14:28 · 31. Juli 2026

BÖRSE AKTUELL: Europäische Aktien auf 3-Wochen-Hoch! Apple gibt im US-Vormarkt nach!

Börse Aktuell: Markt News - Amazon treibt Märkte, Euro-Inflation steigt
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Amazon sorgt mit starken Quartalszahlen für Rückenwind an den Aktienmärkten, während die Apple Aktie deutlich unter Druck steht.
  • Der VPI der Eurozone steigt auf 2,9% im Jahresvergleich, der Kern-VPI übertrifft die Erwartungen leicht.
  • Geopolitische Risiken im Nahen Osten bleiben neben der Geldpolitik der wichtigste Kurstreiber an den Finanzmärkten.

Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich zum Wochenschluss freundlich. Positive Unternehmenszahlen von Amazon sorgen für neue Kauflaune, während die Apple Aktie nach ihren Quartalszahlen deutlich unter Druck steht. Gleichzeitig rücken die jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone, die Entscheidung der Bank of Japan sowie die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten in den Fokus der Anleger.

Europäische Börsen setzen Erholung fort

Die europäischen Aktienmärkte knüpfen an ihre jüngste Erholung an. Die Futures auf den Euro Stoxx 50 legen rund 0,5% zu und markieren damit den höchsten Stand seit drei Wochen. Besonders gefragt sind italienische, französische und spanische Aktien. Die Futures auf den DAX gewinnen rund 0,3% und signalisieren ebenfalls einen freundlichen Handelsstart.

Für zusätzliche Unterstützung sorgt die starke Berichtssaison. Vor allem die hervorragenden Quartalszahlen von Amazon verbessern die Stimmung im Technologiesektor und stützen die Risikobereitschaft der Anleger weltweit.

Amazon überzeugt - Apple gerät unter Verkaufsdruck

Die Amazon Aktie gehört vorbörslich zu den größten Gewinnern am US-Markt und steigt um rund 12%. Ausschlaggebend sind deutlich besser als erwartete Quartalszahlen sowie das starke Wachstum der Cloud-Sparte AWS.

Im Gegensatz dazu verliert die Apple Aktie rund 7%. Anleger sorgen sich vor allem über die ambitionierte Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 41 sowie anhaltende Lieferkettenprobleme, insbesondere im Bereich der Speicherchips. Trotz robuster Geschäftszahlen rückt damit die hohe Bewertung stärker in den Fokus.

Halbleiterwerte in Asien erholen sich deutlich

Auch in Asien hellt sich die Stimmung im Technologiesektor wieder auf. Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Tage legen SK Hynix und Samsung Electronics jeweils um mehr als 20% zu. Auslöser ist die verbesserte Einschätzung der Nachfrage nach KI-Hardware in den USA.

Der japanische Leitindex gewinnt rund 0,4% und profitiert zusätzlich von der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Japan.

Weitere Unternehmensnachrichten

Auch auf Unternehmensebene gibt es Bewegung. Der britische Einzelhändler Sainsbury's verkauft die Marke Argos für 120 Mio. GBP. Die Aktie der HSBC erreicht in Hongkong ein neues Rekordhoch, nachdem der Verkauf des Australien-Geschäfts positiv aufgenommen wurde.

VPI in der Eurozone steigt stärker als erwartet

Im Mittelpunkt der Makrodaten steht die vorläufige Inflationsschätzung für Juli. Der VPI der Eurozone steigt im Jahresvergleich auf 2,9% und trifft damit die Markterwartungen. Der Kern-VPI erhöht sich im Jahresvergleich auf 2,5% und liegt damit leicht über der Konsensschätzung von 2,4%.

Vor allem der kräftigere Preisauftrieb in Frankreich sowie Aussagen mehrerer EZB-Mitglieder unterstreichen, dass die Zinspolitik im Herbst weiterhin vollständig von den eingehenden Konjunktur- und Inflationsdaten abhängen dürfte.

Energie bleibt wichtigster Inflationstreiber

Die Details der Inflationsdaten zeigen ein gemischtes Bild:

  • Energiepreise steigen im Jahresvergleich um 10,0% nach zuvor 8,5%.
  • Lebensmittel, Alkohol und Tabak verlangsamen sich von 1,5% auf 1,2%.
  • Die Dienstleistungsinflation erhöht sich leicht von 3,2% auf 3,3% im Jahresvergleich und bleibt damit hartnäckig hoch.

Damit bleibt insbesondere der Dienstleistungssektor ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Europäische Zentralbank.

Deutscher Arbeitsmarkt schwächt sich leicht ab

Auch aus Deutschland kamen neue Konjunkturdaten. Die Arbeitslosenquote steigt im Juli leicht auf 6,4% und fällt damit etwas höher aus als erwartet. Die Daten deuten auf eine moderate Abschwächung der deutschen Wirtschaft hin, ohne jedoch bislang auf eine stärkere Rezession hinzuweisen.

Bank of Japan bleibt auf Zinspfad

Wie erwartet hat die Bank of Japan ihren Leitzins unverändert bei 1,0% belassen. Auch das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen wurde nicht verändert. Notenbankchef Kazuo Ueda wählte jedoch einen vergleichsweise restriktiven Ton. Nach seiner Einschätzung nähert sich die Kerninflation dem Zielwert von 2%. Sollten die Finanzierungsbedingungen weiterhin sehr locker bleiben, seien weitere Zinserhöhungen möglich. Der japanische Finanzminister vermied unterdessen Kommentare zu Spekulationen über mögliche Interventionen am Devisenmarkt.

Devisenmarkt: US-Dollar startet Erholung

Nach drei schwächeren Handelstagen gewinnt der US-Dollar wieder an Stärke. Unterstützung erhält die US-Währung durch Gewinnmitnahmen sowie die etwas festeren Inflationsdaten aus Europa. Der Euro gibt nach Veröffentlichung der VPI-Daten leicht nach. Besonders deutlich fällt die Erholung des Dollars gegenüber dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen aus. Beim Währungspaar USDJPY bleibt die Volatilität erhöht. Marktteilnehmer beobachten weiterhin mögliche koordinierte Interventionen Japans und Südkoreas am Devisenmarkt. Trotz der aktuellen Erholung notiert das Währungspaar auf Wochensicht weiterhin deutlich im Minus.

Rohstoffe: Öl erholt sich - Gold gibt nach

Der Ölmarkt dreht nach anfänglichen Verlusten wieder ins Plus. Hintergrund sind neue iranische Angriffe auf strategische US-Einrichtungen in Kuwait. Zusätzlich kündigte China zum 1. August steigende Kraftstoffpreise an, was die Erwartungen an eine stabile Nachfrage unterstützt. Kupfer legt leicht zu. Belastungen in wichtigen Minenregionen Chiles infolge schwerer Unwetter sorgen für Sorgen über mögliche Angebotsengpässe. Bei den Edelmetallen dominieren dagegen Gewinnmitnahmen. Gold und Silber geben nach, nachdem sich der US-Dollar wieder erholen konnte.

Kryptowährungen bleiben unter Druck

Der Kryptomarkt zeigt sich weiterhin schwach. Bitcoin verliert rund 1,2%, während Ethereum leicht nachgibt und die Volatilität auf ungewöhnlich niedrige Werte fällt. Unter den Altcoins gehören Cosmos und ApeCoin auf Wochensicht zu den größten Verlierern. Anleger warten weiterhin auf einen neuen Impuls, der eine nachhaltige Trendbewegung auslösen könnte.

Geopolitik bleibt der größte Unsicherheitsfaktor

Die Lage im Nahen Osten verschärft sich erneut. Iran griff strategische US-Ziele in Kuwait und Bahrain an und reagierte damit auf vorherige Drohnenangriffe. China forderte Kuwait gleichzeitig auf, chinesische Staatsbürger und diplomatische Einrichtungen besonders zu schützen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Konflikt durch Aussagen eines Hamas-Vertreters, wonach die Organisation einem mehrstufigen Friedensplan grundsätzlich zugestimmt habe. Ob daraus konkrete Verhandlungen entstehen, bleibt jedoch offen. Auch Europa bleibt unter Druck. Nach einem starken Anstieg illegaler Grenzübertritte in die spanische Exklave Ceuta entsandte die spanische Regierung zusätzliche Truppen in die Region.

Diese Themen stehen heute besonders im Fokus

  • Angebotsstörungen in chilenischen Kupferminen könnten den Kupferpreis weiter stützen.
  • Spekulationen über koordinierte Interventionen Japans und Südkoreas dürften USDJPY volatil halten.
  • Eine weitere Eskalation im Nahen Osten könnte Gold und andere klassische sichere Häfen wieder deutlich nach oben treiben.

 

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FAQ

Warum steigen die europäischen Aktienmärkte?
Vor allem starke Unternehmenszahlen von Amazon sowie eine freundliche Stimmung im Technologiesektor treiben die europäischen Börsen an.

Warum fällt die Apple Aktie trotz guter Zahlen?
Anleger sorgen sich über die hohe Bewertung und mögliche Belastungen der Lieferketten im Halbleiterbereich.

Welche Bedeutung haben die neuen Inflationsdaten aus der Eurozone?
Der etwas höhere Kern-VPI erhöht die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad der EZB und macht kommende Konjunkturdaten noch wichtiger.

 

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

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