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09:55 · 4. Juni 2019

Marktkommentar: Steigende Erwartungen an US-Zinssenkung

++ ISM-Index und EMI aus den USA enttäuschen ++ Viele Faktoren belasten Risikobereitschaft ++ S&P 500 notiert nahe seiner jüngsten Tiefs ++ DE30 am Dienstag auf Erholungskurs ++

An der Wall Street war zu Beginn der neuen Handelswoche eine wirklich volatile Sitzung zu beobachten, da die Daten enttäuschten und sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter intensivierte. Der ISM-Herstellungsindex fiel von 52,8 auf 52,1 Punkte auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2016 und das Markit-Pendant (EMI) gab ebenfalls nach und erreichte mit 50,5 Punkten das tiefste Niveau seit 2009. Andererseits stagnierten die Bauinvestionen in den USA im April überraschend. Prognostiziert wurde ein Anstieg von 0,4% im Monatsvergleich, wobei der Wert des Vormonats eine beachtliche Aufwärtsrevision von -0,9% auf 0,1% erhielt. Insgesamt zeigen die Daten, dass die US-Wirtschaft nicht immun gegen die globalen Abwärtsrisiken ist. Die Risikobereitschaft der US-Anleger wird zusätzlich von den Befürchtungen, dass die US-Kartellbehörden Alphabet, Facebook, Apple und Amazon ins Visier nehmen, negativ beeinflusst. Die Märkte sind bereits dabei eine Zinssenkung einzupreisen und die jüngsten Kommentare des St. Louis Fed-Präsidenten James Bullard verstärkten diese Erwartungen. Globale Wachstumsrisiken sowie die schwächelnde Inflation könnten eine Zinssenkung „bald rechtfertigen”, hieß es.

Der marktbreite S&P 500 konnte sich gestern nach der tieferen Eröffnung etwas erholen, allerdings bewegt sich der US-Aktienindex weiter auf gefährlichem Terrain. Solange sich das Stimmungsbild nicht verbessert oder die unterschrittene 2.800 Punkte-Marke nachhaltig zurückerobert wird, könnte ein erneuter Ausverkauf drohen.

Politische Stabilität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine Wirtschaft und diese wird in Deutschland aufgrund des Rücktritts von Andrea Nahles sowie globaler Unsicherheitsfaktoren derzeit in Gefahr gebracht. Nahles kündigte am Sonntag ihren Rücktritt als Partei- und Fraktionschefin der SPD mit der Begründung an, dass „der notwendige Rückhalt nicht mehr da sei”. Andererseits werden Unternehmen und Anleger durch den anhaltenden Handelsstreit sowie den ungelösten Brexit im Ungewissen gehalten. Das ist insgesamt keine gute Entwicklung, insbesondere nachdem in der deutschen Wirtschaft immer mehr Stimmen vor dem Platzen der großen Koalition warnen. Es sei „wichtig, dass solide Verhältnisse, hohe Verlässlichkeit und konkretes Regierungshandeln die politischen Schlagzeilen in Deutschland beherrschen” erklärte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, am Montag.

Die Stabilität hängt letztendlich davon ab, ob die große Koalition fortbestehen kann oder nicht. Nach den schwachen Ergebnissen von CDU/CSU und SPD bei den Europawahlen und dem starken Vertrauensgewinn der Grünen (Partei erhielt über 20% der Stimmen) sind die Sorgen um eine politische Krise mehr als berechtigt. Viele fordern nun Neuwahlen, allerdings dürfte sich die Bildung einer neuen Regierung als schwierig erweisen und könnte mit einem monatelangen Regierungsstillstand verbunden sein. Solche Problemverlagerungen kennen wir bereits vom Brexit-Prozess. Entscheidender wäre also vorerst der Versuch die SPD zu stabilisieren, um das Funktionieren der Regierung zu gewährleisten.

Der DE30 setzt seinen gestrigen Erholungskurs fort und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens wieder oberhalb der 11.800 Punkte-Marke sowie der 200-Tage-Linie (EMA). Der Schlusskurs ist jedoch entscheidend, sodass abzuwarten bleibt, was der weitere Verlauf des Handelstages mit sich bringt. Das Vertrauen in den deutschen Aktienmarkt bleibt angeschlagen und die Bullen werden mit wichtigen Widerständen konfrontiert.

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