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09:10 · 27. Mai 2019

Marktkommentar: Märkte verdauen Europawahlen

++ Eurofreundliche Parteien behalten zwei Drittel der Sitze ++ CDU/CSU und SPD mit herben Rückschlägen ++ Brexit-Partei von Nigel Farage erhält starke Unterstützung ++ Feiertage in den USA und Großbritannien ++ DE30 mit starkem Wochenauftakt ++

Bei der in der vergangenen Woche stattfindenden Europawahl erhielten euroskeptische, populistische und rechte Parteien zwar insgesamt mehr Unterstützung als bei den vorherigen Wahlen, schnitten allerdings nicht so gut ab, wie von einigen befürchtet. Laut der vorläufigen Wahlergebnisse der EU vom Sonntag halten eurofreundliche Parteien etwa zwei Drittel der Sitze im Europäischen Parlament, wobei Sozialdemokraten und Konservative zum ersten Mal seit 1979 ihre absolute Mehrheit verloren haben und Liberale und Grüne die größten Gewinner sind. „Das EU-Parlament bleibt eine weitgehend proeuropäische Institution" sagt Robert Carnell, Research Head bei ING Asia-Pacific. Das Basisszenario wäre also eine Fortsetzung des bisherigen politischen Kurses. Die hohe Anzahl der Parteien könnte es jedoch erschweren, einen Konsens zu erzielen, sodass die langfristigen Folgen der Wahlergebnisse auch eine gewisse Ungewissheit mitbringen.

In Deutschland haben im Vergleich zur Wahl im Jahr 2014 die CDU/CSU sowie die SPD mit Rückgängen von -6,4% auf 28,9% bzw. -11,5% auf 15,8% beachtliche Verluste hinnehmen müssen. Die Grünen waren mit einem Anstieg um 9,8% auf 20,5% die größten Gewinner, die AfD liegt mit 11% im zweistelligen Bereich (+3,9%), während Linke leicht über der 5%-Marke liegen (-1,9% und +2%). Die Reaktionen am EUR-Markt waren sehr verhalten, da EURUSD im Vergleich zum Freitagsschlusskurs keine Veränderung aufweist. Erwähnenswert ist, dass das Paar am Donnerstagnachmittag ein 2-Jahrestief erreichte, aufgrund einer starken Erholung aber wieder um die 1,12er-Marke gehandelt wird.

Deutsches Wahlergebnis im Überblick. Quelle: Europäisches Parlament

In Frankreich gewann die rechtspopulistische Partei „Rassemblement National” von Marine Le Pen mit 23,5% mehr Stimmen als die Regierungspartei „La République en Marche” von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die nur auf 22,4% kommt. In Italien konnte die Partei der rechten Lega Nord von Matteo Salvini einen historischen Erfolg feiern, da die Lega zum ersten Mal in ihrer Geschichte bei einer Wahl in Italien die meisten Stimmen erhielt. Überraschenderweise erhielt die ebenfalls populistische Fünf-Sterne-Bewegung nur die drittmeisten Stimmen und blieb hinter den Sozialdemokraten der PD zurück (bei den letzten Parlamentswahlen im März 2018 lag die Fünf-Sterne-Bewegung noch vor der Lega).

In Großbritannien erhielt die Brexit-Partei von Nigel Farage, die einen ungeordneten „harten” EU-Austritt wünscht, 32% der Wählerstimmen. "Ja, wir wussten, dass es kommen würde, aber dies ist immer noch ein schmerzhaftes Ergebnis", sagte der britische Außenminister und potenzieller May-Nachfolger Jeremy Hunt. Die Diskussion über die Nachfolge von Premierministerin Theresa May dürfte nach den Wahlen im Vordergrund der Händler stehen. GBPUSD konnte sich nach seiner knapp dreiwöchigen Verlustserie am vergangenen Freitag etwas erholen und notiert heute früh bei 1,2734. Der Druck auf die britische Währung bleibt angesichts des politischen Chaos sowie des ungeklärten Brexits groß, sodass echte Fortschritte notwendig sind, um eine weitere GBP-Erholung rechtfertigen zu können.

Die Futures des DE30 profitierten bereits vor der europäischen Eröffnung von einer höheren Risikobereitschaft, und dieser Trend scheint sich auch in der ersten halben Handelsstunde fortsetzen. Die Aufwärtsbewegung gewinnt an Dynamik und der zunehmende Abstand zu Unterseite des bullischen Trendkanals der Rallye seit Anfang 2019 könnte mit dem Beginn einer möglichen Trendwiederaufnahme verbunden sein. Das Verhalten an den nächsten Widerständen (Unterstützung bei 12.100 Punkten / lokale Hochs um die 12.300 Punkte) könnte hier weitere Hinweise liefern.

Aufgrund von Feiertagen in den USA und in Großbritannien könnte die Liquidität an den Finanzmärkten am Montag geringer ausfallen. Auch der Wírtschaftskalender sieht zu Beginn der Handelswoche recht leer aus, sodass sich die Anleger wieder verstärkt auf den fortlaufenden Handelsstreit zwischen den USA und China fokussieren könnten.

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