08:21 · 30. Juli 2026

BÖRSE AKTUELL: Die Märkte versuchen, sich nach den Geschäftszahlen der großen Tech-Unternehmen und der Entscheidung der Fed wieder zu erholen

Börse Aktuell: Markt News zu Fed, Iran und Big Tech
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Börse aktuell: Geopolitik, Fed und Big-Tech-Zahlen bestimmen die Richtung an den Märkten.
  • Markt News: Microsoft überzeugt mit starken Cloud-Zahlen, während Meta wegen steigender KI-Investitionen deutlich unter Druck gerät.
  • Ölpreise steigen kräftig aufgrund der Eskalation im Nahen Osten, während Anleger auf die Bank of England und wichtige Konjunkturdaten aus Europa blicken.

Die Börse aktuell wird von einer Mischung aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Entscheidungen und starken Unternehmenszahlen geprägt. Im Mittelpunkt der Markt News stehen die Eskalation im Nahen Osten, die jüngste Fed-Sitzung, der Zinsentscheid der Bank of England sowie die Quartalsberichte großer Technologiekonzerne.

Nahost-Konflikt belastet die Börse aktuell

Die geopolitischen Spannungen rücken erneut in den Fokus der Finanzmärkte. Die USA führten am Mittwochabend (US-Zeit) eine umfangreiche Angriffswelle gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden durch. Die Luftschläge erfolgten als Reaktion auf iranische Raketenangriffe auf US-Stützpunkte am Dienstag.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen "schweren Schlag" gegen den Iran angekündigt. Gleichzeitig warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor einer Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region. Zusätzliche Sorgen bereitet der nahezu zum Erliegen gekommene Tankerverkehr durch die Straße von Hormus, nachdem der Iran einen Vermittlungsvorschlag Omans zur gemeinsamen Kontrolle der Wasserstraße abgelehnt hatte.

Fed belässt Zinsen unverändert - Warsh überrascht die Märkte

Auch die Geldpolitik gehört heute zu den wichtigsten Markt News. Die US-Notenbank beließ den Leitzins in einer 9-3-Abstimmung bei 3,5 bis 3,75%. Fed-Chef Kevin Warsh überraschte die Märkte mit seinen Aussagen zur künftigen Kommunikation der Notenbank. Er sprach von einer "Familienfehde" innerhalb des Offenmarktausschusses und machte deutlich, dass die Fed künftig weniger konkrete Hinweise auf ihren geldpolitischen Kurs geben werde. Die Preisbildung soll stärker dem Anleihemarkt überlassen werden.

In Europa richtet sich der Blick auf einen umfangreichen Konjunkturkalender. Veröffentlicht werden die vorläufigen BIP-Zahlen für Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien und die Eurozone sowie die vorläufigen VPI-Daten aus Deutschland und Spanien. Der Markt rechnet derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 64% für eine weitere Zinserhöhung der EZB im September.

Bank of England im Fokus

Die Bank of England gibt heute um 13:00 Uhr ihre Zinsentscheidung bekannt. Erwartet wird überwiegend, dass der Leitzins bei 3,75% unverändert bleibt. Trotz steigender Inflationsrisiken durch höhere Ölpreise dürfte die Notenbank vorerst abwarten. Besonders aufmerksam verfolgen Anleger die Pressekonferenz von Gouverneur Andrew Bailey um 13:30 Uhr GMT, da diese Hinweise auf die Sitzung im September liefern könnte.

Wall Street unter Druck

Die US-Börsen reagierten negativ auf die Kombination aus Fed-Entscheidung und der erneuten Eskalation im Nahen Osten.

  • Dow Jones: -2,19%
  • S&P 500: -1,52%
  • Nasdaq: -1,74%

Der Nasdaq notiert damit inzwischen mehr als 10% unter seinem Rekordhoch aus dem Juni. Gleichzeitig stieg die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen um mehr als 11 Basispunkte auf 5,21% und erreichte damit den höchsten Stand seit 2007. Vor allem zinssensitive Technologiewerte gerieten dadurch unter Druck.

US-Futures erholen sich nach Big-Tech-Zahlen

Zum Handelsstart zeigen sich die US-Futures wieder freundlich.

  • Dow Jones Futures: +0,14%
  • S&P 500 Futures: +0,35%
  • Nasdaq Futures: +0,78%

Damit verlagert sich der Fokus der Börse aktuell zunehmend von geopolitischen Themen auf die Quartalsberichte der großen Technologieunternehmen.

Meta und Microsoft mit gegensätzlichen Reaktionen

Meta geriet nach den Quartalszahlen massiv unter Druck. Die Aktie verlor nachbörslich rund 10 bis 11%, nachdem Finanzchefin Susan Li angekündigt hatte, die Investitionen in Künstliche Intelligenz bis mindestens 2028 weiter deutlich auszubauen. Gleichzeitig brach der freie Cashflow von 8,55 Milliarden US-Dollar auf lediglich 784 Millionen US-Dollar ein. Microsoft entwickelte sich dagegen deutlich stärker. Die Aktie legte nachbörslich rund 7 bis 8% zu. Ausschlaggebend war ein Anstieg der Azure-Umsätze um 43% sowie die Bestätigung eines positiven Free Cashflows für das Geschäftsjahr 2027 - trotz geplanter Investitionen von rund 175 Milliarden US-Dollar.

Asien: KOSPI bleibt unter Druck, Samsung überzeugt

Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich uneinheitlich. Während der Nikkei 225 um rund 1% zulegt und damit einen Teil der jüngsten Verluste aufholt, fällt der KOSPI erneut um etwa 1,1%. Nach den starken Kursverlusten der vergangenen Tage griff die südkoreanische Regierung bereits mit Beschränkungen für gehebelte ETFs auf Samsung und SK Hynix ein.

SK Hynix verliert trotz Rekordergebnissen weitere 6%. Der operative Gewinn stieg zwar um 557% auf 60,5 Billionen Won, verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten und verstärkte Sorgen über eine mögliche Überbewertung des Speichermarktes. Samsung liefert dagegen positive Markt News. Die Halbleitersparte profitierte massiv von der hohen Nachfrage nach KI-Speicherchips. Der operative Gewinn lag mit 89,2 bis 89,5 Billionen Won über den Markterwartungen. Zusätzlich sicherte sich Samsung einen Chip-Liefervertrag mit Broadcom im Volumen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar bis 2030. Die Aktie gewinnt daraufhin über 7%.

Devisenmarkt: Dollar schwächer trotz steigender Renditen

Am Devisenmarkt zeigte sich eine ungewöhnliche Entwicklung. Der Euro legte im Jahresvergleich zum US-Dollar um 0,70% zu, das britische Pfund gewann 0,56%. Lediglich der australische Dollar verlor mit -0,36%. Normalerweise stützen steigende Anleiherenditen den US-Dollar, weshalb die Entwicklung auf eine breitere Umschichtung aus US-Anlagen hindeuten könnte.

Am Morgen stabilisiert sich der Handel:

  • EUR/USD: -0,03%
  • GBP/USD: -0,07%
  • USD/JPY: +0,07%
  • US-Dollar-Index: +0,12%

Rohstoffe: Öl steigt deutlich, Gold konsolidiert

Der Ölpreis gehört heute zu den größten Gewinnern. Brent verteuerte sich um 7,9% auf 90,74 US-Dollar je Barrel. WTI gewann 6,6% auf 84,46 US-Dollar. Treiber sind die Eskalation im Iran-Konflikt sowie die Schließung der Raffinerie Jazan in Saudi-Arabien nach Huthi-Angriffen.

Gold, das am Mittwoch als sicherer Hafen knapp 1% gestiegen war, gibt heute um 0,58% auf rund 4.041 US-Dollar nach. Silber verliert 0,77% auf 57,14 US-Dollar. Die Rückgänge gelten als normale Gewinnmitnahmen nach der starken Aufwärtsbewegung.

Bitcoin leicht im Plus

Am Kryptomarkt bleiben Stablecoins weitgehend stabil. Bitcoin steigt nach dem Rückgang vom Mittwoch um 0,25% auf rund 63.900 US-Dollar. Anleger warten weiterhin auf neue Impulse aus Geldpolitik und Geopolitik.

Wichtige Termine für die Börse aktuell

Die wichtigsten Markt News des Tages bleiben:

  • Vorläufige BIP- und VPI-Daten aus Europa
  • Zinsentscheidung der Bank of England
  • Quartalszahlen von Amazon, Apple und Coinbase nach US-Börsenschluss
  • Weitere Entwicklungen im Nahost-Konflikt und in der Straße von Hormus
  • Entwicklungen am südkoreanischen Aktienmarkt rund um Samsung und SK Hynix

Darüber hinaus wird OPEC+ am 2. August voraussichtlich eine Produktionsausweitung um 188.000 Barrel pro Tag für September bekannt geben. Sollten sich die geopolitischen Spannungen entspannen, könnte dies den weiteren Anstieg der Ölpreise begrenzen.

Derzeit bei ausgewählten Instrumenten zu beobachtende Volatilität. Quelle: XTB Investment Plattform

 

ONLINE-BROKER WAHL 2026

  • Brokervergleich.de sucht den Broker des Jahres
  • XTB setzt auf deine Stimme!
  • JETZT mitmachen - der Veranstalter verlost tolle Preise unter allen Teilnehmern

 

FAQ

Warum steht die Börse aktuell unter Druck?
Vor allem die Eskalation im Nahen Osten, steigende Anleiherenditen und die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik belasten die Aktienmärkte.

Welche Markt News sind heute besonders wichtig?
Im Fokus stehen die Zinsentscheidung der Bank of England, europäische BIP- und VPI-Daten sowie die Quartalszahlen von Amazon, Apple und Coinbase.

Warum steigen die Ölpreise so stark?
Die geopolitischen Spannungen rund um den Iran sowie Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sorgen für Angebotsängste und treiben die Ölpreise nach oben.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

Zum Experten 
29. Juli 2026, 21:54

BÖRSE HEUTE: Nach Warshs Äußerungen kommen am Markt Zweifel an Zinserhöhungen auf, doch Trump macht die Erholung zunichte

29. Juli 2026, 21:46

FED Zinsentscheidung: Keine besonders hawkischen Äußerungen, sondern eher zurückhaltende Ausflüchte

29. Juli 2026, 17:53

Dow Jones, S&P 500 & Nasdaq 100: Wall Street hält den Atem an – Entscheidung der Fed und Gewinnmeldungen der Tech-Giganten stehen bevor

29. Juli 2026, 17:05

Meta Aktie vor den Quartalszahlen: KI-Offensive und Werbegeschäft im Fokus – Lohnt sich jetzt der Einstieg? 📱

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!

Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.

XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.

RISIKOHINWEIS für CFD

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.