Ein erstes Aufatmen bei den Bullen.
Die Futures auf den Nasdaq 100 steigen am Dienstag vorbörslich um 1,6% und nähern sich dem gestrigen Tageshoch an. Kurzfristig scheinen vor Erreichen des Jahrestiefs einige Käufer aufzutauchen, die einen stärkeren Kurseinbruch verhindern möchten. Der Index hat gegenüber dem Tief der Vorwoche um mehr als 2% zugelegt und könnte möglicherweise die fünftägige Verlustserie beenden. Dies ist nicht nur eine kurzfristige Gegenreaktion, sondern auch ein kleiner Hoffnungsschimmer auf eine übergeordnete Stabilisierung. Gestern schloss der Index erneut im Minus und bildete im Tageschart ein Inside Bar aus. Drei fundamentale Faktoren könnten Aktien jedoch weiter belasten: Die steigenden Anleiherenditen, die hohe Volatilität am Forex-Markt und die Aussicht auf eine hawkishe Fed.
EURUSD erholt sich am Dienstag um rund 60 Pips und testet das 23,6%-Retracement des vorherigen Abwärtsimpulses. Sollte der Anstieg nachhaltig sein, könnte die fünftägige Talfahrt beendet werden. Gegenüber dem Hoch der Vorwoche hat das Paar kurzzeitig um 5% nachgegeben. Die Erholungstendenz ändert jedoch nichts am langfristigen Trend. Allein der Abstand zur 9-Tage-Linie beträgt immer noch mehr als 100 Pips. Ein dynamischer Abverkauf kann zwar mit einer stärkeren Korrektur einhergehen, zeigt aber auch, dass es eine klare Richtung gibt. Im Tageschart muss das Paar die 50-Tage-Linie (1,0006) und den darüber liegenden Widerstand bei 1,0050 durchbrechen, um den Abwärtstrend zu beenden. Weitere Kursverluste sind technisch gesehen am wahrscheinlichsten.
Der DE30 notiert am heutigen Vormittag fast 200 Punkte höher. Durch den dynamischen Anstieg wird der lokale Widerstand im 4-Stunden-Chart bei 12.355 Punkten durchbrochen. Sollten die Gewinne bis zum nächsten Schlusskurs um 12:00 Uhr über diesem Niveau gehalten werden, könnte dies einen kurzfristigen Richtungswechsel signalisieren und eine stärkere Aufwärtsbewegung einleiten. Allerdings gibt es keine Hinweise, die auf das Ende des langfristigen Abwärtstrends hindeuten. Der Abwärtstrend wurde in der Vorwoche durch einen tieferen Wochenschlusskurs bestätigt. Eine Trendfortsetzung ist immer wahrscheinlicher als eine Trendumkehr.
Maximilian Wienke, CFTe
Marktanalyst bei XTB
maximilian.wienke@xtb.de
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