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09:53 · 15. Juni 2022

Marktkommentar: Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung in den USA um 75 Bp liegt bei 94%

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Wirtschaftsdaten aus den USA und Zinsentscheid der Fed.

Die Futures auf den S&P 500 steigen am Mittwoch vor den US-Einzelhandelsdaten (14:30 Uhr) und dem Zinsentscheid der Fed (20:00 Uhr) leicht. Die Märkte rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 94% mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte. Eine Anhebung in diesem Umfang wäre die größte seit 1994. Die Notenbank muss handeln, um die hohen Inflationsraten zu bekämpfen. Der US-Anleihemarkt signalisiert, dass ein aggressiver Straffungskurs eine Rezession auslösen könnte, da Teile der Renditekurve invertiert sind. Die Pressekonferenz von Jerome Powell um 20:30 Uhr könnte wichtige Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik liefern.

EURUSD steigt am Mittwoch und testet zum zweiten Mal in zwei Tagen das 23,6%-Retracement der vorherigen Abwärtsbewegung. Nach dem Ausverkauf vom Montag konnte sich das Paar über der 1,04er-Marke stabilisieren. Bei der gestrigen Sitzung wurde im Tageschart ein Doji/Inverted Hammer ausgebildet, nachdem die Anfangsgewinne in den letzten Stunden des Handelstages abgegeben wurden. Das im Mai erreichte Jahrestief bei 1,0349 bleibt weiterhin im Fokus der Verkäufer. Die neuen Nachrichten über den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve könnten am Abend darüber entscheiden, ob der Dollar wieder an Wert gewinnt oder seine kurzfristige Abwertung fortsetzt.

Der DE30 startete am Mittwoch mit einem Plus von rund 1% in den Handel. Der gestrige Rückgang unter das Tief vom Mai bei 13.272 Punkten war nicht nachhaltig, sodass die Bullen eine gewisse Unterstützung sehen. Da der mittelfristige Abwärtstrend intakt ist, könnte jedoch bei einem Bruch nach unten schnell mehr Verkaufsdruck entstehen. Der Weg in Richtung des Jahrestiefs, das im März bei 12.423 Punkten erreicht wurde, wäre dann frei. Die Bullen sollten sich im H4-Chart am lokalen Hoch bei 13.466 Punkten orientieren. Ein nachhaltiger Bruch könnte einen Anstieg rechtfertigen, um zumindest einen Teil der jüngsten Verluste auszugleichen. Der deutsche Leitindex ist in acht Handelstagen kurzzeitig um knapp 1.500 Punkte gefallen.

Maximilian Wienke, CFTe
Marktanalyst bei XTB
maximilian.wienke@xtb.de

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