- Bitcoin benötigt einen nachhaltigen Ausbruch über 70.000 US-Dollar, um ein belastbares Trendwendesignal zu liefern.
- Positive Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs verbessern das institutionelle Bild, reichen bislang aber nicht für einen breiten Aufschwung.
- Unterhalb von 60.000 US-Dollar würden 58.000 US-Dollar und später 45.000 bis 47.000 US-Dollar als mögliche Kursziele in den Fokus rücken.
- Bitcoin benötigt einen nachhaltigen Ausbruch über 70.000 US-Dollar, um ein belastbares Trendwendesignal zu liefern.
- Positive Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs verbessern das institutionelle Bild, reichen bislang aber nicht für einen breiten Aufschwung.
- Unterhalb von 60.000 US-Dollar würden 58.000 US-Dollar und später 45.000 bis 47.000 US-Dollar als mögliche Kursziele in den Fokus rücken.
Bitcoin notiert weiterhin nahe der Marke von 64.000 US-Dollar und bewegt sich trotz freundlicherer Bedingungen an den breiten Finanzmärkten in einer vergleichsweise engen Spanne. Die aktuellen Krypto News zeigen: Anleger warten offenbar auf einen starken makroökonomischen oder fundamentalen Impuls, bevor sie wieder mehr Kapital einsetzen.
► Bitcoin: ISIN XC000A2YY636 | WKN: A2YY63 | Ticker Bitcoin
Für Zurückhaltung sorgen die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed und die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Zusätzlich belastete zuletzt der öffentlichkeitswirksame Cyberangriff auf den kanadischen Hardware-Wallet-Anbieter Coinkite die Stimmung. Dabei wurden Bitcoin im Wert von fast 90 Mio. US-Dollar aus Cold Wallets entwendet, die üblicherweise zu den sichersten Aufbewahrungsmethoden zählen.
Dennoch zeigt sich der Kryptomarkt bemerkenswert stabil. Während der S&P 500 neue Rekordstände erreicht und der US-Dollar deutlich nachgegeben hat, fehlt Bitcoin bislang die Kraft für einen überzeugenden Ausbruch über die psychologisch wichtige Schwelle von 70.000 US-Dollar.
Wann könnte der Krypto-Bullenmarkt zurückkehren?
Aus zyklischer Sicht befindet sich der Kryptomarkt in einer bekannten Phase. Sollten frühere Bitcoin-Zyklen weiterhin als Orientierung dienen, könnte eine erste bedeutende Erholungsphase im November oder Dezember 2026 beginnen. Bis dahin lässt sich eine weitere und möglicherweise letzte Kapitulationsbewegung nicht ausschließen.
In diesem Szenario könnte Bitcoin bis in den Bereich um 45.000 US-Dollar fallen. Dort würde sich der Kurs etwa 1,5 Standardabweichungen unter seinem langfristigen Mittelwert bewegen. Historisch markierte diese Zone häufig die Untergrenze früherer Bitcoin-Bärenmärkte und bot in vergangenen Zyklen attraktive Möglichkeiten für einen langfristigen Positionsaufbau.
Bitcoin hat die Marke von 60.000 US-Dollar in den vergangenen Monaten zwar erfolgreich verteidigt, die Marktteilnahme bleibt jedoch verhalten. Die ETF-Zuflüsse haben sich erst jüngst verbessert, während die Aktivität am Spotmarkt weiterhin nicht die Stärke zeigt, die gewöhnlich mit einer nachhaltigen bullischen Wende verbunden ist. Aktien und selbst Edelmetalle ziehen momentan mehr Kapital an als digitale Vermögenswerte. Solange Bitcoin unter 70.000 US-Dollar bleibt, lässt sich daher kaum von einer bestätigten Trendwende sprechen.
Quelle: Checkonchain
Strategy verkauft weitere Bitcoin - Coinbase-Zahlen belasten die Stimmung
Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, meldete den Verkauf weiterer 1.683 BTC im Wert von rund 105 Mio. US-Dollar. Es war der dritte Verkauf des Unternehmens innerhalb weniger Wochen. Kurz zuvor hatte Strategy schwächer als erwartete Quartalszahlen veröffentlicht, die vor allem durch nicht realisierte Verluste auf die Bitcoin-Bestände belastet wurden.
Auch enttäuschende Geschäftszahlen von Coinbase trübten die Stimmung im Kryptosektor. Sie erinnern Anleger daran, wie stark Unternehmen aus der Digital-Asset-Branche von Kryptopreisen und Handelsaktivität abhängig sind. Strategy besitzt weiterhin mit Abstand den größten Bitcoin-Bestand unter börsennotierten Unternehmen. Sollte der aktuelle Bärenmarkt jedoch bis 2028 andauern und damit den seit mehr als einem Jahrzehnt prägenden Vierjahreszyklus durchbrechen, könnten weitere Verkäufe notwendig werden. Bei geringer Liquidität und schwacher Nachfrage hätten große Transaktionen das Potenzial, die Volatilität zu erhöhen und zusätzlichen Abwärtsdruck auf Bitcoin auszuüben.
BlackRock treibt die Tokenisierung traditioneller Finanzanlagen voran
Zu den konstruktiveren Krypto News zählt die weitere Expansion von BlackRock in den Bereich tokenisierter Finanzanlagen. Der Vermögensverwalter hat tokenisierte Anteilsklassen für ausgewählte europäische Geldmarktfonds mit einem gemeinsamen verwalteten Vermögen von mehr als 300 Mrd. US-Dollar aufgelegt. Die gemeinsam mit JPMorgans Blockchain-Plattform Kinexys entwickelte Lösung ermöglicht qualifizierten Anlegern, Fondsanteile rund um die Uhr mithilfe der Blockchain zu übertragen. Das traditionelle Aktionärsregister bleibt dabei bestehen.
Die Initiative ist ein weiterer Meilenstein bei der Annäherung von klassischer Finanzwelt und Distributed-Ledger-Technologie. Dieser strukturelle Trend entwickelt sich allerdings weitgehend unabhängig von der kurzfristigen Kursentwicklung einzelner Kryptowährungen.
Bitcoin-ETF-Zuflüsse drehen wieder ins Plus
Die Kapitalströme in US-Spot-Bitcoin-ETFs sind wieder positiv. Zuletzt lagen die täglichen Nettozuflüsse bei mehr als 200 Mio. US-Dollar. Der iShares Bitcoin Trust von BlackRock, kurz IBIT, vereint weiterhin den größten Anteil der neuen institutionellen Mittel auf sich und behauptet damit seine führende Position beim institutionellen Bitcoin-Zugang.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass professionelle Anleger nach mehreren Wochen mit Abflüssen schrittweise neue Positionen aufbauen. Anhaltende ETF-Zuflüsse bildeten in der Vergangenheit häufig eine wichtige Grundlage für mittelfristig steigende Kurse. Deshalb bleibt die ETF-Nachfrage einer der wichtigsten Indikatoren für die institutionelle Stimmung und kann derzeit aussagekräftiger sein als kurzfristige Handelsbewegungen privater Anleger.
Quelle: XTB Research, Bloomberg Finance L.P.
Kapital rotiert in ausgewählte Altcoins
Die wöchentliche Performance-Heatmap zeigt eine zunehmend selektive Kapitalrotation in Kryptowährungen mit höherem Risiko und größeren Kursschwankungen. Während Bitcoin und Ethereum nur moderate Gewinne verzeichnen, entwickelte sich bei Algorand, Cardano, Zcash, Cosmos und Polkadot eine stärkere Dynamik. Offenbar sind Anleger wieder eher bereit, risikoreichere Segmente des Marktes höher zu gewichten.
Die schwächere Entwicklung in Teilen des DeFi-Ökosystems und bei ausgewählten Infrastruktur-Token zeigt zugleich, dass die Erholung nicht den gesamten Markt erfasst. Eine solche Marktstruktur ist typisch für frühe Erholungsphasen, in denen Kapital nach und nach von den größten Kryptowährungen in Altcoins mit höherem kurzfristigem Kurspotenzial fließt.
Quelle: XTB Research
Die meisten Kryptowährungen liegen unter ihrem langfristigen Durchschnitt
Eine Analyse der Standardabweichungen über zwei Jahre zeigt, dass die große Mehrheit der führenden Kryptowährungen trotz der jüngsten Kursgewinne unter ihren historischen Gleichgewichtsniveaus notiert. Die auffälligste Ausnahme ist Zcash. Der Coin liegt deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt, was auf eine kurzfristige Überdehnung oder besonders starke projektspezifische Faktoren hindeuten könnte.
Bitcoin Cash, Chiliz, Litecoin und Solana bewegen sich dagegen klar unter ihrem jeweiligen Zweijahresmittel. Das signalisiert eine anhaltende relative Schwäche gegenüber dem breiteren Markt. Quantitative Auswertungen dieser Art helfen dabei, sowohl möglicherweise überkaufte Werte als auch Kryptowährungen zu erkennen, deren Erholung nach längeren Verlustphasen noch am Anfang stehen könnte.
Quelle: XTB Research
Bitcoin-Prognose: Technischer Ausblick im Tageschart
Aus technischer Sicht muss Bitcoin zunächst den exponentiellen 50-Tage-Durchschnitt zurückerobern. Dieser verläuft aktuell bei etwa 65.300 US-Dollar. Ein erfolgreicher Ausbruch darüber wäre das erste wichtige Zeichen für eine Verbesserung des kurzfristigen Momentums. Anschließend liegen die entscheidenden Widerstände bei 70.000 und 73.500 US-Dollar. Beide Bereiche fungierten in der Vergangenheit als wichtige Umkehrzonen. Auf der Unterseite bildet die psychologisch relevante Marke von 60.000 US-Dollar die erste Unterstützung, gefolgt von den jüngsten Verlaufstiefs um 58.000 US-Dollar.
Sollte Bitcoin erneut an 70.000 US-Dollar scheitern, könnte die folgende Abwärtsbewegung den drei vorangegangenen Korrekturwellen ähneln. Auf Basis des Kursverlaufs und der historischen Abweichungen vom True Market Mean in Bärenmärkten wäre dann ein Rückgang in die Zone zwischen 45.000 und 47.000 US-Dollar möglich.
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 05.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Krypto aktuell: Das Experten Fazit
Der Kryptomarkt steckt in einer abwartenden Phase. Positive ETF-Zuflüsse und die fortschreitende Tokenisierung durch große Finanzkonzerne verbessern das strukturelle Bild. Gleichzeitig fehlen Bitcoin am Spotmarkt die Nachfrage und das Momentum für einen nachhaltigen Ausbruch.
Für Anleger bleiben deshalb zwei Marken entscheidend: Oberhalb von 70.000 US-Dollar würde sich das technische Umfeld deutlich aufhellen. Ein Bruch der Unterstützung bei 60.000 US-Dollar könnte dagegen eine neue Korrektur bis zunächst 58.000 US-Dollar und im negativen Szenario bis 45.000 bis 47.000 US-Dollar auslösen. Bis ein klarer Impuls entsteht, dürften die Krypto News weiterhin von ETF-Kapitalströmen, der US-Geldpolitik und der selektiven Stärke einzelner Altcoins geprägt werden.
FAQ zu Krypto aktuell und Bitcoin
Wie steht Bitcoin aktuell?
Bitcoin notiert nahe 64.000 US-Dollar und bewegt sich in einer engen Handelsspanne. Eine bestätigte Trendwende liegt noch nicht vor, solange der Kurs unter 70.000 US-Dollar bleibt.
Welche Bitcoin-Kursmarken sind jetzt wichtig?
Der exponentielle 50-Tage-Durchschnitt bei rund 65.300 US-Dollar ist die erste Hürde. Danach folgen Widerstände bei 70.000 und 73.500 US-Dollar. Unterstützungen liegen bei 60.000 und 58.000 US-Dollar.
Wann könnte der nächste Krypto-Bullenmarkt beginnen?
Wenn sich frühere Bitcoin-Zyklen wiederholen, könnte eine erste stärkere Erholung im November oder Dezember 2026 einsetzen. Zuvor bleibt eine letzte Kapitulationsphase möglich.
Warum sind Bitcoin-ETF-Zuflüsse wichtig?
Bitcoin-ETF-Zuflüsse zeigen, ob institutionelles Kapital in den Markt gelangt. Anhaltend positive Zuflüsse können die Nachfrage stärken und eine Grundlage für mittelfristig steigende Kurse schaffen.
Droht Bitcoin ein Rückgang auf 45.000 US-Dollar?
Ein Rückgang auf 45.000 bis 47.000 US-Dollar ist ein mögliches Risikoszenario, falls Bitcoin erneut an 70.000 US-Dollar scheitert und anschließend die Unterstützungen bei 60.000 und 58.000 US-Dollar durchbricht.
Welche Altcoins zeigen aktuell Stärke?
Zuletzt zeigten unter anderem Algorand, Cardano, Zcash, Cosmos und Polkadot eine stärkere Dynamik als Bitcoin und Ethereum. Die Rotation bleibt jedoch selektiv und erfasst nicht den gesamten Altcoin-Markt.
Eryk Szmyd Financial Markets Analyst, XTB
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