieser Woche die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Fed-Sitzung.

Anleger achten insbesondere auf Hinweise zu:

  • möglichen Zinssenkungen der US-Notenbank,
  • der Entwicklung der Renditen amerikanischer Staatsanleihen,
  • dem weiteren Kurs der Bank of Japan,
  • sowie möglichen Interventionen der japanischen Behörden.

Ein restriktiv interpretierter Fed-Bericht könnte den US-Dollar zusätzlich stärken und den Yen erneut unter Druck setzen. Schwächere US-Konjunkturdaten könnten dagegen sinkende Renditen auslösen und dem Yen vorübergehend Auftrieb verleihen.

USD/JPY Chartanalyse

Aus technischer Sicht befindet sich USD/JPY weiterhin in einem stabilen Aufwärtstrend und handelt innerhalb eines klar definierten steigenden Trendkanals. Die Unterkante des Kanals verläuft aktuell im Bereich von 158 Punkten und diente zuletzt im Mai als Unterstützung. Auf der Oberseite bildet der Bereich um 162,8 den ersten wichtigen Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg in Richtung 165 freimachen, wo sich derzeit die bedeutendste Widerstandszone befindet. Die technische Ausgangslage spricht damit weiterhin für einen intakten Aufwärtstrend, auch wenn die hohe Marktpositionierung kurzfristig das Risiko größerer Korrekturen erhöht.

Goldman Sachs Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 06.07.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

 

 

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FAQ

Warum hat Goldman Sachs seine USD/JPY-Prognose angehoben?

Die Investmentbank erwartet aufgrund hoher US-Renditen, der lockeren Geldpolitik in Japan und des großen Zinsunterschieds zwischen beiden Ländern eine weitere Abschwächung des Yen.

Warum ist der Yen derzeit so schwach?

Neben den niedrigen japanischen Zinsen belasten vor allem Carry Trades und die starke Nachfrage nach US-Dollar den Yen.

Welche Bedeutung hat die Goldman Sachs Aktie für Anleger?

Die Goldman Sachs Aktie steht häufig im Fokus, wenn das Institut neue Marktprognosen veröffentlicht. Einschätzungen der Investmentbank beeinflussen regelmäßig die Erwartungen institutioneller Investoren.

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