Die Wall Street beendete am Mittwoch den zweiten Tag in Folge tiefer, da Jerome Powell die Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung zunichte machte und die Sorgen um eine zweite Infektionswelle zunahmen.
Der Vorsitzende der Federal Reserve warnte in einer Rede vor wirtschaftlichen Risiken und bezeichnete den Ausblick als „höchst unsicher". Die US-Notenbank schließt negative Zinsen aus, Powell sprach jedoch davon, dass in Zukunft zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen erforderlich sein könnten, um die Folgen der Pandemie einzudämmen. Der US500 gab nach der Rede nach und vertiefte am späten Nachmittag seinen Rückgang. Die Anleger könnten sich auf eine stärkere Korrektur einstellen, da die Futures heute weiter fallen und die 2.800-Punkte-Marke testen.
EURUSD hat seit Freitagmittag mehrmals versucht, den Widerstand bei 1,0850 zurückzugewinnen. Auch der gestrige Versuch scheiterte, da der US-Dollar dank der Risikoaversion aufwerten konnte. Im 4-Stundenchart zeichnet sich eine mögliche Bärenflagge ab, sodass bei einem Durchbruch der 1,08 der Ausverkauf wieder aufgenommen werden könnte. Das im März ausgebildete Jahrestief bei 1,0635 dürfte den Bären als übergeordnetes Kursziel dienen. Die Daten zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sind heute die wichtigste Veröffentlichung.
Der DE30 konnte sich gestern nach der tieferen Eröffnung etwas erholen, scheiterte allerdings an dem lokalen Widerstand bei 10.700 Punkten. Die darauffolgende Abwärtsbewegung begann sich zu beschleunigen und wird im heutigen Handel weiter fortgesetzt. Die Bären testen das Tief vom Mai bei 10.365 Punkten. Ein Abpraller könnte auf einen Doppelboden hindeuten, doch der kurzfristige Abwärtstrend bleibt intakt und das Chartbild ist fragil.
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