20:07 · 5. August 2026

BÖRSE HEUTE: Der Dow Jones erreicht neue Rekordhöhen, während Gold und Silber aufgrund der Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zulegen

Börse Heute: Dow Jones auf Rekordhoch, Nasdaq unter Druck
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Dow Jones steigt um mehr als 0,8% auf ein Rekordhoch, während der Nasdaq rund 0,4% verliert.
  • Schwächere ADP-Daten treffen auf einen weiterhin robusten US-Dienstleistungssektor.
  • Fortschritte bei den Iran-Gesprächen belasten den Ölpreis, während Gold und Silber deutlich zulegen.

Die positive Stimmung an den US-Börsen hat nach einem zunächst starken Handelsauftakt deutlich nachgelassen. Während der Dow Jones neue Rekorde erreicht, notieren der S&P 500 und insbesondere der Nasdaq schwächer. Gleichzeitig bewegen geopolitische Gespräche über die Straße von Hormus die Öl- und Edelmetallmärkte.

Börse Aktuell: Dow Jones bleibt der Lichtblick an der Wall Street

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gewinnt der Dow Jones mehr als 0,8% und markiert ein neues Rekordhoch. Damit bleibt der US-Leitindex der einzige klare Lichtblick am amerikanischen Aktienmarkt. Der S&P 500 gab seine anfänglichen Kursgewinne hingegen weitgehend ab und notiert aktuell nahezu unverändert. Noch schwächer entwickelt sich der technologielastige Nasdaq, der rund 0,4% verliert. Belastet werden die Indizes vor allem durch die Aktien von SpaceX und AMD. Beide Unternehmen legten zwar vergleichsweise starke Quartalszahlen vor, konnten die hohen Erwartungen des Marktes jedoch nicht vollständig erfüllen.

Nvidia verzeichnet dagegen Kursgewinne. Anleger reagierten positiv auf Berichte, wonach SpaceX bei seinen Aktivitäten auf KI-Technologie des Chipkonzerns zurückgreift. Insgesamt fällt die laufende Berichtssaison weiterhin sehr solide aus. Die große Mehrheit der Unternehmen hat Ergebnisse veröffentlicht, die über den Prognosen des Marktes lagen. Nach dem heutigen Börsenschluss stehen unter anderem die Quartalszahlen von SanDisk und Western Digital Corporation im Fokus.

Geopolitik: Iran und Oman verhandeln über sichere Schifffahrtsroute

Iran und Oman setzen ihre Gespräche über die Einrichtung einer sicheren Route für Schiffe durch die Straße von Hormus fort. Ob eine endgültige Vereinbarung zustande kommt, bleibt allerdings offen. Nach Angaben eines Vertreters eines Persischen-Golf-Staates liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Einigung bis Freitag bei etwa 50%. Iran erklärte, dass die Koordinaten der geplanten Route bereits abgestimmt worden seien. Der Korridor könnte zunächst für einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten genutzt werden. Zudem werde eine gemeinsame Erklärung beider Staaten vorbereitet. US-Präsident Donald Trump bewertete die Entwicklung rund um Iran positiv. Seiner Einschätzung nach bewegen sich die Verhandlungen über ein Ende des Konflikts und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus in die richtige Richtung. Weitere Einzelheiten könnten in naher Zukunft bekannt gegeben werden.

Berichten zufolge stehen die USA und Iran weiterhin indirekt miteinander in Kontakt. Teheran betont jedoch, dass derzeit keine direkten Gespräche mit Washington stattfinden. Nach iranischen Angaben habe die US-Regierung ihre Bereitschaft signalisiert, zu früheren Verpflichtungen zurückzukehren. Iran macht zugleich deutlich, dass eine Wiederherstellung der amerikanischen Verpflichtungen allein nicht ausreichen werde, um die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. Die Verhandlungen finden weiterhin in einer Atmosphäre tiefen Misstrauens statt. Die mit Oman ausgehandelte Route soll deshalb zunächst nur als Übergangslösung dienen.

US-Arbeitsmarkt verliert an Dynamik

Der ADP-Arbeitsmarktbericht für die US-Privatwirtschaft zeigt eine deutliche Abschwächung. Im Juli entstanden lediglich 44.000 neue Stellen. Analysten hatten mit rund 75.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet. Der Wert für Juni wurde zudem auf 95.000 Stellen nach unten korrigiert. Die stärksten Beschäftigungszuwächse wurden im Bildungs- und Gesundheitssektor verzeichnet. Schwächere Entwicklungen zeigten sich dagegen im Gastgewerbe, in der Gastronomie und in Teilen der Industrie. Die Daten deuten darauf hin, dass der US-Arbeitsmarkt allmählich an Schwung verliert. Eine starke Verschlechterung ist bislang jedoch nicht erkennbar. Unternehmen bauen nur selten in größerem Umfang Stellen ab, stellen aber zunehmend weniger neue Mitarbeiter ein.

US-Dienstleistungssektor bleibt robust

Die aktuellen Konjunkturdaten zeigen, dass die US-Wirtschaft weiterhin mit einem soliden Tempo wächst. Besonders der Dienstleistungssektor, der den größten Teil der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, profitiert von einer stabilen Nachfrage. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor bestätigte die Widerstandsfähigkeit der Branche. Mit 54,1 Punkten blieb der Index allerdings leicht hinter der Prognose von 54,5 Punkten zurück. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren wirtschaftliches Wachstum. Für positive Impulse sorgten vor allem die Neuaufträge, deren Teilindex auf 57,2 Punkte stieg. Gleichzeitig bleibt der Kostendruck hoch. Der Index der gezahlten Preise notierte weiterhin über 70 Punkten und deutet damit auf anhaltenden Inflationsdruck hin.

Die Beschäftigungskomponente schwächte sich ebenfalls ab. Dies bestätigt, dass viele Unternehmen bei Neueinstellungen vorsichtiger werden. Für die Börse ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Die US-Wirtschaft zeigt keine Anzeichen einer abrupten Abkühlung, was Aktien grundsätzlich stützt. Der robuste Dienstleistungssektor und der hohe Preisdruck könnten es der US-Notenbank jedoch erschweren, die Zinsen schnell zu senken. Zusammen mit dem schwächeren ADP-Bericht entsteht das Bild einer weiterhin wachsenden, aber langsam an Dynamik verlierenden Wirtschaft. Sollte die Inflation weiter zurückgehen, könnte sich daraus das von Anlegern erhoffte Szenario einer sanften Landung entwickeln.

Ölpreis fällt unter 80 US-Dollar

Die laufenden Verhandlungen über eine mögliche Deeskalation im Konflikt mit Iran wirken sich unmittelbar auf den Ölmarkt aus. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl ist unter die Marke von 80 US-Dollar gefallen.

Eine sichere Schifffahrtsroute oder eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus könnte die Sorgen vor Lieferunterbrechungen reduzieren. Dadurch würde ein Teil der zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoprämie entfallen.

Gold steigt über 4.200 US-Dollar, Silber gewinnt mehr als 4%

Am Markt für Edelmetalle herrscht eine ausgesprochen positive Stimmung. Der Goldpreis ist über 4.200 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Anleger gehen zunehmend davon aus, dass eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und Iran sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus das Risiko steigender Ölpreise und einer erneuten Beschleunigung der Inflation begrenzen könnten. Auch Silber legt kräftig zu. Der Preis steigt um mehr als 4% und erreicht die Marke von rund 62 US-Dollar.

Bitcoin und Ethereum mit Kursgewinnen

Die freundliche Marktstimmung zeigt sich ebenfalls bei Kryptowährungen. Bitcoin gewinnt rund 0,6% und wird bei etwa 64.500 US-Dollar gehandelt. Ethereum steigt um mehr als 1% und testet die Marke von 1.900 US-Dollar. Trotz der schwächeren Entwicklung am Nasdaq zeigen sich die größten Kryptowährungen damit stabil.

 

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FAQ zur Börse heute

Wie entwickelt sich die Börse heute?

Der Dow Jones gewinnt mehr als 0,8% und erreicht ein Rekordhoch. Der S&P 500 notiert nahezu unverändert, während der Nasdaq rund 0,4% verliert.

Warum steht der Nasdaq aktuell unter Druck?

Der Nasdaq wird vor allem durch Kursverluste bei AMD und SpaceX belastet. Obwohl die Unternehmen starke Quartalszahlen präsentierten, hatten Anleger mit noch besseren Ergebnissen gerechnet.

Was zeigen die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten?

Laut ADP entstanden im Juli nur 44.000 neue Stellen in der US-Privatwirtschaft. Erwartet wurden etwa 75.000. Der Arbeitsmarkt verliert damit an Dynamik, ohne bislang einen starken Einbruch zu zeigen.

Warum fällt der Ölpreis aktuell?

Der Brent-Ölpreis fällt unter 80 US-Dollar, weil Iran und Oman über eine sichere Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus verhandeln. Eine Einigung könnte das Risiko von Lieferausfällen reduzieren.

Warum steigen Gold und Silber?

Gold und Silber profitieren von veränderten Erwartungen hinsichtlich des Iran-Konflikts, der Ölpreise und der Inflation. Gold steigt über 4.200 US-Dollar je Feinunze, während Silber mehr als 4% gewinnt.

Wie entwickeln sich Bitcoin und Ethereum?

Bitcoin steigt um rund 0,6% auf etwa 64.500 US-Dollar. Ethereum gewinnt mehr als 1% und nähert sich der Marke von 1.900 US-Dollar.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

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