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11:20 · 2. September 2019

Marktkommentar: Gemischte Signale an der Handelsfront

++ Neue Zölle aus den USA und China treten in Kraft ++ US500 steckt in breitem Konsolidierungsbereich fest ++ Vorläufige Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg ++ DE30 wenig verändert nahe Schlusskurs vom Freitag ++

Nachdem am Wochenende die US-amerikanischen und chinesischen Zölle in Kraft getreten sind, werden während der Asien-Sitzung am Montag die asiatischen Aktienmärkte gemischt und die Futures der Wall Street in der Verlustzone gehandelt. Die neue Zollrunde stellt zwar keine Überraschung dar, schadet jedoch der Weltwirtschaft und erinnert die Anleger daran, dass weder Peking noch Washington beim anhaltenden Handelsstreit bereit sind nachzugeben. US-Präsident Donald Trump erhebt Zölle in Höhe von 15% auf chinesische Waren im Wert von knapp 110 Mrd. USD. Eine weitere Zollrunde soll Mitte Dezember erfolgen, da einige Produkte aufgrund des Weihnachtsgeschäfts von Zöllen verschont blieben. China belastet wiederum als Vergeltung seit dem 1. September Waren aus den USA im Wert von 75 Mrd. USD mit Zöllen. Die Futures des marktbreiten S&P 500 versuchen das bärische Gap zur Eröffnung der heutigen Asien-Sitzung zu schließen und solange die handelsbezogenen Nachrichten gemischte Signale senden, könnte der US-Aktienindex in seinem mehrwöchigen Konsolidierungsbereich (2.820 bis 2.940 Punkte) stecken bleiben. Einerseits versucht Trump die Anleger zu besänftigen und verweist auf die im September geplanten Verhandlungsgespräche mit China. Gleichzeitig hält der US-Präsident den Druck auf Peking hoch und fordert US-Unternehmen weiterhin auf, alternative Anbieter bzw. Zulieferer außerhalb Chinas zu finden. Die Leidtragenden höherer Zölle sind letztendlich die Konsumenten, wobei JPMorgan Chase schrieb, dass die Zölle die US-Haushalte pro Jahr bis zu 1.000 USD belasten könnten.

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg konnten sich die CDU sowie die SPD trotz herber Verluste durchsetzen. Laut den vorläufigen Ergebnissen setzt sich die CDU in Sachsen mit 32,1% (-7,3%) durch, während die SPD in Brandenburg mit 26,2% (-5,7%) stärkste Kraft bleibt. Die AfD überschreitet aufgrund der starken Anstiege in beiden Bundesländern deutlich die 20%-Marke (+17,8% in Sachsen und +11,3% in Brandenburg). Die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) bleiben damit im Amt und zeigten bei der Pressekonferenz eine gewisse Erleichterung. Nach den beunruhigenden Vorwahlumfragen schien ist es entscheidend zu sein, dass die AfD auf Abstand gehalten werdem konnte. Eine Koalition mit der AfD wurde von beiden Seiten ausgeschlossen. Einige Ökonomen zeigten sich jedoch besorgt und warnten aufgrund der Erfolge der AfD vor negativen Folgen für die Konjunktur. „Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte wäre geeignet, die Probleme (einiger Regionen in Ostdeutschland) zu mildern. Allerdings ist das mancherorts fremdenfeindliche Klima diesbezüglich hinderlich” sagte Oliver Holtemöller, stellvertretender Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Der DE30 notiert am Montagmorgen wenig verändert in der Nähe des Schlusskurses vom Freitag etwas unterhalb der psychologisch wichtigen 12.000-Punkte-Marke. Die Anleger verbleiben in einer Art Wartehaltung und könnten aufgrund des Feiertages in den USA („Labor Day”) mit weniger Impulsen rechnen. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert der deutsche Leitindex bei 11.961 Punkten. 


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